CAU - Universität Kiel
Sie sind hier: StartseitePresseUnizeitNr. 38Seite 8
unizeit Nr. 38 vom 21.10.2006, Seite 8  voriger  Übersicht  Übersicht  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Ginkgo gegen das Vergessen

Ginkgo biloba. Foto: Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel

Extrakte von Blättern des Ginkgobaumes (Ginkgo biloba) werden seit langem bei nachlassender geisti­ger Leistungs­fähigkeit und Demenzerkrankungen eingesetzt. Sie sind die meistverkauften pflanzlichen Arzneimittel aus der Gruppe der Antidementiva. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft spricht keine Empfehlung für Ginkgo-Präparate aus, da die vorliegenden Befunde zur Wirksamkeit »nicht hinreichend, oft widersprüchlich« seien.

Wissenschaftler am Institut für Tierernährung und Stoff­wechselphysiologie haben allerdings einen Beleg für die Wirksamkeit des Ginkgo-Extraktes (EGb761, Firma Schwabe) im Gehirn gefunden. »Die Verfütterung des Extraktes an Mäuse veränderte die Expression von Genen im Zentralnervensystem, die für die Entstehung von Morbus Alzheimer eine wichtige Rolle spielen können«, berichtet der Direktor des Instituts, Professor Siegfried Wolffram. In einer aktuellen Arbeit wird unter anderem untersucht, welche Inhaltsstoffe des Ginkgo-Extraktes für die beobachtete Wirkung relevant sind und ob sich die Entwicklung einer Alzheimererkrankung bei genetisch veränderten Mäusen, die frühzeitig typische Alzheimersymptome entwickeln, durch Füttern des Präparats verhindern lässt.

Die Arbeiten laufen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde (Professor Gerald Rimbach) und dem Institut für Pharmakologie (Professor Thomas Herdegen) der CAU sowie dem Veterinär-Physiologischen Institut (Professor R. Cermak) der Universität Leipzig. (ne)
Zum Seitenanfang  voriger  Übersicht  Übersicht  REIHEN  SUCHE   Druckfassung



Zuständig für die Pflege dieser Seite: Pressestelle der Universität   ► presse@uv.uni-kiel.de