Laser korrigiert Kurzsichtigkeit
Immer mehr Menschen nutzen die Lasertherapie, um die Brille loszuwerden. Die Erfolgsquote ist gut, bezahlt wird privat.
Endlich ohne Brille und Kontaktlinsen – diesen Wunsch äußern viele Patienten beim Augenarzt. Gibt es da nicht eine Laserbehandlung? Ja, die gibt es. Der Mediziner spricht von photorefraktiver Keratektomie. Hierbei wird die Hornhaut mit einem speziellen Laser, dem Excimer-Laser "abgeschliffen". Der Excimer-Laser ist ein Kaltlichtlaser im unsichtbaren Ultraviolettspektrum, der bei entsprechender Steuerung und Berechnung nur wenige Tausendstelmillimeter in das Hornhautgewebe eindringt und dieses abträgt. Mit dem computergesteuerten Laserstrahl des Excimer-Lasers kann die Hornhautkrümmung eines kurzsichtigen Auges so verändert werden, dass eine natürliche Zerstreuungslinse geformt wird. Nach dem Lasereingriff dauert es zirka drei bis sechs Monate, bis sich die Sehfunktionen stabilisieren. Die bisher getragenen Gläser werden dann nicht mehr gebraucht, in vielen Fällen kann sogar ganz auf die Brille verzichtet werden. Die Kosten für diese Behandlung tragen allerdings die Patienten.
Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass sich eine Kurzsichtigkeit bis zu -6 Dioptrien in über 90% der Fälle zuverlässig korrigieren lässt. Zur Korrektur der Weitsichtigkeit (Hyperopie) sowie zur Korrektur der Kurzsichtigkeit über -6 Dioptrien ist diese Therapie nicht wissenschaftlich anerkannt. Sie ist nicht geeignet zur Korrektur der Übersichtigkeit über +6 Dioptrien und der Kurzsichtigkeit über -9 Dioptrien.
Grundsätzlich ist zu beachten, dass dieser Eingriff eine Operation an einem gesunden Auge darstellt. Nutzen und Risiken der Behandlung müssen vorher eingehend geprüft werden. Denn ein perfektes Ergebnis kann nicht garantiert werden. Möglicherweise kann eine erneute Operation notwendig werden, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Die Anpassung von Kontaktlinsen kann nach dem Eingriff erschwert sein, und eine Lesebrille wird ab dem mittleren Lebensalter auch nach der Laserbehandlung noch erforderlich sein.
»Bei extrem seltenen Fällen, unter einem Prozent der Behandelten, kann es zu Trübungen kommen, die eine Sehverschlechterung bedeuten«, so Professor Johann Roider. »Das ist zwar selten, aber es ist ein Risiko. Zudem berichten viele, wenn man gezielt danach fragt, über Blendungserscheinungen im Dunkeln. Die wenigsten empfinden das jedoch als störend.« (ne)
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