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unizeit Nr. 28 vom 05.02.2005, Seite 7  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Gender Studies

Neuer Promotionsstudiengang


Dass Männer und Frauen unterschiedlich sind, ist für die meisten Menschen selbstverständlich. Warum das so ist, darauf bekommt man allerdings selten eine eindeutige Antwort. Diese Wissenslücke versucht die relativ junge wissenschaftliche Disziplin »Gender Studies«, also »Geschlechterforschung« zu schließen. Die Universität Kiel ist eine der wenigen Hochschulen, die zu diesem Thema einen Promotionsstudiengang anbietet. Der fächer- und fakultätsübergreifende Studiengang »Interdisziplinäre Kulturanalyse: Gender Studies« soll künftig alle Promotionsprojekte der CAU vernetzen, die sich mit dem Verhältnis der Geschlechter befassen.

Die Doktorandinnen und Doktoranden müssen für die Promotion nicht aus ihrer Fakultät ausscheiden, sondern werden auch weiterhin dort betreut. Das sechssemestrige Programm ermöglicht aber einen interdisziplinären Austausch mit anderen Promovierenden zu diesem Thema. »Unsere Erfahrung ist, dass viele Doktorandinnen und Doktoranden alleine vor dem PC sitzen und sich unsicher sind, ob sie die Anforderungen der Promotion erfüllen«, erläutert Dr. Esther Leroy, die den im Dezember eröffneten Studiengang koordiniert. »Unser Programm sieht einen intensiven Austausch zwischen den Studierenden vor, aber auch Veranstaltungen zur Theorie und Geschichte der Genderforschung.«

Die Themenpalette der Gender Studies ist breit: Eine Juristin, die im Rahmen des neuen Programms promoviert, beschäftigt sich mit dem Phänomen der geschlechtsspezifischen Verteilung von Kriminalität. Eine Pädagogin entwickelt szenische Darstellungsweisen für den Schulunterricht, mit denen man geschlechtsspezifische und kulturelle Vorurteile sichtbar machen kann. Die weibliche Psyche im Spannungsfeld zwischen Geschlecht und ethnischer Abstammung thematisiert eine Literaturwissenschaftlerin und analysiert dafür zeitgenössische Romane mit postkolonialem Hintergrund. Der Promotionsstudiengang ist für beide Geschlechter und für alle Fakultäten offen. In regelmäßigen Abständen finden öffentliche Veranstaltungen zu ausgewählten Themen der Gender Studies statt.

Weitere Informationen: Tel: 0431 / 880-3181
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