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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Unizeit – Nachrichten aus der Universität Kiel

unizeit Nr. 40 vom 27.01.2007, Seite 1  Übersicht  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir begehen 2007 das Jahr der Geisteswissenschaften. Aus diesen »Humanities«, wie der Engländer sagt und damit als Thema dieser Fächer den Menschen bereits benennt, aus der Beschäftigung mit dem Menschen also sind die anderen Wissenschaften erwachsen, lang ehe man zwischen Geistes- und Naturwissenschaften überhaupt unterschied.

In einer Beitragsreihe bringt die unizeit ab dem kommenden Semester die verschiedenen Disziplinen der Geisteswissenschaften zusammen, die wir als Grundwissenschaften betrachten. Die Reihe beginnt mit dem Thema »Sprache und Literatur«, denn Sprache, Verständigung und Begrifflichkeit sind Kernfragen der Geisteswissenschaften. Auch die Theologie, die Rechtswissenschaften und die Mathematik werden innerhalb dieser Reihe zu ihrem Recht kommen.

Ausgehend von logischen Verknüpfungen hat sich die Mathematik am weitesten von ihren Wurzeln in der Philosophie entfernt. Dennoch oder gerade deshalb kann sie eine wichtige Brücke zu den technischen und Naturwissenschaften sein. Und Brücken zwischen den Wissenschaftskulturen brauchen wir dringender denn je. Um Brücken zwischen den Kulturen und Disziplinen wird es auch in einer Ringvorlesung gehen, die das Rektorat zum Jahr der Geisteswissenschaften im kommenden Semester veranstaltet.

Brückenschlag und fächerübergreifende Verbindungen sind auch das Ziel der Konzepte, die gegenwärtig für die Doktorandenausbildung entstehen. Gerade wenn wir unsere Studierenden zukünftig als Bachelor und Master schneller durch unsere Universitäten schleusen wollen, kommt der Graduiertenausbildung eine neue Bedeutung zu. Denn der Schritt zu eigenständiger wissenschaftlicher Arbeit will gut betreut sein. Die Kenntnis von Methoden und Theorien anderer Fachdisziplinen führen zu einer besseren Verständigung über Fächergrenzen hinweg und zu einer Horizonterweiterung für neue Problemlösungs­strategien. Das ist für zukünftige Doktoren aller Fachgebiete unerlässlich.

Die Geisteswissenschaften brauchen keinen besonderen Schutz, schon allein die Ergebnisse der PISA-Studien zeigen, wie wichtig sie sind. Die durch die Novellierungen der Landeshochschulgesetze »autonom« gewordenen oder noch werdenden Universitäten sollten auf die umfassende Kooperation gleichberechtigter, miteinander konkurrierender Wissenschaften setzen. Sie sollten im gesellschaft­lichen Raum ein ebenso selbstbewusstes wie verantwortbares politisches Mandat als Kompetenz­zentren für Bildung und Wissenschaft wahrnehmen.

Professor Gerhard Fouquet
Prorektor
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