Suchen Sitemap Kontakt Impressum

Studierende | Studieninteressierte | Presse | Fördern
Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte | Alumni | Wirtschaft | Intranet

Zur Startseite

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Unizeit – Nachrichten aus der Universität Kiel

unizeit Nr. 32 vom 22.10.2005, Seite 6  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Buchtipp

Tabu-Thema Folter


Die Rechtslage ist vom Grundsatz her eindeutig: Sowohl unsere nationalen Gesetze als auch internationale Deklarationen verbieten Folter ausnahmslos. Dennoch werden in Theorie und Praxis immer wieder Ausnahmen zugelassen. Unvergessen und festgehalten in Bildern ist zum Beispiel die systematische Folterung von irakischen Gefangenen durch US-Soldaten. Oder der Fall des früheren stellvertretenden Präsidenten der Frankfurter Polizei, Wolfgang Daschner. In Verhören drohte Daschner 2002 dem Entführer eines Jungen Folter an, um das Versteck des Jungen zu erfahren und dessen Leben zu retten. Dies sind nur zwei bekannte Beispiele, die offenbaren, wie aktuell das Thema auch heute ist.

Darf Folter in Ausnahmefällen angedroht oder gar eingesetzt werden, zum Beispiel um ein Menschenleben zu retten? Heiligt der Zweck die Mittel? Informationen und Argumente für diese Diskussion lieferte die Ringvorlesung »Folter – Praxis, Verbot, Verantwortlichkeiten«, die Professor Heribert Ostendorf, der Leiter der Forschungsstelle für Jugendstrafrecht und Kriminalprävention, zusammen mit dem Zentrum für Ethik im Sommersemester 2003 organisiert hatte. Die Vorträge werden jetzt in einer Schrift dokumentiert. Der Einsatz von Folter wird hier aus der Sicht des Völker- und Strafrechts, der Theologie und aus medizinisch-psychiatrischer Sicht diskutiert.

Ostendorf: »Wir wollten uns Klarheit verschaffen über die Rechtslage, wollten die Probleme in konkreten Notstandssituationen erörtern, wollten unser Rechtsbewusstsein schärfen, um so nicht nur emotional, sondern auch rational Position zu beziehen. Letztlich geht es um die ethischen Grundregeln im staatlichen Umgang mit Menschen.«
Zum Seitenanfang  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung



Zuständig für die Pflege dieser Seite: Pressestelle der Universität, presse@uv.uni-kiel.de