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unizeit Nr. 28 vom 05.02.2005, Seite 7  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Prof. Martin Frank

Fährten lesen in Ozeansedimenten


Martin Frank. Foto: privat

Paläo-Ozeanographie lautet die Professur des Geochemikers Martin Frank. Die Vorsilbe ›Paläo‹ deutet darauf hin, dass hierbei die Zusammensetzung der Ozeane in früheren geologischen Zeiten im Mittelpunkt steht. Franks Spezialgebiet ist der Einsatz von verschiedenen Isotopenmethoden, also die Verwendung von radio­aktiven Isotopen, bei ozeanographischen Fragestellungen. »Ich versuche, anhand von bestimmten radiogenen (durch radioaktiven Zerfall entstandenen) Isotopensystemen Veränderungen im Ozean zu rekonstruieren. Dabei gehe ich bis etwa 60 Millionen Jahre zurück.«

Sein Untersuchungsmaterial, sozusagen das ›ozeanographische Gedächtnis‹, sind Sedimente im Ozean und Eisenmangankrusten, die auf dem Ozeanboden wachsen. »Ich kann für bestimmte Schichten das jeweilige Alter ermitteln und daraus Rückschlüsse ziehen, wie zum Beispiel die Zirkulation war oder wie der Verwitterungseintrag in den Ozean war.« Diese Ergebnisse helfen zu verstehen, so Frank, »wie der Ozean in der Vergangenheit funktioniert hat.« Der Geochemiker wendet die gleichen Methoden auch im heutigen Ozean an, das heißt, er versucht die Isotope auch im Meerwasser zu messen, um zu schauen, welche Prozesse sie beeinflussen. Diese Untersuchungen sind in eingen Fällen erst seit kurzem möglich, da die Isotope im Wasser in sehr viel niedrigeren Konzentrationen vorliegen, als in den Sedimenten.
Martin Frank, 38 Jahre. Professor für Paläo-Ozeanographie am Leibniz-Institut für Meereswissen­schaften seit 28. Dezember 2004. Geboren in Pforzheim. Geologie-Studium an der Universität Heidel­berg. 1995 Promotion an der Universität Heidelberg. 1996 bis 1999 Forschungsaufenthalt an der Universität Oxford, Großbritannien, Department of Earth Sciences. Seit 1999 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich, Schweiz, Departement Erdwissen­schaften. Forschungsreisen zum Arktischen Ozean mit dem US-amerikanischen Eisbrecher »Polar Star« und zum Nordpol mit dem schwedischen Eisbrecher »Oden«. 2002 Habilitation an der ETH Zürich. (ne)
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