Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,seit Montag sind sie da – unsere neuen Studierenden. Jetzt frisch nach dem Abitur, der Bundeswehr oder einem sozialen Jahr werden sie binnen weniger Jahre Partner in unseren Forschungslabors und Bibliotheken werden.
Die engagierten unter ihnen werden sich nach ein paar Semestern, die anderen spätestens mit ihrer Diplom-, Magister oder Masterarbeit derart in ein Thema vertieft haben, dass sie ihren Professoren voraus sind – in dem Spezialbereich, den sie gewählt haben, dort aber besser beschlagen als wir. Formale Hierarchien lösen sich in dem Moment auf, man verkehrt naturgemäß auf gleicher Augenhöhe.
Es ist ein geradezu dramatischer Erkenntnisprozess, den junge Menschen während ihres Studiums durchlaufen. Dieser Prozess und die Entwicklung zu einer selbständigen, gebildeten Persönlichkeit ist einer der wichtigsten Erfolge, die der Aufenthalt an der Universität hervorbringen kann. Man möchte ihn möglichst vielen Jungen wünschen!
Für uns Lehrende gleicht es immer wieder einem Wunder, wie viel Kraft und Kreativität die Jugend entwickelt. Möge sie sich gegen widrige Umstände und auch in schwierigen Situationen als robust erweisen, ihren eigenen Weg zu gehen. Wenn dieser auf der Grundlage und im Sinne des humanen Menschenbildes beschritten wird, auf dem auch die Universität begründet ist, haben wir Erfolg gehabt.
Professor Thomas Bauer
Prorektor
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