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Wirtschaftsingenieurwesen vereint technisches und kaufmännisches Denken

Interview mit Professor Friedrich Wilhelm Fuchs

Mehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zum Wirtschaftsingenieurwesen gibt Professor Friedrich-Wilhelm Fuchs von der Technischen Fakultät im Gespräch mit Martin Geist.

Welche Inhalte stehen genau hinter dem Wirtschafts­ingenieurwesen?

Dahinter steckt ein interessantes Studienfach mit zwei unterschiedlichen Teilfächern: Betriebswirtschaftslehre und Elektrotechnik. Die Betriebswirtschaftslehre befasst sich mit wirtschaftlichen Vorgängen in Unternehmen, im Studium macht sie etwa ein Drittel des Pensums aus. Sie kann als überwiegend lernorientiert in Bezug auf die Methoden bezeichnet werden. Dieser Teil wird von der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, koordiniert von Professor Achim Walter, getragen. Hingegen geht es in der Elektro­technik um die Forschung, Entwicklung und Produktion elektrischer, elektronischer und informationstechnischer Geräte und Systeme. Das Studium insgesamt ist eher aufgabenorientiert. Wir haben es also mit verschiedenartigen Inhalten und zugleich mit verschiedenartigen Ansätzen zu tun. Das macht die Sache spannend, aber auch anspruchsvoll.

Welche Berufe stehen Nachwuchskräften im Wirtschaftsingenieurswesen offen?

Unsere Leute sind gut für die Industrie ausgebildet und werden dort sehr dankbar aufgenommen. Oft finden sich Jobs in Betrieben aus der Elektrotechnik, aber auch dem Maschinenbau. Entwicklung, Projektierung, Vertrieb und Produktion sind typische Aufgabengebiete. Kurz gesagt sind Wirtschaftsingenieure immer dort interessant, wo technische und zugleich kaufmännische Kompetenzen gefordert sind. Ganz überwiegend bleiben die Absolventinnen und Absolventen in Schleswig-Holstein. Das ist uns wichtig, weil es sich nach aller Erfahrung schwierig gestaltet, dringend benötigte technische Fachkräfte aus Süddeutschland hoch in den Norden zu locken.

Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfängerinnen und -anfänger im Wirtschaftsingenieurwesen aufsitzen?

Es gibt vielleicht die Fehlannahme, dass dies ein eher einfaches Studium ist, in dem zwei Fächer gewissermaßen nur so ein bisschen gelehrt werden. Das ist aber grundfalsch. Nach unserem Anspruch sollen die Absolventinnen und Absolventen am Ende gleichermaßen hochqualifiziert in Betriebswirtschaft und Elektrotechnik sein. Das lässt sich nicht mit links machen, sondern erfordert eine 40-Stunden-Woche und manchmal sogar ein bisschen mehr.

Wie sind Sie selber zum Wirtschaftsingenieurwesen gekommen?

Ich bin studierter Elektrotechniker und war früher 14 Jahre in der Industrie tätig, davon zehn Jahre in einer mittelständischen Firma, wo ich mit fast allen Arbeitsbereichen zu tun hatte. Als Entwicklungsleiter in einem Großunternehmen war ich danach für ein großes Team verantwortlich und habe auch viele Mitarbeiter ausgewählt und eingestellt. Insofern kenne ich den Bedarf in der Praxis ganz genau und konnte dieses Wissen beim Aufbau des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen an der Uni Kiel einbringen. Persönlich habe ich mir meine wirtschaftswissenschaftlichen Kenntnisse durch Fortbildungen in meiner Industriezeit angeeignet.

Mehr über das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens:




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