| unizeit Nr. 33 vom 10.12.2005, Seite 7 |
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Prof. Dr. Ralph Lucius
Molekulare Vorgänge an Nervenzellen

Ralph Lucius Foto: privat
Warum sind Nervenfasern im Zentralnervensystem nicht in der Lage, nach einer Verletzung ihre ehemals intakten Verbindungen wieder herzustellen? Mit dieser Kernfrage, die zum Beispiel für die Behandlung von Querschnittsgelähmten von besonderer Bedeutung ist, beschäftigte sich Professor Ralph Lucius in seiner Habilitationsschrift. Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit liegen im Bereich der molekularen Neuroanatomie und Neuroimmunologie. »Dabei geht es darum, die Mechanismen auf zellulärer und molekularer Ebene aufzudecken, die für neurodegenerative Erkrankungen wie Morbus Parkinson kennzeichnend sind«, erklärt der Arzt und Biologe. »Wir wollen verstehen, wie entzündliche Prozesse bei diesen Erkrankungen entstehen, um diese experimentell dann so zu beeinflussen, dass die Entzündung und der nachfolgende Nervenzellverlust reduziert oder gestoppt werden können.« Darauf aufbauend könnten neue Therapiekonzepte entwickelt werden.
Eine Einbindung und aktive Beteiligung an den Forschungsschwerpunkten der Universität Kiel sieht Lucius insbesondere im Bereich der Neurowissenschaften (Forschungszentrum Integrative Neurowissenschaften), im Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (ZMB) und in der Extension »Neuroimmunologie« des beantragten standortübergreifenden Exzellenzclusters »Entzündung«.
(ne)Ralph Lucius, 46 Jahre. Seit Oktober 2005 Professor für Anatomie an der Christian-Albrechts-Universität. Geboren in Gießen. Studium der Fächer Biologie und Humanmedizin an der Universität Kiel. 1991 Promotion im Fach Biologie. Wissenschaftlicher Assistent am Anatomischen Institut. 1998 Approbation als Arzt und Habilitation für das Fach Anatomie an der CAU. Hoch-schuldozent am Anatomischen Institut.
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