Ruginoasa „Colline Drãghici“
Ausgangssituation
Ruginoasa liegt ca. 50 km westlich von Iaşi, zwischen Paşcani und Ťagu Frumos. Es handelt sich um eine Cucuteni A – Siedlung auf dem Sporn eines über 20 m hohen Plateaus. Das Zentrum der Siedlung ist durch einen Steinbruch auf über 1000 m² zerstört, lediglich ein kleiner Teil konnte vorher ausgegraben werden. Im Verlauf dieser Grabung fanden sich zwar keine Hinweise auf ähnliche Hausbefunde wie z.B. in Poduri oder Scânteia, wohl aber Grubenhäuser und ein ca. 2m tiefer Graben (Mantu-Lazarovici und Lazarovici, 2003). Eine Fläche zwischen Steilhang und Steinbruch (Fläche 1) sollte klären, inwieweit das Zentrum der Siedlung noch erhalten ist.
Ergebnisse
Fläche 1 erwies sich als weitgehend gestört. In Fläche 2 dagegen sind deutlich vier höchstwahrscheinlich konzentrisch angelegte Gräben zu erkennen, von denen einer bereits in der Grabung erfasst wurde. Die inneren Gräben sind zwischen 6 – 7 m breit, der äußerste Graben immerhin noch ca. 4 m. Dieser ist auch noch in Fläche 3 über eine Länge von ca. 30 m erfasst, insgesamt trennt er eine Fläche von beinahe einem Hektar vom Rest des Plateaus ab. Analog dazu lässt sich der Verlauf der beiden inneren Gräben rekonstruieren. Neben den Gräben konnten auch zahlreiche Gruben festgestellt werden. Die von ihnen hervorgerufenen Anomalien sind zumeist gut abgrenzbar und teilweise noch stärker als die der Gräben, aber trotzdem ist eine nähere Deutung z.B. als Grubenhaus für keinen dieser Befunde seriös möglich. Interessant ist, dass sich die Gruben fast ausschließlich außerhalb des von den Gräben eingeschlossenen Areals zu konzentrieren scheinen. Die Zugehörigkeit dieser Gruben zu den Gräben steht außer Zweifel, da sich auch in diesem Bereich des Fundplatzes zahlreiche Cucuteni-zeitliche Keramikscherben an der Oberfläche finden. Ob dieses Bild jedoch repräsentativ ist, kann nur eine vollständigere Untersuchung des ungestörten Areals innerhalb der Gräben zeigen.