Archäozoologische Untersuchungen zu den frühbronzezeitlichen
Tierknochen aus Bruszczewo 5
Daniel
Makowiecki (Poznan)
Einleitung
Der hier vorliegende Artikel stellt die
wichtigsten Ergebnisse von Tierknochenuntersuchungen vor, die in zwei getrennten
Analysen vorgenommen wurden. In der ersten wurden Funde aus der Humus-, bzw.
Kulturschicht berücksichtigt, sowie aus Gruben, Wällen und Laufgräben der
Mineralbodensiedlung des Sporns von Bruszczewo. Sie stammten aus den Grabungen
(1964-1966) des Z. Pieczynski. Ihre Bearbeitung übernahm M. Sobocinski, der die
Analyseergebnisse in einem gesonderten monographischen Artikel vorstellte (Sobocinski
1977). Die zweite Analyse wurde von
mir durchgeführt, nach Erhalt einer neuen Knochenprobe, die bei den Grabungen
im Feuchtbodenareal der Siedlungs Bruszczewo 5 zum Vorschein kamen. Bei beiden
Stichproben handelt es sich um solche, die aufgrund der Funde und Befunde
seitens der Ausgräber der Frühbronzezeit zugesprochen werden.
Erste
Untersuchung
M. Sobocinski untersuchte 10192 tierische Knochenreste, von denen er 5836 identifizieren konnte. Es handelte sich zu 89,1% um Knochen von Haussägetieren, zu 10,8% um Knochen wilder Tiere, 0,1% entstammte Vogeltieren. In der ersten Gruppe dominierten Knochen von Rindern ( 50,4%), das Schwein ist an zweiter Stelle mit einem Prozentanteil von 28,1 vertreten, Schafe und Ziegen sind mit 15,3%. Ein geringer Anteil von jeweils 3% entstammt dem Hund bzw. Pferd. Bei den Jagdtieren ergeben Knochen von Hirsch, Wildschwein, Reh und Auerochse 81% der Gesamtmenge, doch wurden auch Knochenanteile von Biber, Marder, Elch, Fuchs, Feldhase, Dachs, Braunbär und Wildkatze vorgefunden.
Osteometrische
Untersuchungen erlaubten die Identifikation von zwei Pferde-Formen. Die erste
war dem Przewalski-Pferd verwandt die zweite, größer gewachsene dem Araber.
Unterschiedlich große Rinder repräsentierten
zum Teil die kleinwüchsige, kurzbeinige Form – Bos taurus brachyceros, und
zum anderen den höherwüchsigen Bos taurus primigenius. Die Größe des
Schweins war auch unterschiedlich. Bei manchen Individuen handelte es sich um
Vertreter einer Übergangsform vom Wildschwein. Schafe und Ziegen wiesen keine
Größenschwankungen auf. Die Hunde könnte man mit den heutigen Vorsteh-, oder
Schäferhunden vergleichen.
In der Bearbeitung fehlten Angaben hinsichtlich der Sterblichkeitsverteilung, sowie der Geschlechterverteilung der Tiere. Es fand auch keine Einschätzung hinsichtlich der Art des Wirtschaftens mit den Tieren statt. Aus den Prozentzahlen ist eine Dominaz von Zuchttieren bei der Fleischgewinnung zu beobachten, bei gleichzeitigem erheblichen Anteil von Jagdtieren. Auffallend ist das Fehlen von Fischüberresten, sowie der geringe Anteil der Vögel (Hühner und Gänse nach M. Sobocinski ). Da das Huhn in Europa erst in de Bronzezeit auftaucht und im fraglichen Gebiet erst gegen Ende dieser Epoche, aber mit Sicherheit in der Hallstattzeit, ist die Feststellung von Knochen dieser Gattung fragwürdig. Es handelte sich um die ältesten Funde dieser Art, doch wegen unklarer Untersuchungskriterien und des unklaren stratigraphischen Kontextes kann die Hühnerhaltung im jüngeren Frühbronzezeit angezweifelt werden, zumal eine stichfeste Periodisierung der von M. Sobocinski analysierten Knochen fehlt und auch die Identifikationskriterien nicht belegt sind.
Z. Pieczynski fand drüberhinaus eine Reihe von Geräten aus Tierknochen und Geweih. Der Anteil domestizierter und wilder Säuger ist beinah gleich, aber das meiste Rohmaterial stammt vom Hirsch (Makowiecki/ Makowiecka 1998: 281). Unter den Gegentänden aus Geweih befinden sich solche aus „abgelegten” Geweihen. Dies belegt, dass die frühbronzezeitliche Bevölkerung sich ab etwa Mitte Februar, dann wenn der Hirsch sein Geweih ablegt, dem Sammeln widmete ( E. Schmid 1972 ).
Zweite
Untersuchung
Während der in den Jahren 1996-2001 durchgeführten Grabungen ergab sich eine Fundsammlung von mehreren Tausend Tierknochen. Bei den makroskopischen Untersuchungen ging es um folgende Fragen: eine Liste der gehaltenen Tiere, die anatomische Zusammensetzung ihrer Knochen, Schlachtungsalter bzw. Erjagungsalter, Geschlechterverteilung, Fleischereispuren, pathologischeVerändereungen, Größe und Form der einzelnen Gattungen. Zu diesem Zweck wurde eine bei archeozoologischen Untersuchungen gängige analytische Methode angewandt (A. Lasota-Moskalewska 1997; E.J. eitz/ E.S. Wing 1999; Makowiecki 2001).
In der vorliegenden Arbeit wurden zwei Knochenmengen untersucht, die unterschiedlich gewonnen worden sind: A) manuell; B) durch Waschen des Sediments in Sieben mit einer Maschenstärke von ca. 3mm. Beide wurden in die Frühe Bronzezeit datiert, genauer in die Zeit zwischen 1900-1500 v.Chr. Im vorliegenden Artikel wurde nur die qualitativ-quantitative Charakteristik der Fundsammlungen vorgestellt, sowie ihre einführende Bewertung nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Ergebnisse
Insgesammt konnten von 2486 Knochen 1859, also 74,8% erkannt werden. Auf der Liste der Tiere finden sich Haussäuger, Wildsäuger, Vögel, Schlangen und Fische ( Tab.1 ). Wiewohl die erste Säugergruppe dominiert, muss der beachtliche Anteil von Wild betont werden ( Abb.1 ).

Abb.1.
Bruszczewo, Standort5. Anteil der Tiergruppen anhand identifizierter Knochen und
der Bergungstechnik: A) manuell, B) Ausschlämmung
*) Zahl osteologischer Einheiten Bergungstechniken
Unter den Haustieren überwiegt das Rind, vor Schaf/Ziege und dem Schwein ( Abb.2 ), den geringsten Anteil besitzen das Pferd und der Hund ( Tab.1 ). Die Untersuchung eines Teils der Schaf/Ziege Knochen ergab ein Überwiegen der ersten Gattung (Abb.2).
Das Wild wird vertreten von: Hase, Biber, Marder, Wildschwein, Hirsch, Elch, Reh, Auerochse ( Tab. 1 ). Am besten vertreten sind: der Hirsch, das Wildschwein, das Reh und der Ochse. Der Anteil der übrigen Tiere ist weitaus geringer (Tab.1 ). Anhand der einleitenden Analyse können unter den Vögeln freilebende Gattungen ausgemacht werden, darunter die Stockente ( Anas platyrhynchos ). Die Fische sind mit zwei Gattungen vertreten: Hecht ( Esox lucius) und Wels ( Silurus glanis ).
|
Tiere |
Animal
|
A |
B |
A+B |
|
Bydło
- Rind |
Bos primigenius f. taurus |
387 |
303 |
690 |
|
Świnia
- Schwein |
Sus scrofa f. domestica |
153 |
114 |
267 |
|
Owca/koza
- Schaf/Ziege |
Ovis ammon f. aries/Capra aegagrus f.
hircus |
206 |
148 |
354 |
|
Owca
- Schaf |
Ovis ammon f. aries |
89 |
40 |
129 |
|
Koza
- Ziege |
Capra aegagrus f. hircus |
4 |
5 |
9 |
|
Koń
- Pferd |
Equus przewalskii f. caballus |
19 |
23 |
42 |
|
Pies
- Hund |
Canis lupus f. familiaris |
11 |
16 |
27 |
|
Tur/bydło
- Ur/Hausrind |
Bos primigenius Boj.1827/ Bos primigenius f. taurus |
14 |
16 |
30 |
|
Dzik/świnia
– Wild/Hausschwein |
Sus scrofa/Sus
domesticus |
1 |
7 |
8 |
|
Zając
szarak - Feldhase |
Lepus europaeus (Pall. 1778) |
0 |
1 |
1 |
|
Bóbr
- Biber |
Castor fiber L., 1758 |
6 |
15 |
21 |
|
Kuna
- Marder |
Martes spec. |
0 |
3 |
3 |
|
Dzik
- Wildschwein |
Sus scrofa L., 1758 |
42 |
44 |
86 |
|
Jeleń
- Rothirsch |
Cervus elaphus L., 1758 |
23 |
54 |
77 |
|
Łoś
- Elch |
Alces alces (L., 1758) |
0 |
3 |
3 |
|
Sarna
- Reh |
Capreolus capreolus (L., 1758) |
10 |
43 |
53 |
|
Tur
- Ur |
Bos primigenius Boj.,1827 |
27 |
13 |
40 |
|
Ptaki
- Vögel |
Aves |
0 |
9 |
9 |
|
Żółw
błotny - Sumpfschildkröte |
Emys orbicularis L., 1758 |
1 |
2 |
3 |
|
Ryby
- Fische |
Pisces |
1 |
6 |
7 |
|
Rozpoznane
- Bestimmt |
|
994
|
865
|
1859
|
|
Nie
rozpoznane -Unbestimmt |
|
424 |
203 |
627 |
|
Razem
- Summe |
|
1418
|
1068
|
2486
|
|
Człowiek
- Mensch |
Homo |
0 |
2 |
0 |
Tabela 1. Bruszczewo, stan. 5. Artenliste mit Angabe der Fundzahl nach der Bergungmethode: A) nicht geschlämmt, B) geschlämmt (Ausgrabungen 1996-2001).
Im Ertrag A ist der Anteil der Haussäuger um 10% höher als in B. Im zweiten war es der Anteil an Kleinwild, wie Schildkröten, Fischen, außerdem Vögel ( Tab.1; Abb.1 ). Der Anteil von Zuchttieren ist in beiden Ertägen vergleichbar ( Abb.2 ). Deutliche Unterschiede zwischen A und B wurden hingegen bei den Wildsäugern festgestellt ( Abb.3 ). Im ersten Ertrag fanden sich weniger Gattungen. Der Hase, der Marder wurde hier nicht notiert, der Anteil des Bibers war geringer als in B. Von den grossen Tieren fehlte der Elch. Im gewaschenen Material fanden sich 15% mehr Reh, 10% mehr Hirsch, vom Wildschwein und Ochsen ergab sich hier weniger.

Abb.2. Prozentualler Anteil von Knochen domestizierter Schlachtsäuger anhand der Bergungstechnik.

Abb.3. Prozentualler Anteil der Knochen von Wildsäugern anhand der Bergungstechnik.
Bei den Rindern, Schweinen und der Schaf/Ziege waren knöcherne Überreste aller Körperparteien vertreten ( Tab. 2 ). Bei den übrigen Tieren traten zumeist Schädel-, und Gliedmaßenknochen auf.
|
Zespół
(Gruppe) |
Rind |
Schwein |
Schaf/ Ziege |
Schaf |
Ziege |
Pferd |
Hund |
Ur/ Hausrind |
Wild/Hausschwein |
Feldhase |
Biber |
Marder |
Wildschwein |
Rothirsch |
Reh |
Elch |
Ur |
|
Kości
głowy Schädelknochen |
148 |
93 |
51 |
6 |
2 |
6 |
6 |
7 |
4 |
|
5 |
1 |
20 |
19 |
11 |
1 |
8 |
|
Kości
ręki i stopy Hand-,Fußknochen |
103 |
7 |
37 |
37 |
3 |
15 |
|
10 |
1 |
|
1 |
|
15 |
28 |
13 |
2 |
8 |
|
Kręgi
szyjne Halswirbel |
40 |
5 |
12 |
13 |
|
1 |
|
|
|
|
|
|
4 |
3 |
|
|
3 |
|
Kręgi
piersiowe Brustwirbel |
24 |
6 |
25 |
2 |
|
2 |
|
|
|
|
|
|
2 |
|
3 |
|
|
|
Kręgi
lędźwiowe Lendenwirbel |
27 |
|
27 |
|
|
|
|
1 |
|
|
1 |
|
|
|
|
|
1 |
|
Kość
krzyżowa Kreuzbein |
|
|
3 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Żebra,
mostek Rippen,Brustbein |
149 |
68 |
78 |
|
|
6 |
3 |
3 |
|
|
4 |
|
7 |
|
|
|
5 |
|
Kości
ramienia i przedramienia Oberarm,Unterarmk. |
107 |
45 |
52 |
38 |
3 |
4 |
11 |
4 |
1 |
|
5 |
|
19 |
11 |
10 |
|
7 |
Tabela 2. Kości ssaków według zespołów topograficznych (Säugerknochen anhand topographischer Gruppen).
Das Todesalter der Rinder war unterschiedlich. Zur Schlachtung wurden bis zu dreimonatige Kälber vorgesehen, aber auch ältere Exemplare zwischen 6 und 14 Monaten. Einen erheblichen Anteil geschlachteter Tiere stellten zwischen 15 und 34 Monate alte Exemplare dar – subadultus. Ausgewachsene, voll zuchtfähige Tiere wurden bei einem Alter von 3, 5-7 Jahren getötet ( Tab. 3 ). Diese Gruppe war am zahlreichsten.
|
Opis
stanu uzębienia Zustand
der Zähne |
Wiek
uboju
Schlachtungsalter |
FZ |
FZ
in Gruppen |
|
Zęby
mleczne wyrośnięte ausgewachsene
Milchzähne |
do
3 miesięcy bis
zu 3 Monaten |
2 |
juvenil
= 8 |
|
M1 w
stadium wyrastania im Stadium des Auswachsens |
4-6
miesięcy |
3 |
|
|
M1
wyrośnięty M1
ausgewachsen |
7-14
miesięcy |
3 |
|
|
M2
w stadium wyrastania |
15-18
miesięcy |
1 |
subadult
= 7 |
|
M2
wyrośnięty |
19-24
miesiące 19-24
Monate |
2 |
|
|
M3
w stadium wyrastania |
25-28
miesięcy |
3 |
|
|
Pd2/Pd4
w stadium wymiany na P2/P4 im
Stadium des Wechsels zu |
29-34
miesiące |
1 |
|
|
M3
wyrośnięty |
Ø
3,5 roku nach dem 3,5 Jahr |
1 |
adult
= 12 |
|
M3
lekko starty leicht
abgewetzt |
około
3,5 roku etwa
im 3,5 Jahr |
3 |
|
|
M3
lekko-średnio starty leicht
bis mittel abgewetzt |
3,5-5
lat 3,5-5
Jahre |
2 |
|
|
M3
średnio starty mittel
abgewetzt |
5-7
lat |
1 |
|
|
M3
średnio-mocno starty mittel
bis stark abgewetzt |
7-10
lat |
0 |
|
|
M3
mocno starty stark
abgewetzt |
>
10 lat |
0 |
|
|
P4
wyrośnięty starty ausgewachsen,
abgewetzt |
Ø
34 miesięcy mehr als 34 Monate |
5 |
|
|
Razem gesamt |
|
27
|
|
Tabela 3. Rind – Altersgliederung am Unterkiefer und Oberkiefer
Anhand von 35 Beispielen wurde die Sterblichkeit der Schweine bewertet ( Tab. 4 ). Die jüngste zur Schlachtung vorgesehene Gruppe stellten 6-10 Monate alte Tiere dar, die ältesten waren 3,5-5 Jahre alt. Am häufigsten wurden junge Tiere, zwischen 6 und 10 Monaten geschlachet. Nicht wenige Tiere waren zwischen 12 und 16 Monaten alt. Insgesamt wurden in den Gruppen juvenil und subadult mehr Tiere festgestellt als in adult.
|
Opis
stanu uzębienia Zustand
der Zähne |
Wiek
uboju Schlachtungsalter |
FZ |
FZ
in Gruppen |
|
Zęby
mleczne wyrośnięte ausgewachsene
Milchzähne |
7
tygodni – 4 miesiące 7
Wochen bis 4 Monate |
0 |
juvenil
= 13 |
|
M1
w stadium wyrastania im
Stadium des Auswachsens |
4-6
miesięcy |
1 |
|
|
M1
wyrośnięty |
6-10
miesięcy 6-10
Monate |
10 |
|
|
M2
w stadium wyrastania |
10-12
miesięcy 10-12
Monate |
2 |
|
|
M2
wyrośnięty ausgewachsen |
12-16
miesięcy |
6 |
subadult
= 10 |
|
M3
w stadium wyrastania |
16-24
miesiące |
4 |
|
|
M3
lekko starty leicht
abgewetzt |
2-3,5
roku im
2-3,5 Jahr |
6 |
adult
= 7 |
|
M3
lekko-średnio starty leicht
bis mittel abgewetzt |
3,5-5
lat 3,5-5
Jahre |
1 |
|
|
M3
mocno starty stark
abgewetzt |
6-8
lat |
0 |
|
|
M3
mocno starty |
>
8 lat |
0 |
|
|
I1,
P4 wyrośnięte, ze śladami starcia ausgewachsen,
mit Abwetzungsspuren |
>16
miesięcy |
5 |
subadult/adult
= 5 |
|
Razem gesamt |
|
35
|
|
Tabela 4. Hausschwein - Altersgliederung am Unterkiefer und Oberkiefer
Unter den Schaf/Ziegen stellten erwachsene Tiere zwischen 2-5 Jahre die stärkste Gruppe dar ( Tab. 5 ). Es fanden sich auch nicht wenige Lämmer bis ca 9 Monate. Manche Exemplare waren Embryos oder neugeborene Tiere. Den geringsten Anteil in der Herde hatten 10-24 monatige Tiere.
|
Opis
stanu uzębienia Zustand
der Zähne |
Wiek
uboju Schlachtungsalter |
FZ |
FZ
in Gruppen |
|
Zęby
mleczne w stadium wyrastania Milchzähne
im Zustand des Auswachsens |
0 |
3 |
płód/noworodek
= 3 Embryo/Neugeborenes |
|
Zęby
mleczne wyrośnięte ausgewachsene
Milchzähne |
0-3
miesiące |
0 |
juvenil
= 8 |
|
M1
w stadium wyrastania im
Zustand des Auswachsens |
około
3 miesiące etwa
3 Monate |
1 |
|
|
M1
wyrośnięty ausgewachsen |
4-8
miesięcy |
4 |
|
|
M2
wyrośnięty, Pd4 w stadium wymiany na P4 Ausgewachsen,
im Zustand des Wechsels zu |
około
9 miesięcy |
3 |
|
|
M2
wyrośnięty |
10-17
miesięcy |
4 |
subadult
= 5 |
|
M3
w stadium wyrastania |
18-24
miesiące |
1 |
|
|
M3
wyrośnięty |
Ø
2 lata mehr als 2 Jahre |
1 |
adult
= 12 |
|
M3
lekko starty leicht
abgewetzt |
2-3
lata |
3 |
|
|
M3
lekko-średnio starty leicht-mittel
abgewetzt |
3-4
lata |
7 |
|
|
M3
średnio starty mittel
abgewetzt |
4-5
lat |
1 |
|
|
M3
średnio-mocno starty mittel-stark
abgewetzt |
5-7
lat |
0 |
|
|
M3
mocno starty stark
abgewetzt |
>
7 lat |
0 |
|
|
P4
wyrośnięty starty ausgewachsen,
abgewetzt |
>
18 miesięcy |
2 |
subadult/adult |
|
Razem gesamt |
|
30
|
|
Tabela 5. Schaf/Ziege - Altersgliederung am Unterkiefer und Oberkiefer
Kulturtechnische
Bewertung
Vorläufige archeozoologische Ergebnisse erlauben den Schluß, dass während der Entwicklung der Siedlung in Bruszczewo, zu den Hauptaspekten des Wirtschaftens die Zucht von Tieren gehörte. Darüberhinaus wurden natürlich Ressourcen der Tierwelt ausgebeutet. Zu den wichtigsten hierbei gehörte zweifellos die Jagd auf große Säuger: Wildschweine, Hirsche Ochsen. Zu den kleineren Beutetieren gehörte das Reh. Zu den gejagten Pelztieren gehörten Biber, Marder, und Hasen. Es wurden Wildvögel gefangen. Eine weitere Form der Ausbeutung stellt der Fischfang dar.
Die erhaltene Zusammenstellung von Gattungen beweist die Reichhaltigkeit der Umwelt der Siedlung. Gattungen wie der Auerochsen, der Hirsch, im gewissen Sinne auch das Wildschwein und das Reh, können als Vertreter des Waldbiotops betrachtet werden. Der Hase als Bewohner weitgehend freier Flächen, kann auf das Vorhandensein solcher in der Umgebung schließen lassen. Da sich allerdings nur wenige Hasenknochen finden, werden bewaldete Flächen überwogen haben. Von der Existenz von Waldlichtungen, Wiesen und Bebaungsflächen zeugt der kräftige Anteil von Rehen, für die der Wald ein Rückzugsgebiet, die Wiese aber den Futterplatz darstellt. Vom Vorhandensein von Wasserflächen zeugen nicht nur Fischfunde, aber auch der Biber, Sumpfschildkröten, der Elch oder Wasservögel, wie die Stockente.
Das Fleisch entstammte allen Körperpartien der Rinder, Schweine, Schaf/Ziegen. Die ausgeschlachteten Tiere wurden ohne besondere Vorlieben in ihrer Gesamtheit verzehrt. Der fehlende Unterschied im Auftreten der Vordergliedmaßen, wie der Hüftgliedmaßen bei den erwähten Gattungen deutet daraufhin ( Tab.2 ). Vielleicht gelingt in der Zukunft, durch eine eingehende Analyse der Elemente des Knochengerüstes, in den jeweiligen Teilen des Standortes, die Bestimmung von Konzentrationen, die mit der Verteilung der ausgeschlachteten Tiere innerhalb der Siedlung zusammenhängt. Die ganzen Kadaver der erbeuteten Tiere, selbst wenn sie nach der Jagd zerteilt worden sind, gelangten in die Siedlung. Das hing höchstwahrscheinlich mit der Nutzung auch der übrigen Bestandteile des tierischen Körpers zusammen, vor allem der Knochen zur Herstellung von Gegenständen des täglichen Gebrauchs und von Schmuck.
Das Alter geschlachteter Tiere zeigt, dass zumeist junge Tiere, die noch nicht zur Reproduktion der Herde beitragen konnten, ausgewählt wurden. Die zweite Nutzgruppe stellten erwachsene Tiere dar. Die Kühe lieferten eine gewisse Menge Milch und wurden vielleicht als Zugtiere eingesetzt. Ein reiner Fleischliferant war das Schwein. Das Fleisch der jüngeren Exemplare ( bis 1 Jahr ) enthielt weniger Fett. Man kann daher schließen, dass derartiges Schweinefleisch von den Siedlungsbewohnern bevorzugt wurde. Die älteren Tiere lieferen zusätzlich Speck. Auch bei Schaf/Ziege wurde das Fleisch jüngerer Tiere bevorzugt. Die Erhaltung einer gewissen Anzahl von Tieren gewährleistete die Gewinnung von Wolle und Milch.
Im Zuge der Tierhaltung ging es nicht in allererster Linie darum, einen einzelnen Vorteil zu erlangen, in Form von Fleisch oder sonstigem. Das Rind und die Schaf/Ziege wurden im jungen Alter getötet um Fleisch zu gewinnen, während man von erwachsenen Exemplaren zeit ihres Lebens anderweitigen Nutzen zog. Und selbst beim Schwein gewann man Fleisch von unterschiedlichen Eigenschaften. Das Ziel der Tierhaltung bestand also darin, einen gefächerten Nutzen daraus zu ziehen.
Schluß
Im vorliegenden Artikel wurden nur wichtigste Ergebnisse der immer noch laufenden Untersuchungen vorgestellt, sowie ihre vorläufige Interpretation. Sie können aber bereits jetzt als repräsentativer angesehen werden als ihre Vorgänger, da sie durch die Identifikation zweier, unterschiedlich gewonnener Fundreihen erstellt wurden. Es steht noch die Analyse folgender Fragestellungen aus: Vorgehensweise beim Zerlegen der Tierkörper, Vorhandensein pathologischer Veränderungen anhand des Knochenmaterials, sowie die Auswertung osteometrischer Messungen zur Ermittlung der Gestalt der Zuchttiere. Nötig werden auch Vergleichsstudien zur Arbeit des M. Sobocinski, sowie eine Betrachtung der Grundsätze des Wirtschaftens in der Siedlung, in einem breiteren zeitlichen und räumlichen Kontext.
In der Polnischen Tiefebene handelt es sich bei Bruszczewo um den einzigen Standort mit beachtlichem Fundmaterial, das Informationen enthält, die zur Klärung der Fragen der Prinzipien des Wirtschaftens mit Tieren, der Tierwelt selbst, sowie der Ausbeutung der natürlichen Umwelt durch den Menschen beitragen könnten.
Literatur
Benecke
N
1994 Der Mensch und seine
Haustiere. Die Geschichte einer jahrtausendealten Beziehung (Stuttgart).
Gotfredsen
A.B., Makowiecki D.
(w druku) Bones of Birds. [w:] T. Malinowski (red.), Komorowo, stan. (Standort)1: grodzisko kultury łużyckiej i osadnictwo wczesnośredniowieczne, (Siedlung der Lausitzer Kultur und frühmittelalterliche Siedlungspraxis)vol. 1.
Lasota -
Moskalewska A.
1997
Podstawy archeozoologii. Szczątki ssaków, (Grundsätze der
Archeozoologie. Überreste von Säugern)Warszawa.
Makowiecki D.
2001 Hodowla oraz użytkowanie zwierząt na Ostrowie Lednickim w średniowieczu. (Zucht und Nutzung von Tieren in Ostrow Lednicki im Mittelalter) Studium archeozoologiczne, Biblioteka Studiów Lednickich, t. 6. Poznań.
Makowiecki D.,
Makowiecka M.
1998 Gospodarka zwierzętami we wczesnej epoce brązu na Niżu Polskim w świetle źródeł archeozoologicznych, (Das Wirtschaften mit Tieren in der Polnischen Tiefebene der Frühbronzezeit)[w:] A. Kośko, J. Czebreszuk, (red.) „Trzciniec”: system kulturowy czy interkulturowy proces?, Poznań, s. 273 - 284.
Reitz
E.J., Wing E.S.
1999
Zooarchaeology, Cambridge.
Schmid E.
1972
Atlas of animal bones for prehistorians, archaeologists and Quaternary
geologists, Amsterdam, London, New York.
Sobociński
M.
1977 (1975) Materiał kostny zwierzęcy z wykopaliskach osady z II okresu epoki brązu w Bruszczewie, woj. Leszno, (Das Ausgrabungsknochenmaterial aus der Siedlung, aus der 2-ten Phase der Bronzezeit, in Bruszczewo, Woiwodschaft Leszno) Fontes Archaeologici Posnaniensis, t. 26, s. 43-62.