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Volkswirtschaftslehre erfordert Freude am abstrakten Denken

Interview mit Professor Dr. Hans-Werner Wohltmann

Mehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zur Volkswirtschaftslehre gibt Professor Hans-Werner Wohltmann im Gespräch mit Martin Geist.

Welche Inhalte stehen genau hinter der Volkswirtschaftslehre?

Sie beschäftigt sich mit einzelwirtschaftlichen ebenso wie mit gesamtwirtschaftlichen und weltwirtschaftlichen Frage­stellun­gen. Das ergibt eine thematische Palette, die vom Konsumver­halten privater Haushalte über ökonomische Auswirkungen des Klimawandels bis zur Analyse inter­nationaler Handelsbeziehun­gen reicht. Das Studium der Volkswirtschaftslehre hier in Kiel basiert stark auf quanti­tativen Methoden und modelltheoreti­schen Ansätzen. Mathematik, Statistik und Ökonometrie gehö­ren also fest dazu. Zum Studium gehören aber auch betriebs- und rechtswissenschaftliche Inhalte sowie ein Wahlpflichtfach außerhalb der VWL wie zum Beispiel Mathematik oder Wirt­schaftsinformatik.

Welche Berufe stehen Nachwuchskräften in Volkswirt­schaftslehre offen?

Volkswirte sind praktisch überall einsetzbar: in privaten und öffentlichen Unternehmen, im Bankensektor, in der öffentlichen Verwaltung und genauso in nationalen und internationalen Institutionen. Selbstver­ständlich kommen für Master-Absolventen auch eine Hochschulkarriere oder Tätigkeiten für in- und ausländische Forschungsinstitute in Frage. Die Berufsaussichten für Volkswirte sind insgesamt sehr gut. Die Arbeitslosigkeit ist in diesem Bereich weit unterdurchschnittlich.

Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfängerinnen und -anfänger in Volkswirtschaftslehre aufsitzen?

Immer wieder zu schaffen macht uns, dass die Bedeutung von Mathematik, Statistik und Ökonometrie stark unterschätzt wird. Ähnlich verhält es sich mit den abstrakten modell­theoretischen Ansätzen, mit denen wir arbeiten. Man muss – kurz gesagt – Spaß an der Mathematik und Freude am abstrakten Denken haben, um erfolgreich VWL zu studieren. Darauf bereitet die Schule leider nur unzulänglich vor, und deshalb sind auch die Abbrecherquoten hoch.

Wie sind Sie selber zur Volkswirtschaftslehre gekommen?

Ich hatte schon immer ein starkes Interesse an Mathematik und studierte demzufolge dieses Fach zusammen mit VWL. Nach meinem Diplom in Mathematik wurde ich wissenschaftlicher Assistent am Volkwirtschaftlichen Seminar der Uni Göttingen. Damals setzte gerade die Mathematisierung der Volks­wirtschaftslehre ein, und von daher fühlte ich mich bei den Volkswirten pudelwohl. Das ist bis heute so geblieben. Es macht mir großen Spaß, gesamt­wirtschaftliche Problemstellungen aus modelltheoretischer Sicht zu betrachten und dabei mathematische Methoden anzuwenden.

Mehr über das Studium der Volkswirtschaftslehre unter




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