CAU - Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Genauer Blick hinter die Oberfläche

Interview mit Dr. Gerhard Berger

Mehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zur Soziologie gibt Studienfachberater Dr. Gerhard Berger im Gespräch mit Martin Geist.

Welche Inhalte stehen genau hinter dem Fach Soziologie?

Ganz allgemein geht es in der Soziologie darum zu verste­hen, wie Menschen miteinander leben und was daraus für Prozesse erwachsen. Damit beschäftigt sich diese Wissen­schaft theoretisch und auch methodisch. Geht es zum Bei­spiel darum, ob die Einkommensungleichheit unter den Deutschen in den vergangenen Jahren größer oder kleiner geworden ist, muss man zuerst theoretisch klären, was Ungleichheit überhaupt ist. Dann gilt es, eine Methode zu finden, wie man sie misst. Und schließlich muss man an die dafür nötigen Daten herankommen. In der Praxis spaltet sich die Soziologie sehr bald in verschiedene Spezialgebiete auf: etwa die Soziologie der Stadt, Bildungs-, Arbeits-, Industrie- oder Gesundheitssoziologie. Wir haben auch eine Forschungsgruppe für Katastrophensoziologie.

Welche Berufe stehen Soziologen offen?

Neben den Hochschulen gibt es eine Vielzahl von nichtakademischen Arbeitgebern. Verbände, Ministerien, Meinungsforschungsinstitute und Medien spielen dabei eine wichtige Rolle. Insgesamt ist das Berufsspektrum von Soziologen sehr breit und entsprechend unübersichtlich. Viel hängt von der Initiative des oder der Einzelnen ab, eine passende Nische im Arbeitsmarkt zu finden. Das gelingt oft, weil Absolventen dieses Faches gelernt haben, in Zusammenhängen zu denken und vor allem, weil sie Methodenkompetenz vorweisen können. Sie wissen, auf welche Weise man Fragestellungen angeht und sie auch löst.

Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfänger in der Soziologie aufsitzen?

Früher hieß es, wer zur Demo geht, bekommt schon einen Praktikumsschein. Aber diese Vorstellungen sind passé. Heute wählen Studierende dieses Fach teilweise eher, weil sie sich für Menschen interessieren oder etwas für andere Menschen tun wollen. Wahrscheinlich deshalb, weil in Soziologie irgendwie auch "sozial" drinsteckt. Der soziologische Blick ist jedoch ein anderer. Er zielt analysierend auf das, was hinter der Oberfläche steckt.

Wie sind Sie selber zur Soziologie gekommen?

Auch wegen eines Missverständnisses. Ich wollte nie mehr etwas mit Mathe zu tun haben, wurde dann aber als Soziologiestudent grausam vom Fach Statistik eingeholt. Dabei geblieben bin ich aber trotzdem, weil ich diese Wissenschaft bis heute faszinierend finde und man das mit der Statistik gut hinkriegt.

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