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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Unizeit – Nachrichten aus der Universität Kiel

unizeit Nr. 42 vom 26.05.2007, Seite 7  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Einwurf: Ironischer Analytiker

Robert Alexy. Foto: Uni Kiel

»Beruf Terrorist«. So lautet der Titel eines Buches, in dem sich ZEIT-Redakteur Jochen Bittner mit dem neuen islamistischen Terrorismus auseinandersetzt. unizeit sprach darüber mit Bittners Doktorvater, Professor Robert Alexy vom Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Universität Kiel.

Herr Professor Alexy »Beruf Terrorist« ist kein juristisches Fachbuch, sondern eine leicht und oft sogar vergnüglich zu lesende Auseinandersetzung mit einem der ernsthaftesten Prob­leme unserer Zeit. Ist diese Form diesem Thema angemessen?

Ich halte sie sogar für geboten. Anhand von etwa 150 Weblogs, die er zwischen dem 11. September 2001 und dem 10. August 2006 im Internet veröffentlicht hat, befasst sich Jochen Bittner sehr ironisch mit dem Al-Quaida-Terrorismus, dem er wiederholt seine bittere Humorlosigkeit vorhält. Gleichzeitig hat das Buch eine exzellente analytische Qualität. Im Übrigen sind die einzelnen Beiträge nicht allein den einsamen Gedankengängen des Verfassers entsprungen, sondern haben das Feuer der Kommunikation mit anderen Bloggern durchlaufen. Er selbst bezeichnet diese Vorgehensweise als »journalistischen Free Jazz«.

Haben Sie schon zu Ihrer gemeinsamen Zeit in Kiel solche Talente in Jochen Bittner erkannt?

Durchaus. Er war mein Assistent und auch mein Doktorand. In seiner Dissertation schrieb er über »Rough Justice – Die Justiz der IRA«, also ein ganz ähnliches Thema. Fachlich ebenso wie sprachlich hat er das in herausragender Weise getan.

Auch die bekannte ZEIT-Autorin Susanne Gaschke ist einst durch ihre Schule gegangen. Haben Sie ein glückliches Händchen für famos fabulierende Juristen?

Ich bin Jurist und auch Rechtsphilosoph und befasse mich als Jurist obendrein mit dem Schwerpunkt Verfassungsrecht. Das lockt Leute an, die sich gern mit gesellschaftlichen Problemen befassen. Wenn diese auch noch begabte Schreiber sind, kommt es bisweilen fast von selbst zu einer publizistischen Betätigung. Als Doktorvater freue ich mich natürlich sehr darüber, wenn das so viel Beachtung findet wie in diesen beiden Fällen. (mag)

Jochen Bittner: Beruf Terrorist – Ein Tagebuch der neuen Weltunordnung. Sieverstedt 2006 Robert Alexy
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