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unizeit Nr. 43 vom 22.07.2007, Seite 7  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Prof. Christian Kaernbach

Emotionen im Experiment


Wer als Versuchsperson ins Labor von Professor Christian Kaernbach geht, soll Gefühle zeigen. Emotionspsychologie nennt sich das Forschungsgebiet. Dabei geht es um die Frage: Wie kann ich im Labor eine tiefe Emotion hervorrufen? »Wir wollen nicht gespielte Emotionen, sondern echte«, betont Kaernbach. Dazu zeigt er den Probanden zum Beispiel fröhliche, ängstigende oder scheußliche Bilder oder spielt ihnen Geräusche vor, etwa von einem Zahnarztbohrer oder ein Kinderlachen. »Natürlich können wir so keine tiefen Emotionen erzeugen, aber ein wenig Freude, Angst oder Ärger kommt schon auf.«

Ob die beabsichtigte Emotion eingetreten ist, lässt sich messen. Ein wichtiges Merkmal ist zum Beispiel der Hautleitwert. Sobald die Haut bei Erregung feuchter wird, steigt der Hautleitwert an, lange bevor man das selbst merkt. »Das passiert zum Beispiel, wenn man hört, wie ein Kind geschlagen wird«, erklärt der Wissenschaftler, der nach abgeschlossenem Physik- und Medizinstudium zur Psychologie gekommen ist. Auch Herzfrequenz, Blutdruck, Pupillenreaktion oder Gesichtsmuskulatur zeigen Emotionen messbar an. In einem aktuellen Vorhaben stellt er die Gänsehaut als Zeichen für eine intensive Gefühlsreaktion in den Mittelpunkt. »Wir erfassen objektiv und quantitativ exakt das Ausmaß von Gänsehaut.« (ne)
Christian Kaernbach, 46 Jahre. Seit Oktober 2006 Professor für Allgemeine Psychologie an der Christian- Albrechts-Universität. Geboren in Bonn. Physik- und Medizinstudium an der Universität Bonn. Diplom-Physiker, 1988 Medizin-Promotion. Forschungsaufenthalte am Audiologielabor des INSERM (französisches Forschungszentrum für medizinische Forschung und Gesundheit) in Bordeaux und an der Universität von Bordeaux, Laboratoire de Psychoacoustique, Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bochum, Institut für Neuroinformatik. Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Leipzig, Institut für Allgemeine Psychologie, 1999 Habilitation. Lehrstuhlvertretung an den Universitäten Potsdam, Kiel und Bonn. Professor für Psychologische Methodik und computergestützte Modellierung an der Universität Graz, Österreich.
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