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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Unizeit – Nachrichten aus der Universität Kiel

unizeit Nr. 29 vom 09.04.2005, Seite 1  Übersicht  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Editorial

von Professor Jörn Eckert


Liebe Leserin, lieber Leser,

Wettbewerb und Profilbildung sind gerne gebrauchte Schlagworte im Zusammenhang mit der Reform der Universitätslandschaft. Die Hochschulen konkurrieren miteinander – um Studierende wie um Forschungsgelder – und können sich nur mit Hilfe ausgeprägter eigener Profile behaupten. Anders als in der Wirtschaft lässt sich Wettbewerb zwischen Hochschulen allerdings durchaus durch Absprachen gestalten.

Der Kooperationsvertrag zwischen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Universität Hamburg ist das beste Beispiel: Bei der Weiterentwicklung beider Hochschulen stimmt man sich ab. Was am einen Ort zum besonderen Profil beiträgt, wird am anderen langfristig nur zur Unterstützung der Forschung in den Nachbardisziplinen gehalten. Schmerzlich trennen müssen sich bei konsequenter Weiterentwicklung beide Hochschulen von der Vorstellung, alle Fächer zum Studium anbieten zu können. Bei einer reduzierten Liste an Studienfächern, auf die die Zukunft hinläuft, bekommen die Studierenden jedoch unterm Strich mehr geboten, das Programm aus der Nachbaruniversität noch gar nicht mitgerechnet.

Noch ein anderer Gewinn steht deutlich vor Augen: Die Zusammenarbeit der profilierten Bereiche, die sich langfristig ergänzend entwickeln und mehr Unterstützung erfahren werden, schafft neue Qualitäten in der Forschung und wird bei gemeinsamen Projekten die Möglichkeiten verbessern, Drittmittel einzuwerben. Eine große Chance besteht hier zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Deutschen Elektronen-Synchroton (DESY) in Hamburg. Dort werden durch die Errichtung eines universitären Forschungszentrums der Unis Kiel und Hamburg die Stärken gebündelt und für innovative Drittmittelprojekte nutzbar gemacht.

Der erste Schritt zwischen Hamburg und Kiel ist getan, der Rahmen ist da. Nun gilt es, für einzelne Bereiche diesen Rahmen auszugestalten. Dass jede Entscheidung zugunsten der einen oder anderen Uni in den einzelnen Fächern schwer zu verwinden sein wird, lässt sich leicht voraussehen. Dennoch scheint ein Weg gefunden, die Weiterentwicklung der beiden Hochschulen auch angesichts knapper Kassen zu bewältigen. Profilbildung im Wettbewerb durch Zusammenarbeit und Verständigung heißt die neue Formel aus dem Norden, die als Hochschulkooperation über Ländergrenzen hinweg (bisher noch) einmalig erscheint.

Professor Jörn Eckert
Rektor
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