Konkurs abwenden?
Jedes Jahr gerät eine Vielzahl von Firmen unter die Konkursverwaltung. Juristen mit fundierten Kenntnissen im Insolvenzrecht haben gute Chancen auf einen Arbeitsplatz. An der Kieler Universität bekommen die Studierenden das Rüstzeug für die Praxis.

Foto: Susanne Ludwig
»Mit der Krise der Bremer Vulkan-Werft (im Jahr 1997) kam das Thema Insolvenz zum ersten Mal in das Bewusstsein vieler Deutscher«, erklärt Professor Stefan Smid von der Juristischen Fakultät. »Wenn früher ein Unternehmen pleite war, kaufte meistens die Konkurrenz die Firma und übernahm die Beschäftigten. Inzwischen hat sich die wirtschaftliche Situation in Deutschland grundlegend geändert. Wenn heute ein Unternehmen schließen muss, gehen die Arbeitsplätze in der Regel verloren. Mit dem Insolvenzverfahren gibt es die Möglichkeit, das Unternehmen zu sanieren und zu retten, wie das etwa bei Herlitz gelungen ist.«
An der Kieler Universität bietet die einjährige Schwerpunktausbildung »Zivilverfahren« die Möglichkeit, fundierte Kenntnisse im Insolvenzrecht zu erwerben. Es berührt als Querschnittsmaterie zahlreiche andere Rechtsgebiete wie Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht, Öffentliches Recht oder EU-Recht. Da das Insolvenzrecht außerdem einen starken Praxisbezug hat, eignet sich die Schwerpunktausbildung gleichzeitig sehr gut dazu, andere Rechtsgebiete zu vertiefen und zu handhaben.

Foto: Susanne Ludwig
Im Juni veranstaltete Smid gemeinsam mit der Hanns-Martin-Schleyer-Stiftung ein Symposium zum deutschen und internationalen Insolvenzrecht. An der Veranstaltung nahmen über hundert Praktiker des Insolvenzrechts teil, außerdem viele Studierende. Das Fazit der Experten: Die Bedeutung des Insolvenzrechts wächst. Es bietet immer mehr Handlungsmöglichkeiten, um zum Beispiel den Konkurs von Unternehmen abzuwenden, dafür sind aber auch kompliziertere und riskantere Verfahren nötig. (js)
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