Passkontrolle
Der vor einem Jahr in Deutschland eingeführte elektronische Reisepass enthält unter anderem das digitalisierte Passfoto sowie ab März 2007 zwei Fingerabdrücke. Vor Datenklau schützen diverse technische Finessen.

Foto: pur.pur
Auch der Personalausweis wird in Zukunft mit einem Chip ausgestattet sein. Die Vorbereitungen für den digitalen Personalausweis haben gerade begonnen.
Die beim ePass zum Einsatz kommenden Sicherheitsmechanismen erläuterte Dr. Marian Margraf vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in Bonn bei einem Gastvortrag im Rahmen des Informatik-Kolloquiums. »Ein wesentlicher Grund für die Einführung der ePässe war es, ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal zu schaffen, um Fälschungen zu erschweren beziehungsweise gefälschte Pässe besser aufspüren zu können «, betonte Margraf, der an der CAU studiert und promoviert hat. Die Daten auf dem Chip werden bei der Produktion des Passes mit einer digitalen Signatur gesichert, so dass jede Form von unechten beziehungsweise manipulierten Daten zu erkennen ist. Diese Signatur kann nur der Passproduzent, in Deutschland die Bundesdruckerei, erstellen. Die Lesegeräte an den Grenzkontrollen oder auch in Hotels können lediglich die Gültigkeit der Signaturen kontrollieren und damit die Echtheit des Passes überprüfen.
Margraf: »Es gibt heute schon Geräte an den Grenzkontrollstellen, so genannte Verifier, die die physikalischen Sicherheitsmerkmale der herkömmlichen Pässe, wie Hologramme, überprüfen. Die Geräte für die neuen ePässe sehen im Grunde genauso aus, nur dass sie parallel dazu die kryptografischen Sicherheitsmerkmale testen. Das heißt, sie prüfen, ob die im Chip gespeicherte Signatur gültig ist. Außerdem wird verglichen, ob die aufgedruckten Daten mit den Daten auf dem Chip identisch sind. In dem Fall geht man davon aus, dass der ePass nicht gefälscht ist.«

Messestand der Bundesdruckerei GmbH, eine Mitarbeiterin zeigt ein Verfahren zur Gesichtserkennung. Foto: Andreas Buck
Der elektronische Reisepass ist nach Angaben des Mathematikers nicht für automatische Grenzkontrollen vorgesehen. »Eine automatische Gesichtserkennung als alleinige Kontrolle ist nicht geplant. Es wird weiterhin der Grenzbeamte da sein, der die Bilder vergleicht. Das Lesegerät ist nur dafür da, zu prüfen, ob die Signaturen von der Bundesdruckerei erstellt wurden.«
Wenn im nächsten Jahr zwei Fingerabdrücke die biometrischen Daten auf dem Chip ergänzen, kommt ein zusätzlicher Sicherheitsschritt dazu. Dieser soll verhindern, dass die Fingerabdrücke von unberechtigten, das heißt nicht staatlichen Lesegeräten aus dem RFChip gelesen werden. Margraf: »Die Lesegeräte bekommen Zertifikate, also signierte Datenstrukturen, in denen unter anderem die Zugriffsrechte festgelegt sind. Dadurch kann der Pass überprüfen, ob das Lesegerät eine gültige Signatur hat, und nur diesen Lesegeräten erlaubt der Pass, die digitalen Fingerabdrücke auszulesen.« (ne)
Weitere Informationen: www.epass.de
Übrigens
... hat der bisherige Reisepass mit Einführung der neuen ePässe nicht automatisch seine Gültigkeit verloren. Solange der alte Reisepass gültig ist, können damit wie bisher alle Länder bereist werden, auch die Vereinigten Staaten.
... müssen USA-Reisende mit aufwändigen Kontrollen nach der Ankunft rechnen. Dabei werden häufig auch die Fingerabdrücke erfasst und in eigenen Datenbanken gespeichert, egal ob sie mit dem alten oder neuen Pass einreisen.
... werden die Fingerabdrücke für die zweite Generation von ePässen mit einem Scanner aufgenommen und nicht mit Tinte, wie man es aus Film und Fernsehen kennt. Voraussichtlich ab März 2007 werden diese zusätzlichen biometrischen Daten in den Reisepass aufgenommen.
... enthält auch der bisherige Reisepass biometrische Daten wie Augenfarbe, Größe und Gesichtsbild.
... müssen USA-Reisende mit aufwändigen Kontrollen nach der Ankunft rechnen. Dabei werden häufig auch die Fingerabdrücke erfasst und in eigenen Datenbanken gespeichert, egal ob sie mit dem alten oder neuen Pass einreisen.
... werden die Fingerabdrücke für die zweite Generation von ePässen mit einem Scanner aufgenommen und nicht mit Tinte, wie man es aus Film und Fernsehen kennt. Voraussichtlich ab März 2007 werden diese zusätzlichen biometrischen Daten in den Reisepass aufgenommen.
... enthält auch der bisherige Reisepass biometrische Daten wie Augenfarbe, Größe und Gesichtsbild.
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