Ausgezeichnete Güllemessung
Dr. Helga Andree vom Institut für Landwirtschaftliche Verfahrenstechnik hat beim landesweiten Ideenwettbewerb den ersten Preis erhalten.

Dr. Helga Andree und der von ihr entwickelte Prototyp zur Güllemessung Foto: KOGGE / CAU
42 kreative Köpfe haben ihre Idee eingereicht, eine davon war Dr. Helga Andree vom Institut für Landwirtschaftliche Verfahrenstechnik der CAU. Ihre Idee: ein spektroskopisches Messverfahren zu entwickeln, mit dem sich trübe Flüssigkeiten analysieren lassen. »Bisher lassen sich nur klare Flüssigkeiten oder feste Stoffe mit der Spektroskopie analysieren. Wir haben eine spezifische Messzelle entwickelt, mit der man schnell und kontinuierlich die Zusammensetzung von trüben Flüssigkeiten wie Gülle oder Klärschlamm messen kann«, erklärt die Kieler Agraringenieurin.
Sie nannte den Prototypen TENIRS (Transflexive Embedded Near Infrared Sensor) und meldete gemeinsam mit der Firma Zeiss im Februar 2004 ein Patent darauf an. »Die technische Entwicklung ist allein hier im Institut erfolgt«, betont Andree. »Von Zeiss haben wir lediglich einige spezifische technische Informationen erhalten.«
Potenzielle Anwender von TENIRS sind zum Beispiel Landwirte. Sie können damit den Nährstoffgehalt von Gülle bestimmen. Dadurch kann die Düngung mit Gülle in Höhe und Verteilung so ausgerichtet werden, dass Nährstoffmangel und Nährstoffüberschuss vermieden werden. Eine Überdüngung der Böden würde damit vermieden. Dadurch würden auch weniger Nitrate oder Phosphate ausgewaschen und in die Ostsee transportiert. Auch Betreiber von Biogas- und Kläranlagen könnten von dem Gerät profitieren.
Mit ihrer Idee und deren Umsetzung überzeugte sie die unabhängige Jury aus Vertretern von Wissenschaft, Wirtschaft und Fördereinrichtungen und erhielt dafür im Dezember den ersten Preis des Ideenwettbewerbs. Ausschlag gebend für das positive Votum der Jury war neben dem hohen Kundennutzen die bewiesene Nachfrage nach dieser neuen innovativen Technologie im In- und Ausland und die realistische Umsetzbarkeit. »Ich gehe davon aus, dass wir in einem Jahr die entsprechenden Kooperationen zusammenhaben und mit der Produktentwicklung starten können«, so Andree, die auf diesem Produkt ein Unternehmen aufbauen möchte.
Als Gewinnerin des Wettbewerbs erhält sie Unterstützung für die Unternehmensgründung. So stellt ihr die Investitionsbank den so genannten IB-Navigator unentgeltlich zur Seite. Dieser hilft zum Beispiel bei der Erstellung von Businessplan und Finanzierungskonzept und vermittelt Kontakte. Darüber hinaus beinhalt der erste Preis ein Geschäftsplan-Training im IZET (Innovationszentrum Itzehoe). Dieser einwöchige Intensivkurs richtet sich speziell an technologieorientierte Gründer und Unternehmer. (ne)
Initiatoren des Wettbewerbs waren: die Fachhochschule Lübeck mit den Projekten Kompetenzzentrum Gründung und Management, KOGGE, die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH, die Investitionsbank Schleswig-Holstein und die Ausgründungs- und Ansiedlungsinitiative SPIN-OFF.
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