logo_uksh

UNIVERSITÄTSKLINIKUM SCHLESWIG HOLSTEIN
CAMPUS KIEL
KLINIK FÜR AUGENHEILKUNDE

Direktor: Univ.-Prof. Dr. J. Roider
Zertifikat






  Cornea-Bank Kiel

Hornhaut-Transplantation

Statistik

Publikationen


Kontakt

Dr. med. Bernhard Nölle
Dr. med. Gabriele Schütt
Hegewischstr. 2
D-24105 Kiel
Telefon Hornhautbank: +49 431 597-2398
Telefax Hornhautbank: +49 431 597-2423


Führungen

Führungen innerhalb der Räumlichkeiten - auch für Schulklassen - sind nach Absprache möglich.


Die Hornhaut-Transplantation

Schilderung des Ablaufes im OP und der Nachbehandlung

Definition:
Verschiedene Erkrankungen der Hornhaut können durch eine Gewebetransplantation gebessert werden. Die Hornhauttransplantation wird oft als Keratoplastik bezeichnet. Bisher gibt es kein künstliches Gewebe, welches langfristig vertragen wird. Gute Erfolge sind mit der Verpflanzung von menschlichen gespendeten Hornhäuten erreichbar.

Spender-Hornhäute:
Die Spender-Hornhaut wird von uns vor der Verpflanzung untersucht, ob sie ausreichend gesunde Zellen aufweist und keimfrei ist. Jeder Hornhaut-Spender wird möglichst umfassend untersucht, so dass eine Übertragung einer Erkrankung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen ist.

Methoden der Keratoplastik:
In den meisten Fällen wird die Gewebeverpflanzung durchgreifend erfolgen, d. h. alle fünf Hornhautschichten werden vollständig ersetzt (perforierende Keratoplastik). Überwiegend wird ein Durchmesser der Transplantate von 7 bis 8 mm verwendet. In bestimmten Fällen werden nur oberflächliche Zell-Lagen verpflanzt. Es handelt sich dann um eine lamelläre Keratoplastik.

Ablauf einer Transplantation im OP:
In der Universitäts-Augenklinik Kiel wird dieser Eingriff in der Regel in Vollnarkose durchgeführt. Er dauert etwa eine Stunde. Bei dem Eingriff wird ein Scheibchen der eigenen getrübten oder verkrümmten Hornhaut ausgestanzt und durch eine klare Spender-Hornhaut ersetzt. Das Hornhauttransplantat wird durch kaum sichtbare dünne Nähte verankert.

Stationärer Aufenthalt:
Da die Wundheilung noch in der Klinik überwacht werden muss, ist mit einem stationären Aufenthalt von etwa einer Woche nach der OP zu rechnen.

Nachsorge, Kontrollen:
Um die neue Hornhaut zu schützen, ist es notwendig, nachts mindestens 4 Wochen nach Entlassung eine durchsichtige gelöcherte Augenklappe zu tragen. Diese wird bei Entlassung mitgegeben.
Außerdem erhalten die Patienten einen Termin für eine Kontrolluntersuchung in unserer Keratoplastik-Sprechstunde und einen Plan über Augentropfen und -salben, die angewendet werden müssen. Diesen Plan bitte bei jeder Kontrolluntersuchung mitbringen!

Medikamente:
Bei einigen Patienten ist das Risiko einer Transplantatabstoßung erhöht. In diesen Fällen versuchen wir über eine Gewebetypisierung (HLA-Antigene) eine möglichst gut zum Empfänger passende Spenderhornhaut zu finden. Hierzu kooperieren wir mit dem Institut für Immunologie und Eurotransplant/Bio Implant Services/Leiden in den Niederlanden. Wir versuchen, die Abstoßungsbereitschaft nur in seltenen Fällen mit Medikamenten zu dämpfen, die die Abwehrbereitschaft unspezifisch senken. Eingesetzt werden z. B. Cortisontabletten. Diese können zu erhöhten Blutzuckerwerten führen. Diabetiker sollten in dieser Zeit den Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrollieren lassen.

Ein weiteres Medikament, das wir nach der Operation zur Verhütung von Abstoßungen einsetzen, heißt Cyclosporin bzw. Sandimmun®. Bei der Einnahme dieses Medikamentes muss regelmäßig eine Blutspiegelbestimmung des Medikamentes und der Nierenwerte erfolgen.

Weiter wird auch Mycophenolmofetil (Cellcept®) eingesetzt. Bei allen Medikamenten ist die Mitbetreuung durch den Hausarzt oder Internisten erforderlich.


nach oben



Statistik

Statistik 1991-2009:

Seit der Gründung der CBK am 1. März 1991 wurden bis zum 31. Dezember 2009 von 5924 Spendern 7884 Hornhäute in Organkultur genommen.

1803 Hornhäute konnten an auswärtige Kliniken abgegeben werden und 2335 Hornhäute wurden für Transplantationen in der Universitäts-Augenklinik Kiel verwendet.

Statistik 2009:

In 2009 wurden in der CBK 276 Corneae konserviert. Davon wurden 91 im UKSH transplantiert, 62 davon waren HLA gematcht.

In der Universitäts-Augenklinik Kiel wurden im Jahre 2009 insgesamt 103 Keratoplastiken durchgeführt.

Die Zahl der uns zugeschickten Corneae betrug 11. Diese waren alle typisiert.


Gesamt
aufbereitet
Keratoplastiken
in Kiel
Versand
Import
HLA
gematcht
1991
255
129
13
5
-
1992
469
142
179
0
122
1993
543
137
226
5
195
1994
478
167
215
73
173
1995
381
175
176
60
138
1996
411
171
164
61
170
1997
410
182
132
83
156
1998
439
163
163
58
81
1999
413
153
162
58
175
2000
419
141
104
74
99
2001
291
178
78
114
133
2002
341
136
13
55
35
2003
503
147
11
12
43
2004
529
152
27
15
78
2005
451
108
31
12
58
2006
510
115
41
11
60
2007
413
126
38
13
84
2008
352
107
15
7
72
2009
276
103
15
11
74
2010
284
96
14
8
79



Statistik Diagramm

nach oben



Publikationen seit 1995

Zusammenfassung der Forschungsarbeit innerhalb der Cornea-Bank Kiel

Duncker GIW, Nölle B (1995) Hornhaut-Markierer für fortlaufende Keratoplastiknähte. Klin Monatsbl Augenheilkd 207:51-52.

Duncker GIW, Nölle B (1995) A new cornea-marking device for penetrating keratoplasty and refractive corneal procedures. Ophthalmologica 209:25-26.

Duncker GIW, Nölle B, Zavazava N, Westphal E, Jenisch S (1995) Kornea-Transplantation. Grundsätzliche Betrachtungen zur Immunologie. Dt Ärzteblatt 92:2010-2011.

Duncker GIW, Amm M, Schröder E (1995) Korrektur hoher nach perforierender Keratoplastik auftretender Astigmatismen mit dem Excimer-Laser. Klin Monatsbl Augenheilkd 207:409.

Effing M., Expression von Gewebeverträglichkeitsantigenen und Blutgruppenantigenen in vaskularisierter humaner Kornea: Nachweis mit indirekter Einfach- und Doppelimmunfluoreszenztechnik. Inauguraldissertation (1998).

Grütters G, Ritz-Timme S, Conrad J, Duncker G (1997) Der Razemisierungsgrad von Asparaginsäure in Proteinen der Cornea: Ein neues Qualitätskriterium in der Transplantationsmedizin? Ophthalmologe 94:49.

Grütters G, Reichelt JA, Thale A, Nölle B (1999) Astigmatismus-orientierte perforierende Keratoplastik (AOpKP): Eine Möglichkeit zur Minimierung des postoperativen Astigmatismus? Ophthalmologe 96, Suppl 1:10.

Grütters G, Reichelt JA, Ritz-Timme S, Nölle B (2000) Alkoholinduzierte Hornhautendothelveränderungen: Vergleich von Morphologie und Razemisierungsgrad von Asparaginsäure. Ophthalmologe 97, Suppl.1:134.

Grütters G, Reichelt JA, Nölle B (2001) Astigmatismusorientierte perforierende Keratoplastik - Eine Möglichkeit zur Minimierung des postoperativen Astigmatismus? Ophthalmologe 98, 4:397-401.

Halberstadt M, Böhnke M, Hagenah M (1999) Cryopreservation of rabbit corneas with trehalose. Invest Ophthalmol Vis Sci 40:3349.

Jenisch S, Westphal E, Zavazava N, Dürr C, Duncker GIW, Nölle B, Müller-Ruchholtz W (1995) DNA-based HLA class II porstmortem typing: evaluation of different techniques for prospective corneal allografting. Graefe's Arch Clin Exp Ophthalmol 233:635-641.

Krumeich JH, Duncker G, Daniel J, Knülle A, Winter M (1997) Tiefe lamelläre Keratoplastik - neue Aspekte zu Grundlagen und Methodik. In: 10. Kongreß der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation und refraktive Chirurgie. (Eds) Vörösmarthy D, Duncker G und Hartmann C, Springer Verlag 393-402.

Krumeich JH, Daniel J, Winter M (1998) Tiefe lamelläre Keratoplastik mit dem geführten Trepan-System zur Übertragung von Spenderscheiben in ganzer Dicke. Ophthalmologe 95:748-754.

Nölle B, Grütters G, Halene MA (1998) Schwerwiegende Nahtinsuffizienzen als Komplikation bei Keratoplastiken. Ophthalmologe 95:73 (Abstract).

Nölle B, Lange K, Turnewitsch, Zavazava N (1998) Spender-spezifische Antikörper nach perforierender Keratoplastik. Zeitschr Transplantationsmed 63.

Nölle B und die Kiel-Kornea-Transplantationsgruppe (1999) Leistungsbilanz einer Cornea-Bank. Zeitschr Transplantationsmed (Suppl):34.

Nölle B, Harder TC, Reichelt JA, Halberstadt M, Rautenberg P (1999) Herpes-Virus PCR-Diagnostik in Kammerwasser/Hornhautstroma bei perforierender Keratoplastik. Ophthalmologe 96, Suppl 1:24.

Nölle B, Halene MA, Grütters G, Duncker GIW (2000) Schwerwiegende Wund- und Nahtinsuffizienzen nach perforierender Keratoplastik. Ophthalmologe 97:12-16.

Nölle B, Zavazava N, Westphal E, Jenisch S, Duncker G und die Kiel-Kornea-Transplantationsgruppe (2000) Stellenwert von HLA-Klasse II-Antigenen bei Risikokeratoplastiken. Ophthalmologe 97, Suppl.1:108.

Prada J, Nölle B, Baatz H, Hartmann C, Pleyer U (1999) TNF and IL6 gene expression in keratocytes from patients with corneal ulcerations associated with rheumatoid arthritis. Ophthalmic Res 31, Suppl. 1:66.

Reichelt JA, Grütters G, Nölle B (2000) Postmortale Bestimmung der Astigmatismusachslage nach Astigmatismus-orientierter perforierender Keratoplastik (AopKP). Ophthalmologe 97, Suppl.1:9.

Swensson O, Swensson B, Nölle B, Rochels R, Wannke B, Thiel HJ (2000) Keratin-Gen-Mutationen als Ursache der Epitheldystrophie Meesmann-Wilke und autosomal dominanter Verhornungsstörungen der Haut. Klin Monatsbl Augenheilkd 217:43-51.

Vorkauf W, Vorkauf M, Nölle B, Duncker G (1995) Adhesion molecules in normal and pathological corneas. An immunohistochemical study using monoclonal antibodies. Graefe's Arch Clin Exp Ophthalmol 233:209-219.

Winter M, Nölle B, Duncker GIW (1997) Hornhauttransplantation. Tägl Prax 38:565-580.

Zavazava N, Duncker G, Jenisch S, Nölle B, Westphal E, Müller-Ruchholtz W (1995) Anti-donor antibodies in allogenic cornea transplantation. Transplant Proc 27:1410-1411.

Zavazava N, Nölle B, Duncker G, Jenisch S,Westphal E, Eckstein V, Müller-Ruchholtz W (1996) Cross-matches on donor cadaver retinal pigment epithelial cells in corneal risk patients. Graefe's Arch Clin Exp Ophthalmol 234:164-170.

Zhu SN, Nölle B, Duncker G (1996) Adhesion molecule expression in bullous keratopathy. Graefe's Arch Clin Exp Ophthalmol 234:159-166.

Zhu SN, Nölle B, Duncker G (1997) Effects of Viscoelastics on Bovine Corneal Endothelial Cells in Vitro. Acta Ophthalmol Scand 75:155-158.

Zhu SN, Nölle B, Duncker G (1997) Expression of Adhesion Molecule CD44 on Human Corneas. Br J Ophthalmol 81:80-84.

Vorträge (unveröffentlicht):

Garweg JG, Schellhorn M, Russ C, Halberstadt M: Herpes-Keratitis: Infektion oder infekt-assoziierte Immunreaktion? Schweizer Ophthalmologische Gesellschaft, Montreux (1999).

Grütters G, Conrad J, Ritz-Timme S, Nölle B, Duncker G: The extent of aspartic acid racemization in corneal proteins. 10. Conference of the European Eye Bank Association, Aachen (1998).

Halberstadt M, Reichelt JA, Fricke A, Fricke S, Nölle B: Endothelial cell loss in organ-cultured donor corneas: Influence of alcoholism and associated cancer with or without chemotherapy. 12th Conference of the European Eye Banking Association, Arhus, 14.-16.1.2000.

Nölle B, Duncker G, Current aspects and relevance of HLA-typing in keratoplasty. Workshop on Immune Tolerance and Gene Therapy in Transplantation, Berlin 28.-30.4.1999.

Nölle B, Suleiman Y: Astigmatism after corneal grafting in eyes with penetrating injuries. 12th Conference of the European Eye Banking Association, Arhus, 14.-16.1.2000.

Nölle B: Kiel-Kornea-Transplantationsgruppe, Stellenwert der Gewebetypisierung bei Hornhauttransplantationen. Referat auf Einladung , Halle/Saale, Jan. (2000).

Nölle B, Einige Besonderheiten aus der Hornhaut-Sprechstunde. Fortbildung der Univ.-Augenklinik Kiel für niedergel. Augenärzte, 15.7.00 (2000).

Reichelt JA, Nölle B, Harder TC, Rautenberg P: PCR-assisted detection of human herpesviruses 1-3 (HSV-1, -2, VZV) in aqeous humour from patients with typical and suspected herpes-associated keratitis. European Eye Bank Association (EEBA), Zagreb 1999.

Reichelt JA, Grütters G, Nölle B: Influence on axis-oriented penetrating keratoplasty on the postoperative refractive axis. 12th Conference of the European Eye Banking Association, Arhus, 14.-16.1.2000.

Swensson B, et al.: Identifikation einer neuen Keratin-K 12-Genmutationen bei epithelialer Hornhautdystrophie Meesmann-Wilke. DOG, Berlin (1999).


nach oben




© 2004-2009 , Klinik für Ophthalmologie | Webmaster