Ökobon
Landwirte erhalten Gelder für ökologische Leistungen, die dem Naturschutz dienen. Eine Doktorarbeit am Ökologie-Zentrum zeigt neue, sinnvolle Wege der Honorierung auf.
Die Bedeutung der Landwirtschaft für den Naturschutz nimmt immer mehr zu. Durch ökologische Leistungen tragen die Landwirte dazu bei, den Gedanken des Umweltschutzes zu verwirklichen und in Deutschland eine Kulturlandschaft zu erhalten, die auch auf europäischer Ebene gefordert wird.
Die öffentliche Hand steuert die Aktivitäten der Landwirte, indem sie bestimmte ökologische Leistungen belohnt. Zum einen profitieren die Bauern von den Flächenprämien der EU, zum anderen haben die deutschen Bundesländer Programme aufgelegt, mit denen sie bestimmte Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung unterstützen. Eine fächerübergreifende Dissertation von Dr. Bettina Matzdorf beschäftigte sich im Rahmen des Graduiertenkollegs »Integrative Umweltbewertung « damit, wie ökologische Leistungen zurzeit honoriert werden und wie man dieses System zukünftig optimieren könnte. Für ihre Arbeit erhielt Matzdorf den Fakultätspreis für die beste Promotion der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät.
Die Diplomingenieurin für Landschaftsplanung erläutert das Thema mit einem Beispiel: »Ein Landwirt wird heute dafür belohnt, dass er weniger Düngemittel einsetzt. Dabei spielt es keine Rolle, wo er die Düngung reduziert. Es kann also sein, dass sein Verhalten aus Sicht des Naturschutzes kaum Effekte hervor- bringt. Ich gehe deshalb davon aus, dass man mehr erreicht, wenn die Honorierung der Leistung an die Qualität des Ergebnisses geknüpft wird – also Ergebnisse statt Maßnahmen honoriert werden. Dafür ist es nötig, dass Landwirte beraten werden und Informationen auf Basis wissenschaftlicher Grundlagen erarbeitet und bereitgestellt werden.« Entscheidender Vorteil der ergebnisorientierten Honorierung sei, so Matzdorf, dass der Landwirt Eigeninitiative entwickle, um die geforderten Ergebnisse zu erreichen. Er könne entscheiden, in welcher Art und Weise er ein nachgefragtes ökologisches Gut produziert, und habe damit einen Anreiz zur Suche nach Handlungsalternativen. Weitere Vorteile seien höheres Innovationspotenzial, Förderung von Kontinuität, Förderung kooperativen Handelns und nicht zuletzt eine veränderte gesellschaftliche Risikoverteilung.
Die Arbeit von Matzdorf hat einen sehr aktuellen Bezug: So soll in den kommenden Jahren die europäische Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt werden, die Qualitätsziele für Gewässer und den Gewässerschutz umfassend neu regelt. In diesem Zuge, so die Wissenschaftlerin, müssten Ansätze entwickelt werden, die die Honorierung ökologischer Leistungen wirksamer und wirtschaflicher machen. (js)
Zuständig für die Pflege dieser Seite:
Pressestelle der Universität
► presse@uv.uni-kiel.de






