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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Unizeit – Nachrichten aus der Universität Kiel

unizeit Nr. 32 vom 22.10.2005, Seite 1  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Konkurs abwenden?

Jedes Jahr gerät eine Vielzahl von Firmen unter die Konkursverwaltung. Juristen mit fundierten Kenntnissen im Insolvenzrecht haben gute Chancen auf einen Arbeits­platz. An der Kieler Universität bekommen die Studierenden das Rüstzeug für die Praxis.


Das Insolvenzrecht berührt Juristen in vielen Bereichen ihrer Arbeit. Nicht nur Unternehmens­pleiten sind davon betroffen, sondern auch andere materielle Rechtsprobleme, etwa zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, zwischen Bank und Kunde oder innerhalb von Familien. Obwohl das Insolvenzrecht schon seit jeher zum Kern der bürgerlichen Rechtsordnung gehört, spielte es lange Zeit in der Öffentlichkeit kaum eine Rolle. Erst seit Inkrafttreten der Insolvenz-ordnung im Jahr 1999 und im Zuge einiger spektakulärer Fälle nahmen auch die Medien und damit große Teile der Bevölkerung Notiz davon.

»Mit der Krise der Bremer Vulkan-Werft (im Jahr 1997) kam das Thema Insolvenz zum ersten Mal in das Bewusstsein vieler Deutscher«, erklärt Professor Stefan Smid von der Juristischen Fakultät. »Wenn früher ein Unternehmen pleite war, kaufte meistens die Konkurrenz die Firma und übernahm die Beschäftigten. Inzwischen hat sich die wirtschaftliche Situation in Deutschland grundlegend geändert. Wenn heute ein Unternehmen schließen muss, gehen die Arbeitsplätze in der Regel verloren. Mit dem Insolvenzverfahren gibt es die Möglichkeit, das Unternehmen zu sanieren und zu retten, wie das etwa bei Herlitz gelungen ist.«

An der Kieler Universität bietet die einjährige Schwerpunktausbildung »Zivilverfahren« die Möglichkeit, fundierte Kenntnisse im Insolvenzrecht zu erwerben. Es berührt als Querschnitts­materie zahlreiche andere Rechtsgebiete wie Bürgerliches Recht, Arbeits­recht, Öffentliches Recht oder EU-Recht. Da das Insolvenzrecht außerdem einen starken Praxisbezug hat, eignet sich die Schwer­punktausbildung gleichzeitig sehr gut dazu, andere Rechtsgebiete zu vertiefen und zu handhaben.

Foto: Susanne Ludwig

Mit der Bedeutung des Insolvenzrechts in der Praxis steigen auch die Anforderungen an die Ausbildung, sagt Professor Smid: »Wir legen großen Wert da­rauf, dass die Studierenden bei uns die theore­tischen Grundlagen des Insolvenzrechts lernen, aber auch Methoden, um Fälle zu lösen. Für die Dauer eines Jahres finden möglichst praxisnahe Veranstal­tungen statt, die immer einen Bezug zu aktuellen materiellen Rechtsproblemen haben. Allerdings kann man an der Universität nicht vermitteln, wie man ein Unternehmen als Insolvenzverwalter "abwickelt". Das lernt man erst in der Praxis.«

Im Juni veranstaltete Smid gemeinsam mit der Hanns-Martin-Schleyer-Stiftung ein Symposium zum deutschen und internationalen Insolvenzrecht. An der Veranstaltung nahmen über hundert Praktiker des Insolvenzrechts teil, außerdem viele Studierende. Das Fazit der Experten: Die Bedeutung des Insolvenzrechts wächst. Es bietet immer mehr Handlungsmöglichkeiten, um zum Beispiel den Konkurs von Unternehmen abzuwenden, dafür sind aber auch kompliziertere und riskantere Verfahren nötig. (js)
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