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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Unizeit – Nachrichten aus der Universität Kiel

unizeit Nr. 37 vom 15.07.2006, Seite 4  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Hinter den Kulissen

Das Stadtmuseum Warleberger Hof zeigt zurzeit eine Ausstellung mit Gemälden, die sich ehemals in einer der größten privaten Kunstsammlungen Norddeutschlands befunden haben. Kieler Studierende leisteten die Vorarbeit hierzu.


Die Seminarteilnehmer legen selbst Hand an.

Die Idee für das Katalog- und Ausstellungsprojekt entstand in einem Proseminar von Dr. Ulrike Wolff-Thomsen am Kunsthistorischen Institut. Die Dozentin bot im Sommersemester 2005 ein Seminar über den Kieler Kunstsammler Dr. Paul Wassily (1868 – 1951) an. Im Laufe der Veranstaltung beschäftigten sich die Studierenden intensiv mit seiner Sammlung, die in großen Teilen im 2. Weltkrieg zerstört wurde und die es zu rekonstruieren galt. Die Studierenden sahen alte Inventarbücher durch, recherchierten im Kieler Stadtarchiv, besuchten norddeutsche Museen, in denen Werke aus der Sammlung hängen, und starteten einen Aufruf in der Presse. Auch das Testament Wassilys und einen Nachlasskatalog fanden sie wieder auf.

Sechs der insgesamt 18 Seminarteilnehmer mit Dozentin. Von links:: Amélie Harder, Miriam Pöpken, Antje Lappöhn, Kirstin Mannhgardt, Nadine Kröhn, Christian Schulz und Dr. Ulrike Wolff-Thomsen. Foto: pur.pur

Nach Abschluss der Recherchen stand das über­raschende Ergebnis fest: Mehr als 270 Werke der Sammlung von Wassily sind an verschiedenen Stel­len noch erhalten, fast doppelt so viele wie ursprüng­lich angenommen. Wassily hatte zu seinen Lebzeiten mehrere Tausend Werke der zeitgenös­sischen Malerei gesammelt, vom Naturalismus über den Impressionismus bis hin zum Expressionismus. Darüber hinaus pflegte der Kieler Arzt auch persönliche Kontakte zu wichtigen Künstlern seiner Zeit, etwa zu Emil Nolde oder Otto Modersohn.

Die Ergebnisse der Recherchen sind so weitrei­chend, dass das Stadtmuseum Warleberger Hof gerne bereit war, eine Ausstellung zu zeigen. Die Studierenden nahmen die Idee begeistert auf und schritten zur Tat. Das eher theoretisch angelegte Seminar entwickelte sich zum handfesten »Training on the Job«. Parallel zu den Recherchen arbeitete die Studentengruppe am Katalog zur Ausstellung. Künstlerbiographien und einführende Texte mussten formuliert werden, die Werke ausgewählt, beschrieben und in den Kontext gesetzt werden. Darüber hinaus entwickelten die Studierenden Kontakte zu verschiedenen Museen und Kunsthistorikern, machten Öffentlichkeitsarbeit und waren am Druck des Kataloges beteiligt. Nach insgesamt rund einem Jahr Vorarbeit wurde die Ausstellung am 16. Juni unter dem Titel »Ich muss ja … sammeln« eröffnet. 45 Werke aus Wassilys Sammlung sind darin noch bis zum 20. August zu sehen.

Wolff-Thomsen hält die Arbeit der angehenden Kunsthistoriker für eine gute Vorbereitung auf ihr späteres Berufsfeld: »Einen besseren Einblick in die künftige berufliche Praxis kann man kaum bekommen. Es ist sehr schön, dass die Studierenden nun so viel Anerkennung finden – weit über Kiel hinaus.« Im kommenden Jahr wird die Ausstellung mit anderer Werkauswahl im Schloss vor Husum zu sehen sein.

Unterstützt wurde das Projekt durch die Dr.- Peter-Hirschfeld-Stiftung und die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein, die Druckkostenzuschüsse für die Produktion des eindrucksvollen Kataloges leisteten. Auch das Dekanat der Philosophischen Fakultät und das Rektorat der Kieler Universität standen hilfreich zur Seite. (js)

Stadtmuseum Warleberger Hof, Dänische Straße 19, täglich 10 bis 18 Uhr
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