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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Unizeit – Nachrichten aus der Universität Kiel

unizeit Nr. 32 vom 22.10.2005, Seite 1  Übersicht  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

im Herbst 1945 nahm die Kieler Universität den Lehrbetrieb wieder auf. 60 Jahre später feiern wir diesen Neuanfang am 31. Oktober mit einem Programm, zu dem Sie alle eingeladen sind. Dass eine Universität mit einer Jahrhunderte alten Geschichte diesen Anlass überhaupt begeht, zeigt, wie stark der Nationalsozialismus das wissenschaftliche Leben in Deutschland zugrunde gerichtet hatte. Die Bomben der Alliierten trafen Bauten, in denen freie Forschung und Lehre schon lange nicht mehr hatten stattfinden können. Von der führenden Wissenschaftsnation, die Deutschland bis zur Machtübernahme der Nazis weltweit gewesen war, war nach der Vertreibung oder Ermordung jüdischer und freigeistiger Wissenschaftler nur noch wenig übrig. Das in Trümmern liegende Hauptgebäude im Kieler Schlossgarten war ein Symbol dafür. Trauer überkommt uns, wenn wir an die Ruine in der Stadtmitte denken, die fortschrittsgläubigen Stadtplanern zum Opfer fiel und abgerissen wurde. Eine neue Universität sollte außerhalb der Stadt, auf der »grünen Wiese« entstehen.

Wir arbeiten nun auf einem Campus, der den Charme der siebziger Jahre atmet. 340 Jahre Tradition sind äußerlich kaum mehr wahrzunehmen. Geblieben ist der Name des Stifters Christian Albrecht: Er erinnert uns an den Herzog, der seine Staatsdiener nicht länger im fernen Greifswald ausbilden lassen wollte. Außerdem zeugen die Universitätsfarben und -symbole von der langen Tradition. Sie wurden zur Gründung im Jahr 1665 in der Universitätsverfassung festgelegt: ein Violett als Hochschulfarbe und ein barockes Siegel. Es zeigt eine allegorische Frauengestalt, die den Palmzweig in der linken Hand, ein Füllhorn im rechten Arm, Frieden und Wohlstand versinnbildlicht: »Pax Optima Rerum / Der Frieden ist das höchste Gut« lautet der Wahlspruch.

Als Zeichen eines lebendigen historischen Geistes bewegt sich dieses Siegel durch alle Druckerzeugnisse der Universität. Es erinnert uns an das Wichtigste: dass wir uns unserer Geschichte nicht nur vergewissern, sondern sie auch genau anschauen, lebendig erhalten und alltäglich mit ihr umgehen.

Professor Jörn Eckert
Rektor
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