Ausstellung »Hirnsturm«
Mit dem Stereotyp des verrückten Wissenschaftlers beschäftigt sich die Ausstellung »Hirnsturm« in der Medizin- und Pharmaziehistorischen Sammlung der Kieler Universität, die noch bis zum 31. Oktober zu sehen ist. Mit wirrem Haar und weißem Kittel hastet der von den eigenen Ideen besessene Wissenschaftler durch die geheimnisvolle Welt seines Labors. Bilder wie diese kennen wir aus Büchern, Filmen und Comics. Sie spiegeln unsere Ängste vor der oft unverständlichen Welt der Wissenschaft. Dabei bestimmt der Stand der Technik das Klischee. Waren es zu Beginn des 20. Jahrhunderts meist Physiker und in den sechziger Jahren dann Kernforscher, so stehen momentan, im Zeitalter der Gentechnik, häufig Biologen und Mediziner im Fokus.Entwickelt wurde die Ausstellung von dem Schweizer Kuratorenteam Palma3 um Dr. Philipp Burkard und Dr. Andreas Schwab aus Bern unter Mitwirkung verschiedener Künstler aus Berlin und der Schweiz, darunter Eva Baumann, Sabine Fassl und Reiner Matysik. Das Ausstellungskonzept besteht aus drei Teilen: »Frankenstein«, »Die Lust am Experiment« und »Wissenschaft und Verantwortung«. An die Grenzen des wissenschaftlich-kreativen Aktes gelangt man in der Abteilung »Wissenschaft und Verantwortung«.
Wo liegen die Grenzen und wer zieht sie? Wer trägt die Verantwortung? Hier finden sich Mediziner wie Professor Antinori, der 1994 einer 63-jährigen Bäuerin durch künstliche Befruchtung zu einem Kind verhalf. Und auch der Plastinator Gunther von Hagens mit seiner Ausstellung »Körperwelten« darf in diesem Zusammenhang natürlich nicht fehlen. Wo endet die Wissenschaft, wo beginnen Show und Kommerz? (ne)
20. Mai, 14 Uhr, Verrückte Wissenschaftler im Film (Vortrag)
Medizin- und Pharmaziehistorische Sammlung, Brunswiker Straße 2
Öffnungszeiten: dienstags bis samstags 10 bis 16 Uhr, sonntags 12 bis 16 Uhr
www.med-hist.uni-kiel.de
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