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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

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Regeln guter wissenschaftlicher Praxis
Standard wissenschaftlichen Arbeitens nach den Empfehlungen der DFG


(Beschluss des Senats vom 28.05.2002)


Präambel
Die Universität erkennt es als ihre vornehme Pflicht an, ihren Studierenden im Studium die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens und guter wissenschaftlicher Praxis zu vermitteln. Sie sieht zugleich ihren Auftrag, die Studierenden zu Ehrlichkeit und Verantwortlichkeit in der Wissenschaft zu erziehen. Sie erwartet von allen ihren Angehörigen Arbeit, die sich diesen Grundsätzen verpflichtet weiß.

In der Ausbildung/Lehre wird diese Aufgabe von den Einführungen im Grundstudium kontinuierlich wahrgenommen. Dabei soll auch Sensibilität für mögliches wissenschaftliches Fehlverhalten geweckt werden, speziell angesichts der raschen wissenschaftlichen Entwicklung in manchen Disziplinen, insbesondere in solchen, deren Forschungsergebnisse kurzfristig wirtschaftlich verwertbar werden.


§ 1 Allgemeine Grundsätze der wissenschaftlichen Praxis
Für die wissenschaftliche Arbeit an der Christian-Albrechts-Universität sind von ihren in der Forschung tätigen Mitgliedern und Angehörigen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis zu beachten. Sie verpflichten:
  1. zur Einhaltung der allgemeinen wissenschaftlichen Prinzipien. Zu Ihnen gehört,
    • lege artis zu arbeiten,
    • Resultate zu dokumentieren und zu veröffentlichen,
    • Ergebnisse anzuzweifeln,
    • Ehrlichkeit im Hinblick auf die Beiträge von anderen Personen zu wahren;
  2. zur Beachtung besonderer Regeln für einzelne Fachdisziplinen.
  3. Primärdaten, die als Grundlage für Veröffentlichungen dienen, sind in derjenigen wissenschaftlichen Einrichtung ( Seminar, Institut, Klinik), in der sie entstanden sind, für zehn Jahre auf haltbaren und gesicherten Datenträgern aufzubewahren, soweit dies zum Zweck der Nachprüfbarkeit notwendig ist.
  4. Unbeschadet der Verantwortung der Leitung der Universität trägt jede Fakultät und jede Einrichtung im jeweiligen Bereich die Verantwortung für eine angemessene Organisation, die gewährleistet, dass
    • die Aufgaben der Leitung, Aufsicht, Qualitätssicherung und Konfliktregelung
      1. eindeutig zugewiesen sind und
      2. tatsächlich wahrgenommen werden und
    • der wissenschaftliche Nachwuchs dem jeweiligen Fortbildungsstand entsprechend angeleitet und betreut wird.

Damit ist der Katalog der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis nicht abgeschlossen. Der Senat hat mit Beschluss vom 28.4.1998 Tatbestände zusammengetragen, die ein wissenschaftliches Fehlverhalten darstellen.


§ 2 Wissenschaftliches Fehlverhalten
(Beschluss des Senats vom 28.4.1998)

Wissenschaftliches Fehlverhalten liegt vor, wenn in einem wissenschaftlichen Zusammenhang vorsätzlich oder fahrlässig Falschangaben gemacht werden oder geistiges Eigentum anderer verletzt oder deren Forschungstätigkeit sabotiert wird.

Als Fehlverhalten kommen insbesondere in Betracht:

1. Falschangaben

Falschangaben bedeuten:
  • das Erfinden oder Verfälschen von Daten,
  • unrichtige Angaben in einem Bewerbungsschreiben oder einem Förderantrag (einschließlich Falschangaben zum Publikationsorgan und zu in Druck befindlichen Veröffentlichungen),
  • Nichtoffenlegung von Parallel-Veröffentlichungen.

2. Verletzung geistigen Eigentums

Geistiges Eigentum verletzt, wer:
  1. ein von einem anderen geschaffenes urheberrechtlich geschütztes Werk
  2. unbefugt unter Anmaßung der Urheberschaft veröffentlicht oder verwertet (Plagiat),
  3. dessen Inhalt verfälscht,
  4. sich, ohne einen wesentlichen Beitrag geleistet zu haben, eine Miturheberschaft anmaßt oder wesentliche Beiträge von Mitarbeitern verschweigt,
  5. andere ohne deren Einverständnis als (Mit-)Urheber nennt,
  6. Erkenntnisse, Hypothesen oder Forschungsansätze, die ihm als Gutachter vertraulich vorgelegt worden sind, als eigene ausgibt oder verwertet.

3. Sabotage der Forschungstätigkeit anderer

Forschungstätigkeit sabotieren bedeutet:
das Beschädigen, Zerstören oder Manipulieren von Versuchsanordnungen, Geräten, Unterlagen, Hardware, Software, Chemikalien oder sonstiger Sachen, die ein anderer zur Durchführung eines Experiments benötigt.

4. Mitverantwortung
Eine Mitverantwortung kann sich aus einer aktiven Beteiligung am Fehlverhalten anderer oder aus grober Vernachlässigung der Aufsichtspflicht ergeben.


§ 3 Regelung des Verfahrens bei wissenschaftlichem Fehlverhalten auf der Basis der Empfehlungen der HRK und der DFG
(Beschluss des Senats der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel am 25.5.1999 und Anhörung des Senats am 8.2.2000)

Allgemeines
Gute wissenschaftliche Praxis erweist sich in der Beachtung allgemeiner Prinzipien wissenschaftlicher Arbeit (Arbeiten lege artis, Dokumentation der Resultate, konsequente Selbstkritik etc.) ebenso wie in strikter Redlichkeit im Hinblick auf die Beiträge von Vorgängern, Konkurrenten, Partnern und Mitarbeitern.

Wissenschaftliches Fehlverhalten
Der Senat hat in seiner Sitzung am 28.4.1998 eine Zusammenstellung von Verhaltensweisen, die als wissenschaftliches Fehlverhalten anzusehen sind, verabschiedet.
Außerdem trifft die Universität die nachstehenden Vorkehrungen für den Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten (die folgenden Abschnitte enthalten den Wortlaut des Senatsbeschlusses):

Vertrauensperson (Ombudsmann)
Als Vertrauensperson bestellt die Hochschule den Vertrauensmann der Deutschen Forschungsgemeinschaft, zur Zeit Herrn Prof. Dr. H. Föll, als Ansprechpartner für Angehörige der Hochschule, die Vorwürfe wissenschaftlichen Fehlverhaltens vorzubringen haben (siehe Senatsbeschluss vom 28.4.1998). Die Vertrauensperson berät diejenigen, die sie über ein vermutetes wissenschaftliches Fehlverhalten informieren, oder sie greift von sich aus einschlägige Hinweise auf, von denen sie (ggf. über Dritte) Kenntnis erhält. Sie prüft die Vorwürfe unter Plausibilitätsgesichtspunkten auf Konkretheit und Bedeutung, auf mögliche Motive und im Hinblick auf Möglichkeiten der Ausräumung der Vorwürfe.
Kommission
  1. Die Hochschulleitung bestellt nach Anhörung durch den Senat eine -  im Vorlesungsverzeichnis personell ausgewiesene - ständige Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens.
  2. Die Kommission besteht aus vier Professoren/innen, davon einer/e mit Befähigung zum Richteramt, sowie einem weiteren Hochschulmitglied mit wissenschaftlichem Abschluß aus dem Bereich der wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen. Die Amtszeit soll drei Jahre mit der Möglichkeit einmaliger Wiederbestellung betragen.
  3. Die Kommission wird auf Antrag der Vertrauensperson, ihres Vertreters oder ihrer Vertreterin oder eines ihrer Mitglieder aktiv. Das Verfahren vor der Kommission ersetzt nicht andere, gesetzlich oder satzungsrechtlich geregelte Verfahren (z. B. ordnungsrechtliche Verfahren der Hochschulen, Disziplinarverfahren, arbeitsgerichtliche Verfahren, Strafverfahren). Diese werden ggf. von den jeweils zuständigen Organen eingeleitet.
  4. Für die zweite Amtszeit wurden vorgeschlagen und nach Senatsanhörung bestellt:
    • Professor Dr. H. Schack, Rechtswissenschaftliche Fakultät (Vorsitzender),
    • Professor Dr. S. Oechsle, Philosopische Fakultät,
    • Professor Dr. H. Schöckelmann, Medizinische Fakultät,
    • Professor Dr. J. Grotemeyer, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät,
    • Professor Dr. F. Taube, Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät.

Verfahren
  Vorprüfung
  1. Die Vertrauensperson oder deren Vertreter/in übermittelt Anschuldigungen wissenschaftlichen Fehlverhaltens unter Wahrung der Vertraulichkeit zum Schutz der/des Informierenden und der/des Betroffenen der von der Hochschulleitung bestellten Kommission, die die Angelegenheit untersucht.
  2. Bei konkreten Verdachtsmomenten für wissenschaftliches Fehlverhalten wird unverzüglich im Regelfalle die Vertrauensperson oder deren Vertreter/in, ggf. auch ein Mitglied der o.g. Kommission, informiert. Die Information soll schriftlich erfolgen; bei mündlicher Information ist ein schriftlicher Vermerk über den Verdacht und die diesen begründenden Belege aufzunehmen.
  3. Dem/der vom Verdacht des Fehlverhaltens Betroffenen wird unverzüglich von der Kommission unter Nennung der belastenden Tatsachen und Beweismittel Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Buchstabe a) Satz 2 gilt entsprechend. Die Frist für die Stellungnahme beträgt zwei Wochen. Der Name des Informierenden wird ohne dessen Einverständnis in dieser Phase dem/der Betroffenen nicht offenbart.
  4. Nach Eingang der Stellungnahme des/der Betroffenen bzw. nach Verstreichen der Frist trifft die Kommission innerhalb von zwei Wochen die Entscheidung darüber, ob das Vorprüfungsverfahren - unter Mitteilung der Gründe an die/den Betroffene/n und die/den Informierende/n - zu beenden ist, weil sich der Verdacht nicht hinreichend bestätigt bzw. ein vermeintliches Fehlverhalten vollständig aufgeklärt hat, oder ob eine Überleitung in das förmliche Untersuchungsverfahren zu erfolgen hat.
  5. Wenn der/die Informierende mit der Einstellung des Prüfungsverfahrens nicht einverstanden ist, hat er/sie innerhalb von zwei Wochen das Recht auf Vorsprache in der Kommission, die ihre Entscheidung noch einmal prüft und ggf. erneut nach d) entscheidet.
  Förmliche Untersuchung
 
  1. Die Eröffnung des förmlichen Untersuchungsverfahrens wird der Hochschulleitung vom Vorsitzenden bzw. von der Vorsitzenden der Kommission mitgeteilt.
  2. Die Kommission kann nach eigenem Ermessen Fachgutachter/innen aus dem Gebiet eines zu beurteilenden wissenschaftlichen Sachverhalts sowie Experten/innen für den Umgang mit solchen Fällen als weitere Mitglieder mit beratender Stimme hinzuziehen. Hierzu können u. a. Schlichtungsberater/innen zählen.
  3. Die Kommission berät in nichtöffentlicher mündlicher Verhandlung. Sie prüft in freier Beweiswürdigung, ob wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt. Der/die Wissenschaftler/in, dem/der Fehlverhalten vorgeworfen wird, erhält in geeigneter Weise Gelegenheit zur Stellungnahme. Ihm/ihr ist der Name des Informierenden bekanntzugeben. Der/die Betroffene ist auf seinen/ihren Wunsch mündlich anzuhören; dazu kann er/sie eine Person seines/ihres Vertrauens als Beistand hinzuziehen. Dies gilt auch für sonstige anzuhörende Personen.
  4. Hält die Kommission ein vermeintliches Fehlverhalten für vollständig aufgeklärt, wird das Verfahren mit dieser Feststellung beendet. Hält die Kommission ein Fehlverhalten für erwiesen, legt sie das Ergebnis ihrer Untersuchung der Hochschulleitung mit einem Vorschlag zum weiteren Verfahren, auch in bezug auf die Wahrung der Rechte anderer, zur Entscheidung und weiteren Veranlassung vor. Hält die Kommission ein Fehlverhalten für nicht hinreichend erwiesen, wird das Verfahren eingestellt.
  5. Die Entscheidung über die Beendigung des Verfahrens, die Weiterleitung an die Hochschulleitung oder die Einstellung des Verfahrens ist schriftlich zu begründen und dem/der Betroffenen und dem/der Informierenden unverzüglich mitzuteilen.
  6. Ein internes Beschwerdeverfahren gegen die Entscheidung der Kommission ist nicht gegeben.
  7. Am Ende eines förmlichen Untersuchungsverfahrens identifiziert die Vertrausensperson oder deren Vertreter/in alle diejenigen Personen, die in den Fall involviert sind (waren). Er/sie berät diejenigen Personen, insbesondere die Nachwuchswissenschaftler/innen und Studierenden, die unverschuldet in Vorgänge wissenschaftlichen Fehlverhaltens verwickelt wurden, in bezug auf eine Absicherung ihrer persönlichen und wissenschaftlichen Integrität.
  8. Hat ein Studierender oder eine Studierende sich eines wissenschaftlichen Fehlverhaltens schuldig gemacht, sollte von der Vertrauensperson oder deren Vertreter/in im Falle eines anschließenden ordnungsrechtlichen Hochschulverfahrens ein Gutachten erstellt werden, mit welchen Auflagen dem/der Studierenden eine Chance zum Abschluß eines Studiums gegeben werden könnte.
  9. Die Akten der förmlichen Untersuchung werden 30 Jahre beim Syndikus der CAU aufbewahrt. Die im Zusammenhang mit einem Fall wissenschaftlichen Fehlverhaltens genannten Personen haben Anspruch darauf, daß die Vertrauensperson oder deren Vertreter/in ihnen über die Dauer der Aufbewahrungsfrist auf Antrag einen Bescheid (zu ihrer Entlastung) ausstellt.
  Weiteres Verfahren

Wenn wissenschaftliches Fehlverhalten festgestellt worden ist, prüft die Hochschulleitung zur Wahrung der wissenschaftlichen Standards der Hochschule als auch der Rechte aller direkt und indirekt Betroffenen die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen. Die Ahndung wissenschaftlichen Fehlverhaltens richtet sich nach den Umständen des Einzelfalles.
Als Maßnahmen kommen die Einleitung arbeitsrechtlicher, disziplinarrechtlicher und strafrechtlicher Verfahren in Betracht.


§ 4 Verpflichtung des Rektorats
Das Rektorat erklärt, dass Leitung, Aufsicht, Konfliktregelung und Qualitätssicherung durch das Rektorat wahrgenommen werden. Das Rektorat bestimmt ein Mitglied zur Wahrnehmung dieser Aufgabe. Dieses Mitglied sichert, dass in jeder Forschungseinrichtung die Verantwortung für eine angemessene Organisation wahrgenommen wird.

§ 5 Grundsätze für die Betreuung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Der Ausbildung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und seiner Anleitung zur Berücksichtigung der Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis muss besondere Aufmerksamkeit gelten.
  1. Die Auswahl des wissenschaftlichen Nachwuchses hat nach Leistungskriterien zu erfolgen. Diskriminierungen nach Geschlecht, Rasse, Religion und Herkunft sind strikt untersagt.
  2. Zu Beginn der wissenschaftlichen Tätigkeit ist der wissenschaftliche Nachwuchs über Möglichkeiten und Risiken der wissenschaftlichen Berufslaufbahn zu informieren.
  3. Während des wissenschaftlichen Ausbildungsganges ist auf die persönlichen und familiären Verhältnisse der wissenschaftlichen Mitarbeiter einzugehen. Besondere Rücksicht ist zu nehmen im Falle von Behinderung. Es ist anzustreben, dass Kindererziehung und wissenschaftliche Arbeit vereinbar bleiben.
  4. Die Betreuer sind verpflichtet, den wissenschaftlichen Nachwuchs fachlich zu unterstützen und zu fördern, damit die angestrebten Forschungsziele in der dafür vorgesehenen Zeit erreicht werden können.

§ 6 Sicherung von Primärdaten (vgl. auch § 1 (2))
Die Universität sichert die Aufbewahrung von Primärdaten auf haltbaren und gesicherten Trägern für 10 Jahre zu. Zu diesem Zweck verpflichtet sie die Förderungsempfänger bei Annahme eines DFG-Projektes die Daten nach dessen Abschluss dem Rektorat zur Verfügung zu stellen. Ersatzweise kann der Fundort im Institut angegeben werden.


§ 7 Entwicklung von Leistungsindikatoren für die Mittelzuweisung
Rektorat und Senat unterstützen die Entwicklung solcher Leistungsindikatoren für die Mittelzuweisung, die Kriterien der Qualität und der Belastung aus Lehre und Forschung berücksichtigt (Senatsbeschluss vom 12.2.2002).


Zuständig für die Pflege dieser Seite: Technologietransfer der Christian-Albrechts-Universität