Erdkunde und Ethik
Wie vermittelt man Schülern, dass ihr Handeln globale Konsequenzen haben kann? Eine neue Fortbildungsreihe am Geographischen Institut macht Vorschläge.

Fair kicken. Dieser Ball, präsentiert von der Ballnäherin Rahila aus Pakistan, ist garantiert nicht durch Kinderarbeit entstanden. Foto: gepa Fair Handelshaus/Nusch
Nach Ansicht von Professor Wilfried Hoppe, Lehrstuhl für Didaktik der Geographie, eignet sich der Geographieunterricht besonders für die Werteerziehung im Sinne der Nachhaltigkeit, weil Geographieunterricht auf zwei Säulen steht. Der Naturraum ist die eine Säule, der Kulturraum die andere. Bildung für nachhaltige Entwicklung will Kulturraum und Naturraum verknüpfen, so dass soziale, ökonomische und ökologische Aspekte in Balance zueinander stehen.«
Schülern kann man das näher bringen, wenn man Themen auswählt, die für sie wichtig sind, zum Beispiel Fußball. Rund 80 Prozent aller Fußbälle werden in Pakistan produziert und von großen Konzernen weltweit vertrieben. Es ist also ein Paradebeispiel, um Welthandelsbeziehungen zu erläutern. Hoppe: »Dabei geht es uns auch darum, Handlungskompetenz zu vermitteln. Die Schüler sollen erkennen, dass ihr Handeln auch globale Konsequenzen hat. Dass sie sich bewusst machen, dass mit dem Kauf von Fußbällen Kinderarbeit in Pakistan verbunden sein kann.« Alternativ können auch fair gehandelte Fußbälle bezogen werden, mit deren Kauf die schulische Ausbildung und damit auch die Zukunftschancen von Kindern in Pakistan unterstützt werden.
Die nächste Veranstaltung am 27. September widmet sich dem Weltmarkt für Zucker. Referenten sind Professor Christoph Corves und Diplom-Geographin Kerstin Hoffmann vom Geographischen Institut, die im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine multimediale DVD entwickelt haben. »Die Materialsammlung geht weit über das hinaus, was in Lehrbüchern steht«, erläutert Corves. »Wir wollen nicht nur Fakten vermitteln, sondern die Grundlagen dafür schaffen, dass Schüler wirtschaftliche und politische Entwicklungen verstehen. Welche Interessen verfolgen die einzelnen Akteure im weltweiten Zuckergeschäft? Wie wirkt sich die Reform des europäischen Zuckermarktes auf Landwirte und Zuckerindustrie in Deutschland und in Entwicklungsländern aus?« Die DVD gibt Anregungen und Materialien, um das Thema Welthandel in Schule und Hochschule fächerübergreifend und in Form von Projekten und Planspielen zu behandeln. (ne)
Fortbildungsreihe NEU – Nachhaltigkeit im Erdkunde-Unterricht.
27. September: Süß. Was steckt in der Zuckerdose? Professor Christoph Corves.
Geographisches Institut, 15 bis 18 Uhr. www.iqsh.de
Stichwort: Nachhaltigkeit
Umwelterziehung allein reicht nicht aus, um den Begriff Nachhaltigkeit zu erklären. Nachhaltig ist eine Entwicklung, »die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.«
So definierte die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung unter Leitung der früheren norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland 1987 den Begriff. Soziale Gerechtigkeit, ökologische Verträglichkeit und ökonomische Leistungsfähigkeit sind gleichrangige Ziele des Konzeptes. Um diese Prinzipien weltweit in nationalen Bildungsstandards zu verankern, haben die Vereinten Nationen den Zeitraum von 2005 bis 2014 zur Weltdekade »Bildung für nachhaltige Entwicklung« erklärt. Ziel ist es, allen Menschen zu ermöglichen, sich Wissen und Werte anzueignen, die für eine lebenswerte Zukunft und positive gesellschaftliche Veränderung erforderlich sind. (ne) www.dekade.org
So definierte die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung unter Leitung der früheren norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland 1987 den Begriff. Soziale Gerechtigkeit, ökologische Verträglichkeit und ökonomische Leistungsfähigkeit sind gleichrangige Ziele des Konzeptes. Um diese Prinzipien weltweit in nationalen Bildungsstandards zu verankern, haben die Vereinten Nationen den Zeitraum von 2005 bis 2014 zur Weltdekade »Bildung für nachhaltige Entwicklung« erklärt. Ziel ist es, allen Menschen zu ermöglichen, sich Wissen und Werte anzueignen, die für eine lebenswerte Zukunft und positive gesellschaftliche Veränderung erforderlich sind. (ne) www.dekade.org
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