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unizeit Nr. 42 vom 26.05.2007, Seite 5  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Jeder Kurs zählt

Bei Bachelor und Master wird fast jeder Kurs benotet, und alle Noten gehen ins Examen ein.


Foto: Uni Kiel

Für Studierende ist vor allem dieser Aspekt der Studienreform ein großer Gewinn: Anstelle umfangreicher Blockprüfungen am Ende von Grund- und Hauptstudium werden in Zukunft die Inhalte der einzelnen Module zum Semesterende geprüft, zeitnah zu den jeweiligen Lehrveranstaltungen. Studierende behalten somit den Überblick über den Stand der eigenen Leistungen, was sich positiv auf die Lernmotivation auswirken kann. Zum Abschluss des Studiums muss dann nur noch die Bachelor- beziehungsweise die Masterarbeit verfasst werden.

Die gleichmäßige Verteilung der Prüfungen soll zudem die Studienzeit verkürzen. Denn sie bringt eine streng einzuhaltende Kursreihenfolge mit sich. Auch der Kieler Soziologe Professor (em.) Günter Endruweit findet dafür lobende Worte: »Bisher hatten viele Studierende ihr Lernpensum durchaus in der Regelstudienzeit erbracht, verwendeten dann aber ein Jahr und mehr auf die Vorbereitung für das gewaltig drohende Initiationsritual, das komplexe Examen, das doch zu einem guten Teil nur eine Prüfung der momentanen physischen und psychischen Kondition war, wie sie sonst im Leben kaum vorkommt.«

Gleichzeitig bedeutet das neue Prüfungsverfahren aber auch, dass von Anfang an mitgearbeitet werden muss. Denn bereits die erste Prüfung zählt für die Abschlussnote. »Dieses Vorgehen hilft vor allem den Studierenden, die Schwierigkeiten haben, sich alleine, ohne äußeren Druck, zum Lernen zu motivieren«, schätzt Dr. Rosemarie Winterfeld, die die Einführung der neuen Studiengänge an der Kieler Uni koordiniert. Aus den Erfahrungen anderer Universitäten sei zu erwarten, dass sich die Anzahl der Absolventen erhöhen wird. »Für die komplette Prüfungsverwaltung wird jetzt ein einheitliches EDV-Programm eingeführt. Denn jede Prüfung, sei es als Klausur, mündliche Prüfung oder Seminararbeit, muss unter Examensbedingungen ablaufen«, erklärt die Leiterin des Referats für Studium und Prüfung. Für die Prüfungen melden sich Studierende künftig online an. Anders sei die erwartete Flut von Anmeldungen nicht zu bearbeiten. (ne)
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