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unizeit Nr. 28 vom 05.02.2005, Seite 4  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Rundumservice für Unternehmer

Am Kieler Innovations- und Technologiezentrum finden Existenzgründer und junge Unternehmen Räume und Beratung in unmittelbarer Uni-Nähe.


Beim Eintreten durch die Drehtür aus Glas richtet sich der Blick sofort auf einen halbrunden Tresen aus hellem Holz. Die Dame dahinter begrüßt die Besucherin, bietet Kaffee an und führt sie zu einer kleinen Sitzgruppe mit bequemen roten Sesseln. Hell und freundlich ist der Empfangsbereich im Kieler Innovations- und Techno­logiezentrum KITZ, professionell die Betreuung. So wie man es von seriösen Unternehmen erwartet. Existenz­gründer und junge Unternehmen, die hier Räume bezogen haben, können von der ersten Minute an signalisieren: »Wir sind ein ernst zu nehmender Geschäftspartner«. Wenn sich zum Beispiel potenzielle Kunden ankündigen, kann man einen Konferenzraum mit kompletter Ausstattung stundenweise mieten. Das ist schon sehr praktisch, wenn das eigene Büro klein und voller Aktenstapel ist.

»Klappern gehört zum Handwerk«, betont KITZ-Mitarbeiter Ulrich Graumann. »Die ganze Infrastruktur, die wir anbieten, ist ein großer Vorteil für unsere Mieter gegenüber Einzelkämpfern, die anderswo ein kleines Büro oder einen Laden gemietet haben oder vom häuslichen Büro aus arbeiten.« Der Prokurist hat die Arbeit im KITZ von Anfang an mit gestaltet. Zum KITZ-Team zählen neben Graumann auch Björn Pieper, Ursula Wiener und Peter Ebing. Durch ihre ständige Präsenz versuchen sie, die Unternehmen zu begleiten. Graumann: »Häufig tauchen Probleme oder Fragestellungen quasi nebenbei im lockeren Gespräch bei einer Tasse Kaffee auf.« Neben der Beratung in strategischen Fragen nutzen die Mieter aber auch gerne die im Mietpreis enthaltenen Dienstleistungen des KITZ. »Wir gehen zum Beispiel für die Mieter ans Telefon, wenn sie außer Haus sind.« Das Sekretariat unterstützt die jungen Firmen auch bei Mailings oder Veranstaltungen.

»Man ist nicht nur Vermieter. Man fühlt sich auch ein Stück weit verantwortlich dafür, dass die Geschäftsidee funktioniert«, betont Dr. Dirk Claus, der seit Januar die Geschäfte im KITZ führt. Gleichzeitig steht Claus, der weiterhin auch Geschäftsführer der Kieler Wirtschaftsförderung- und Strukturentwicklungs GmbH bleibt, den Firmen im Haus auch als Mentor oder Berater zur Seite. »Die Beratungsleistung ist bei einer Einrichtung wie dem KITZ enorm wichtig.« Dabei berät er nicht nur die Mieter im KITZ, sondern auch solche, die es vielleicht irgendwann einmal werden wollen. »Viele kommen einfach mit einer Idee. Mit den Erfahrungen, die man hat, kann man sehr schnell einschätzen, ob die marktfähig ist oder nicht. Wo ist das Alleinstellungsmerkmal? Und kann man davon eine Bank überzeugen?« Die Firmen müssen dann ein Konzept schreiben und die Finanzierung ihres Unternehmens sichern. Auch hierbei bieten KITZ-Mitarbeiter ihre Hilfe an. »Wir haben die beiden Kreditinstitute als Mitgesellschafter, die die wichtigste Rolle für Unternehmensgründungen in Kiel spielen. Zu diesen Kreditinstituten haben wir einen sehr guten Draht.«

Seit 1996 bietet das Kieler Innovations- und Technologiezentrum Raum und Beratung für junge Technologie-Unternehmen in Nachbarschaft zur CAU. Foto: KITZ

Es kommt aber auch vor, dass die KITZ-Berater von einer Unternehmensgründung abraten oder Mieter ablehnen. Claus: »Zum einen geht es darum, ob das Unternehmen inhaltlich in den Gesamtrahmen reinpasst. Das muss man individuell prüfen. Der zweite Punkt ist, es muss natürlich auch langfristig tragfähig sein.«

Diese Selektion und die Betreuung durch die Mitarbeiter des Zentrums sind offenbar ein Erfolgskriterium. Denn von allen 120 Mietern im KITZ mussten nur zwei ihr Unternehmen aufgeben. Der Erfolg der Unternehmen ist auch wichtig für den Betrieb des Zentrums, denn es erhält keine Zuschüsse. Ein Großteil der baulichen Maßnahmen lief über Zuschüsse von EU, Bund, Land und Stadt. Die laufenden Kosten sowie etwa 20 Prozent der Anfangsinvestitionen werden über die Mieten erwirtschaftet. Die Lage vom KITZ in der Schauenburgerstraße ist nicht zufällig in unmittelbarer Nachbarschaft zur Landesuniversität, sondern bewusst gewählt. Sie soll dem Technologietransfer aus den Hochschulen Vorschub zu leisten. Claus: »Allein die Nähe zur Universität gibt den Unternehmen, die von dort kommen, ein sehr heimisches und sicheres Gefühl. Kontakte sind sehr wichtig für Unternehmensgründungen. Das ist ein ›weicher‹ Standortvorteil.«

Direkte Ausgründungen aus der Universität sind aber eher die Ausnahme. Dr. Heino Steentoft, Beauftragter für Technologietransfer der CAU, schätzt, dass 18 bis 20 Prozent aller KITZ-Mieter derartige Ausgründungen sind. Das heißt, das Unternehmen wurde direkt nach Abschluss des Studiums gegründet. Graumann: »Die meisten unserer Unternehmensgründer sind zwar Hoch­schulabsolventen, hatten aber nach dem Studium zunächst eine Beschäftigung und entwickelten dann Ideen für ein eigenes Unternehmen.«

Kontakte zur CAU oder zu anderen Hochschulen im Land pflegen fast alle im Haus. So auch Hans-Peter Beuck und Jörg Warzyceck, die Inhaber der Firma ›Rare Chemicals‹. Das 1997 gegründete Unternehmen entwikkelt chemische Wirkstoffe für die Pharmaforschung. Es hat sich auf Substanzen spezialisiert, die nur in geringen Mengen gebraucht und selten angefragt werden. Das Unternehmen, das im September 2002 ins KITZ eingezogen ist, beliefert alle großen Pharmaunternehmen und hat im September 2004 für ein neues Projekt 270.000 Euro Förderung aus EUMitteln bekommen. »Wir arbeiten eng mit Professor Dieter Heber vom Pharmazeutischen Institut zusammen«, so Beuck. Da passt es sehr gut, dass man zur Gutenbergstraße, wo das Institut liegt, nur ein paar Minuten zu Fuß gehen muss. (ne)
KITZ – Zahlen und Fakten
Das Kieler Innovations- und Technologiezentrum wurde im März 1996 offiziell eröffnet. Ein Neubau verdoppelte die vermietbaren Flächen im Jahr 2002 auf 6000 Quadratmeter. Ende 2004 waren im KITZ 68 Unternehmen mit 350 Beschäftigten ansässig. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Unternehmen im KITZ beträgt knapp drei Jahre. Dann haben sich die Unternehmen in der Regel etabliert, und sie benötigen mehr Platz.

Rund 80 Prozent der Unternehmen haben ihren Schwerpunkt im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien. Weitere Schwerpunkte sind die Umweltmesstechnik, mit derzeit acht Unternehmen und die Biotechnologie mit fünf Unternehmen. Die Auslastung beträgt zur Zeit etwa 80 Prozent. Gesellschafter der KITZ GmbH sind die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Fachhochschule Kiel, die Heidelberger Druckmaschinen AG, Kiel, die Industrie- und Handelskammer zu Kiel, die Landeshauptstadt Kiel sowie Sparkasse Kiel und Volksbank Kiel.

www.kitz-kiel.de
Kitz GmbH, Schauenburgerstr. 116, 24118 Kiel
Tel. 0431/56060, info@kitz-kiel.de
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