Gestatten? Unirat
Ein Rat von externen Experten wacht jetzt über die Arbeit der drei schleswig-holsteinischen Universitäten.
Das neue Hochschulgesetz für Schleswig-Holstein ist im März in Kraft getreten. Eine wesentliche Neuerung ist der gemeinsame Universitätsrat, der die Arbeit der Universitäten von Kiel, Lübeck und Flensburg koordinieren soll. Die Senate der Universitäten Lübeck und Flensburg konnten jeweils zwei externe Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur für das neue Gremium auswählen, der Senat der CAU schlug vier Experten vor. Alle acht wurden von Wissenschaftsminister Dietrich Austermann bestätigt und kamen bereits zur ersten, konstituierenden Sitzung im August zusammen. Der Neunte im Bunde, den die Mitglieder als Vorsitzenden wählen, steht noch nicht fest.
Die Aufgabe des Universitätsrates ist es, die Lehrangebote, die Profile und die Forschungsschwerpunkte aller drei Universitäten besser aufeinander abzustimmen. So soll ein einheitlicher Wissenschaftsraum Schleswig-Holstein etabliert werden, der im Wettbewerb den Hochschulen und Forschungseinrichtungen außerhalb Schleswig-Holsteins Paroli bieten kann.
Wesentliche Entscheidungen über die Struktur und Organisation der Hochschulen werden künftig vom Universitätsrat gefällt: Er beschließt für alle drei Universitäten des Landes die Personalausstattung und darüber, wie Finanz- und Sachmittel verteilt und eingesetzt werden. An einem Strang ziehen, Zusammenarbeit statt Konkurrenz – das ist die Grundidee. Haushaltsplan, Verfassung und Zielvereinbarung der einzelnen Universität werden weiterhin vom jeweiligen akademischen Senat beschlossen, nachdem der Universitätsrat dazu Stellung genommen hat. Der »unvoreingenommene« Blick der externen Experten als Ratgeber ist jedoch ausdrücklich erwünscht, wenn es darum geht, Schwerpunkte für Studien- oder Forschungsbereiche zu setzen.
Der Universitätsrat wird zu seinen Sitzungen jeweils in Flensburg, Kiel und Lübeck zusammenkommen. Der Sitz der Geschäftsstelle ist Kiel. (ne)

| Die Mitglieder in alphabetischer Reihenfolge | |
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Prof. Friedrich Berschauer FÜR MUTIGE ENTSCHEIDUNGEN »Durch meine Mitarbeit im Universitätsrat möchte ich dazu beitragen, dass sich die Universitäten in Schleswig-Holstein unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten des Landes zu wettbewerbsfähigen Einrichtungen mit langfristiger Perspektive entwickeln können. Hierfür sind mutige Entscheidungen notwendig. Meine langjährigen Erfahrungen in der Privatwirtschaft im Forschungsmanagement bei Bayer möchte ich in meine Empfehlungen einbringen.« |
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Prof. Ursula Brandstätter FÜR NEUE POSITIONIERUNG
»Die gegenwärtige Universitätslandschaft ist eine Landschaft im Umbruch: gekennzeichnet durch reißende Ströme, die das Gefüge von Bergen und Tälern in Bewegung bringen, durch unvorhergesehene Abgründe und Klüfte, aber auch durch neu entstehende Hochflächen. Mich interessiert vor allem die Neupositionierung der Universitäten zueinander, im Spannungsfeld zwischen Wettbewerb und Kooperation, und ihre Verankerung im öffentlichen Bewusstsein.« |
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Prof. Eike Jessen FÜR STARKE UNIVERSITÄTEN
»Ich möchte erreichen, dass Schleswig-Holstein die knappen Mittel seiner Universitäten so ausweitet, dass sie der Jugend des Landes eine hervorragende berufliche Qualifikation und den Forschern alle Voraussetzungen für international erstklassige Ergebnisse bieten können. Dazu ist nicht nur notwendig, dass die Universitäten ihre Stärken ausbauen, sondern auch, dass die Bürger und die Wirtschaft dieses Landes die Bedeutung der Universitäten für ihr eigenes Wohl erfassen.« |
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Prof. Doris Kolesch FÜR EINE VISION
»Ich sehe die Mitarbeit im Universitätsrat Schleswig-Holstein als Chance, das Profil der Universitäten zu stärken und ihre Zukunft mitzugestalten. In der gegenwärtigen hochschulpolitischen Debatte vermisse ich vielfach eine Vision für die Universität von morgen – wir müssen Antworten darauf finden, wie wir die Universität für Studierende, Forschende und Lehrende attraktiver machen können.« |
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Prof. Karin Lochte FÜR DIE BESTEN STUDENTEN
»Ich möchte helfen, das spezifische Profil der schleswig-holsteinischen Universitäten zu stärken und leistungsfähige Strukturen aufzubauen. Die Universitäten müssen in ihren Forschungsprofilen international wettbewerbsfähig und attraktiv für die besten Studenten sein. Sie sollten auch eine Brücke nach Skandinavien bilden. Ich wünsche mir den Universitätsrat als hilfreich-kritisches Gremium, dessen Rat ernst genommen wird.« |
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Prof. Martin Röllinghoff FÜR ZUKUNFTSWEISENDE STRUKTUREN
»Ich möchte mich dafür einsetzen, dass an den drei Universitäten des Landes Schleswig- Holstein zukunftsweisende Strukturänderungen eingeleitet werden, die dazu beitragen, sie sowohl in der Forschung als auch in der Lehre im bundesweiten Vergleich weiter nach vorne zu bringen.« |
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Prof. Wilhelm Vossenkuhl Stellvertretender Vorsitzender FÜR VEREINTE KRÄFTE
»Der Rat kann nur erfolgreich arbeiten, wenn er die Planungen der Universitäten Schleswig- Holsteins mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln fördert. Nur in enger Zusammenarbeit können wir zum Nutzen aller wirken. Im Vorfeld von Entscheidungen sollte das Gremium seinen Rat anbieten und nur, wo es wirklich nützlich ist, eigene Ideen einbringen. Die Mitglieder des Universitätsrats sollten sich als Mitglieder der Universitäten verstehen.« |
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Prof. Gert G. Wagner FÜR ERTRAGREICHEN DIALOG
»Ich möchte helfen, die Stellung der Universitäten in Schleswig-Holstein zu stärken; auch gegenüber dem Ministerium und dem Universitätsrat selbst. Ich halte insbesondere nichts davon, wenn Interessensvertreter aus Wirtschaft und Verbänden versuchen, Universitäten nach ihren kurzfristigen Bedürfnissen zu gestalten. Meine Ideen möchte ich in den Dialog mit den Universitäten einbringen und nicht programmatisch verkünden.« |
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