| unizeit Nr. 32 vom 22.10.2005, Seite 7 |
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Glossiert
Leibniz – eine Eselsbrücke

Foto: pur.pur
Es gibt Straßennamen, deren Herkunft ist sonnenklar: die Eckernförder Straße zum Beispiel, die nach Eckernförde führt, oder die Rathausstraße, in der das Rathaus steht. Andere wiederum werfen Fragen auf: War es das schmackhafte Leibnitzer Kürbiskernöl? Oder aber das idyllische Schlösschen am Ufer der Mur, das die Kieler Stadtväter dazu bewegt hat, eine Straße nach dem Städtchen Leibnitz in der Steiermark zu benennen? Weder noch. Und es sind auch nicht die Stadtväter, sondern einfache Bürger, Leute wie du und ich, die dem 6700-Seelen-Ort in Österreich immer wieder diese Ehre zuteil werden lassen. In Briefen, auf Notizen, ja selbst im Internet outen sie sich: die Leibnitz-Fans. Dabei haben die wenigsten von ihnen je einen Fuß in die Steiermark gesetzt. Aber sie alle trennt nur eine kleine Spitze, achtlos hingekritzelt zwischen i und z, von einem deutschen Genie: Wilhelm Freiherr von Leibniz – Philosoph, Mathematiker, politischer Schriftsteller und Forscher des 17./18. Jahrhunderts. Doch der kann sich nicht mehr wehren, allenfalls noch im Grabe umdrehen angesichts solcher Achtlosigkeit. Die Liste seiner Verdienste ist so lang, dass man die längste Straße auf dem Uni-Campus nach ihm benannt hat. Was ist schon Kürbiskernöl gegen die Entdeckung der Integralrechnung? Drum merke: Schreib Leibniz nicht mit t, denn es tut ihm weh!
(so)
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