Willkommen Bachelor
Bis vor kurzem waren die neuen Studienabschlüsse in der Wirtschaft weitgehend unbekannt. Aber die Zustimmung wächst genauso wie die Anzahl der Hochschulabgänger mit Bachelor.
Die große Mehrheit der Unternehmen akzeptiert laut einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln im Jahr 2004 Bachelor- in gleichem Maße wie Master-Absolventen. Die Zustimmung wächst mit der Unternehmensgröße und dem Akademikeranteil unter den Beschäftigten, der sich auch in Kleinunternehmen positiv auf die Akzeptanz auswirkt. Zwei Drittel der Unternehmen, die Master beschäftigen, haben auch Bachelor eingestellt. Die Umfrage widerlegt die Annahme, dass Master-Abschlüsse grundsätzlich besser akzeptiert seien als Bachelor-Abschlüsse. Dabei kommen für Bachelor-Absolventen verschiedene Einstiegspositionen in Frage, entweder auf dem Level von Absolventen der Berufsausbildung oder auf dem Level von Akademikern. Nur 37 Prozent der befragten Unternehmen haben eine vorab festgelegte Meinung. Etwa 21 Prozent urteilen grundsätzlich nach dem Einzelfall und knapp 28 Prozent geben verschiedene Optionen an. Bachelor-Absolventen haben bei zwei Dritteln der Unternehmen die gleichen Karrierechancen wie traditionelle Hochschulabsolventen. Bei Unternehmen, die bereits Bachelor-Absolventen beschäftigen, steigt dieser Anteil auf 73 Prozent. Dort, wo noch Zurückhaltung besteht, können Karrierechancen durch eine längere Zeit der Bewährung im Unternehmen verbessert werden. Die Unternehmensbefragung erfolgte durch einen ergänzenden Fragebogen zur Frühjahrsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft. Insgesamt 672 Unternehmen aus allen Branchen haben im Zeitraum Mai bis Juni 2004 den Fragebogen beantwortet. Damit konnte eine Rücklaufquote von 14 Prozent erreicht werden.
Hans Joachim Beckers von der Industrieund Handelskammer zu Kiel bestätigt die gute Akzeptanz der neuen Studienabschlüsse in der Wirtschaft. »Bis vor kurzem war der Informationsstand, was Bachelor und Master überhaupt ist, sehr gemischt. Es gab auch Betriebe, die davon noch gar nichts gehört hatten oder jedenfalls nicht viel damit verbinden konnten. Das hat sich sehr schnell verbessert«, sagte der Leiter des Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung bei der IHK. Unsicherheiten gebe es aber immer noch, zum Beispiel wo der Bachelor-Abschluss eigentlich einmünden soll und ob er als Einstieg in den Beruf ausreiche. »Es gibt aber auch Betriebe, insbesondere solche, die auch im Ausland tätig sind, die sehen da gar keine Probleme. Die sagen, das funktioniert hervorragend«, so Beckers. Sie schätzten vor allem die praxisnahe Qualifikation.
Auch die Bilanz von Professor Siegfried Wolffram, dem Dekan der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät, zur Umstellung an der eigenen Fakultät fällt positiv aus. »Seit der Einführung von Bachelor- und Master-Studiengängen im Jahr 2000 nimmt die Zahl der Neueinschreibungen stark zu. Die Erstsemesterzahlen haben sich mehr als verdoppelt. Und die Akzeptanz von Seiten der Studierenden war von Anfang an gut.« Die Berufsaussichten für Agraringenieure mit dem Master of Science seien sehr gut, insbesondere im Nutztierbereich. »Wenn sie ein bisschen mobil sind, haben sie oft schon vor dem Abschluss ein Jobangebot«, berichtet der Professor für Tierernährung. Und auch Bachelor-Absolventen scheinen den Sprung in die Praxis zu schaffen, denn nur etwa 50 bis 60 Prozent von ihnen steigen in das Master-Programm ein, so Wolffram. Statistische Daten zum beruflichen Verbleib der Bachelor-Absolventen liegen jedoch bisher nicht vor. (ne)
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