logo_uksh

UNIVERSITÄTSKLINIKUM SCHLESWIG HOLSTEIN
CAMPUS KIEL
KLINIK FÜR AUGENHEILKUNDE

Direktor: Univ.-Prof. Dr. J. Roider
Zertifikat






  Klinische Pilotstudie AutoPhoN

Anwendungsstudie zur automatischen, temperaturgesteuerten Dosimetrie zur minimal-invasiven Photokoagulation der Netzhaut (AutoPhoN)

Studienleitung:
Koinzer S., Roider J.

Ziel der Studie:
Messung der Netzhauttemperatur unter Erwärmung durch den klinischen Behandlungslaser bei retinaler Photokoagulation in vivo und in Echtzeit.

Studienbeschreibung:
Manche Augenerkrankungen, etwa die diabetische Augenhintergrundserkrankung oder Thrombosen im Bereich der Netzhaut, können eine Verödungsbehandlung der Netzhaut mit einem Laser erfordern. Diese Behandlung heißt Laserphotokoagulation.

Bei einer Laserphotokoagulationsbehandlung werden bis zu 2000 einzelnen kleinen Verödungsherden erzeugt, von denen jeder auf der Netzhaut einen Durchmesser von ca. einem halben Millimeter hat. Bisher muß der Arzt nach jedem dieser vielen Herde kontrollieren, ob der vorhergehende Herd in der richtigen Stärke gesetzt wurde. Falls erforderlich, wird nach jedem Herd die Leistung des Lasergerätes angepaßt. Einzelne zu starke Herde führen zu - möglicherweise vermeidbaren - Schmerzen, die mit einer neuen Technik reduziert werden sollen.

Das AutoPhoN-Projekt ist ein mehrjähriges Projekt innerhalb eines Forschungsverbundes, der vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) finanziert wurde. Innerhalb dieses Projektes wurde ein Lasergerät entwickelt, das seine Leistung automatisch auf die richtige Stärke regelt. Dazu haben sich ein Grundlageninstitut in Lübeck (Institut für biomedizinische Optik), ein Entwicklungsinstitut (Medizinisches Laserzentrum Lübeck), ein Industriepartner (Carl Zeiss Meditec AG Jena) und die Universitäts-Augenklinik Kiel zusammengeschlossen.

Ein Prototyp des automatisch gesteuerten Lasers ist nun in der Universitäts-Augenklinik in Kiel vorhanden und offiziell zur Patientenbehandlung zugelassen. Mit diesem Gerät können durch die automatische Steuerung sanftere, aber niemals stärkere Herde als mit der Standardmethode entstehen. In unserer Studie werden Herde, die mit der neuen Methode erzeugt wurden, mit solchen verglichen, die wie bisher üblich erzeugt wurden. Dafür werden ca. 20-30 Herde intensiver untersucht, indem sehr genaue Bilder angefertigt und spezielle Netzhautfunktionstests durchgeführt werden.

Unseren Patienten entstehen keine zusätzlichen Wege in die Klinik. An den Studienuntersuchungstagen benötigen die Zusatzuntersuchungen jedoch etwas zusätzliche Zeit. Ein Studienteam, das aus einer Studienschwester und zwei Prüfärzten besteht, steht zur persönlichen Betreuung der Patienten bereit und bemüht sich, die Wartezeiten möglichst kurz zu halten.

In einer ersten Studienphase wird das Gerät in Kiel verwendet und einzelne Herde genau untersucht. Wenn die erste Phase zeigen sollte, daß das Gerät wie erwartet funktioniert, sollen in einer zweiten Phase an 3 Kliniken in Deutschland ganze Behandlungen mit dem neuen Gerät durchgeführt werden.





© 2004-2010 , Klinik für Ophthalmologie | Webmaster