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unizeit Nr. 36 vom 27.05.2006, Seite 7  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Buchtipp

Plädoyer für ein Bildungskonzept


Ein Land wie Deutschland, das arm an natürlichen Ressourcen ist, kann seinen Wohlstand nur erhalten, wenn es in Bildung investiert. Diese Botschaft hören wir im Zuge der aktuellen Bildungsdebatte regelmäßig. Ökonomen haben nachgewiesen, dass zwischen Bildungsausgaben und dem Wachstum einer Volkswirtschaft Zusammenhänge bestehen. Aber was ist aus ökonomischer Sicht die richtige Bildungspolitik? Dies soll die Bildungsökonomie beantworten.

Tatsächlich hat die bisherige Bildungsökonomie jedoch zu einer Bildungspolitik geführt, die ihr erklärtes Ziel – Bildungsein­richtungen ökonomisch effizienter zu machen – verfehlt hat, meint der Kieler Wirtschaftspädagoge Dr. Volker Bank. In dem von ihm herausgegebenen Buch »Vom Wert der Bildung« betont er den Unterschied zwischen der Qualifikation, die immer an bestimmte Funktionen gebunden ist, und der Bildung, die stabiles Wissen darstellt.

Sein Fazit: »Das Verfolgen von Qualifikation als Ziel von Erziehung kann ökonomisch kurzfristig von Vorteil sein, in der mittleren und längeren Frist jedoch können umso größere Nachteile daraus erwachsen. Bildung hingegen ist weniger gut zu erfassen und zu handhaben, langfristig zahlt sich ein Bildungskonzept in der Erziehung auch ökonomisch aus.« Ökonomisch effiziente Schulen bedürfen nach seiner Schlussfolgerung einer entsprechenden Professionalität und Freiheit in den didaktischen Entscheidungen. Das Buch richtet sich an alle, die sich mit Bildungsökonomie beschäftigen oder sich für Bildungspolitik interessieren, sowie an Pädagogen, Lehrer und Schulleiter. (ne)

Volker Bank (Hrsg.): Vom Wert der Bildung. Bildungsökonomie in wirtschaftspädagogischer Perspektive neu gedacht. Bern 2005.
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