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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Unizeit – Nachrichten aus der Universität Kiel

unizeit Nr. 39 vom 09.12.2006, Seite 1  Übersicht  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

diesen Herbst sind Entscheidungen gefallen, die die Wissenschaftslandschaft und vermutlich auch die CAU verändern werden: Wir haben das Exzellenzcluster »Ozean der Zukunft« zugesprochen bekommen. Man mag diese plötzlichen Geldflüsse mit Argwohn betrachten. Ich sehe sie als große Chance. Der Exzellenzclusterantrag aus Kiel hat die Gutachter einerseits wegen der in Kiel vorhandenen Expertise in den Meereswissenschaften überzeugt, andererseits aber auch, weil unser Forschungsansatz fächerübergreifend angelegt ist. Wir widmen uns auch den politischen, wirtschaftlichen und juristischen Fragen, die mit dem Ozean verbunden sind – eine willkommene Möglichkeit, das Gespräch zwischen Natur- und Geisteswissenschaften zu beleben. Die Notwendigkeit, Geisteswissenschaften zu betreiben und zu fördern, steht ganz außer Frage: Sie helfen der Gesellschaft, über sich selber zu reflektieren und sich nicht nur technisch sondern auch kulturell weiterzuentwickeln. Die kritische Reflexion der naturwissenschaftlich-technischen Forschung ist bitter nötig in einer Zeit, in der die Anwendung technischen Wissens immer größere Möglichkeiten eröffnet, aber nach wie vor ohne Rücksicht auf die ökologischen Schäden auf dem Globus erfolgt und häufig zu kurz gedacht ist.

Wir werden die Geisteswissenschaften in Zukunft auch im Rahmen der neu zu etablierenden »strukturierten Graduiertenausbildung « verstärkt fördern und fordern müssen. Es geht heute nicht mehr an, dass wir einseitig gebildete Doktoren entlassen. Universitätsabsolventen dürfen keine Fachidioten sein! Techniker und Naturwissenschaftler müssen die Folgen der Anwendung ihres Wissens für Natur und Gesellschaft überblicken, und Geisteswissenschaftler müssen wenigstens im Prinzip verstehen, was und wie in Naturwissenschaft und Technik heute gedacht wird und was diese vermögen. Unsere Erfahrung aus der Vorbereitung des Exzellenzclusterantrages zeigt, dass sich Geistes- und Naturwissenschaftler eine Menge zu sagen haben, wenn sie sich nur aufeinander einlassen. Das Jahr der Geisteswissenschaften 2007 sollte Anlass zu mehr Zusammenarbeit und Vernetzung sein: innerhalb der geisteswissenschaftlichen Fächer und zwischen den unterschiedlichen Fakultäten und Wissenschaftskulturen.

Professor Thomas Bauer
Rektor
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