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unizeit Nr. 44 vom 27.10.2007, Seite 7  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Gestatten? Unirat

Ein Rat von externen Experten wacht jetzt über die Arbeit der drei schleswig-holsteinischen Universitäten.


Das neue Hochschulgesetz für Schleswig-Holstein ist im März in Kraft getreten. Eine wesentliche Neuerung ist der gemeinsame Universitätsrat, der die Arbeit der Universitäten von Kiel, Lübeck und Flensburg koordinieren soll. Die Senate der Universitäten Lübeck und Flensburg konnten jeweils zwei externe Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur für das neue Gremium auswählen, der Senat der CAU schlug vier Experten vor. Alle acht wurden von Wissenschaftsminister Dietrich Austermann bestätigt und kamen bereits zur ersten, konstituierenden Sitzung im August zusammen. Der Neunte im Bunde, den die Mitglieder als Vorsitzenden wählen, steht noch nicht fest.

Die Aufgabe des Universitätsrates ist es, die Lehrangebote, die Profile und die Forschungsschwerpunkte aller drei Universitäten besser aufeinander abzustimmen. So soll ein einheitlicher Wissenschaftsraum Schleswig-Holstein etabliert werden, der im Wettbewerb den Hochschulen und Forschungseinrichtungen außerhalb Schleswig-Holsteins Paroli bieten kann.

Wesentliche Entscheidungen über die Struktur und Organisation der Hochschulen werden künftig vom Universitätsrat gefällt: Er beschließt für alle drei Universitäten des Landes die Personalausstattung und darüber, wie Finanz- und Sachmittel verteilt und eingesetzt werden. An einem Strang ziehen, Zusammenarbeit statt Konkurrenz – das ist die Grundidee. Haushaltsplan, Verfassung und Zielvereinbarung der einzelnen Universität werden weiterhin vom jeweiligen akademischen Senat beschlossen, nachdem der Universitätsrat dazu Stellung genommen hat. Der »unvoreingenommene« Blick der externen Experten als Ratgeber ist jedoch ausdrücklich erwünscht, wenn es darum geht, Schwerpunkte für Studien- oder Forschungsbereiche zu setzen.

Der Universitätsrat wird zu seinen Sitzungen jeweils in Flensburg, Kiel und Lübeck zusammen­kommen. Der Sitz der Geschäftsstelle ist Kiel. (ne)

Grafik von Aufgabenstruktur des Unirates


  Die Mitglieder in alphabetischer Reihenfolge
Prof. Friedrich Berschauer Prof. Friedrich Berschauer

FÜR MUTIGE ENTSCHEIDUNGEN

»Durch meine Mitarbeit im Universitätsrat möchte ich dazu beitragen, dass sich die Universitäten in Schleswig-Holstein unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten des Landes zu wettbewerbsfähigen Einrichtungen mit langfristiger Perspektive entwickeln können. Hierfür sind mutige Entscheidungen notwendig. Meine langjährigen Erfahrungen in der Privatwirtschaft im Forschungsmanagement bei Bayer möchte ich in meine Empfehlungen einbringen.«

Friedrich Berschauer, 57 Jahre. Vorstandsvorsitzender der Bayer CropScience AG. Geboren in Boms, Kreis Ravensburg. Studium der Agrarwissenschaften an der Universität Stuttgart-Hohenheim. 1977 Promotion. 1982 Habilitation für Tierernährung und Futtermittelkunde. Seit 1980 bei der Bayer AG. Leiter der Abteilung Tierernährung im Pharma-Forschungszentrum in Wuppertal, Leiter weltweite Entwicklung in den Geschäftsbereichen Tiergesundheit und Pflanzenschutz. 1998 Wechsel in die USA, Leiter Geschäftsbereich Animal Health USA/Kanada, 2000 Leiter Geschäftsbereich Animal Health weltweit.

Prof. Ursula Brandstätter Prof. Ursula Brandstätter

FÜR NEUE POSITIONIERUNG

»Die gegenwärtige Universitätslandschaft ist eine Landschaft im Umbruch: gekennzeichnet durch reißende Ströme, die das Gefüge von Bergen und Tälern in Bewegung bringen, durch unvorhergesehene Abgründe und Klüfte, aber auch durch neu entstehende Hochflächen. Mich interessiert vor allem die Neupositionierung der Universitäten zueinander, im Spannungsfeld zwischen Wettbewerb und Kooperation, und ihre Verankerung im öffentlichen Bewusstsein.«

Ursula Brandstätter, 46 Jahre. Professorin für Musikpädagogik und Prodekanin an der Universität der Künste Berlin. Geboren in Eferding/Österreich. Romanistik-Studium an der Universität Wien, Studium der Schulmusik und Instrumentalpädagogik an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien (MDW). 1987 Promotion an der Hochschule der Künste Berlin. Unterrichts-, Be ratungs- und Fortbildungstätigkeiten in der Musik- und Museumspädagogik. Universitätsassistentin an der MDW. Master of Advanced Studies (Organisational Development). Externe Gutachterin in Evaluationsverfahren an Kunstuniversitäten in Deutschland und Österreich.

Prof. Eike Jessen Prof. Eike Jessen

FÜR STARKE UNIVERSITÄTEN

»Ich möchte erreichen, dass Schleswig-Holstein die knappen Mittel seiner Universitäten so ausweitet, dass sie der Jugend des Landes eine hervorragende berufliche Qualifikation und den Forschern alle Voraussetzungen für international erstklassige Ergebnisse bieten können. Dazu ist nicht nur notwendig, dass die Universitäten ihre Stärken ausbauen, sondern auch, dass die Bürger und die Wirtschaft dieses Landes die Bedeutung der Universitäten für ihr eigenes Wohl erfassen.«

Eike Jessen, 74 Jahre. Professor (emeritiert) für Informatik an der TU München. Geboren in Göttingen. Studium der Nachrichtentechnik an der Technischen Universität Berlin. 1963 Promotion. Entwicklungsleiter Rechenanlagen/Großrechenanlagen der AEG Telefunken in Konstanz. 1972 Professor für Informatik (Rechnerstruktur) an der Universität Hamburg. Seit 1983 an der TU München, in der Folge Dekan der Fakultät für Informatik und Mathematik, Vizepräsident der TU München, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Forschungsnetzes.

Prof. Doris Kolesch Prof. Doris Kolesch

FÜR EINE VISION

»Ich sehe die Mitarbeit im Universitätsrat Schleswig-Holstein als Chance, das Profil der Universitäten zu stärken und ihre Zukunft mitzugestalten. In der gegenwärtigen hochschulpolitischen Debatte vermisse ich vielfach eine Vision für die Universität von morgen – wir müssen Antworten darauf finden, wie wir die Universität für Studierende, Forschende und Lehrende attraktiver machen können.«

Doris Kolesch, 42 Jahre. Professorin für Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin und Mitglied der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Geboren in Fürth/Bayern. Studium der Literaturwissenschaft, Romanistik, Philosophie und Publizistik in Mainz und Paris. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Mainz. 1994 Promotion. Hochschulassistentin am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin. 2002 Habilitation in Theaterwissenschaft und Romanischer Philologie.

Prof. Karin Lochte Prof. Karin Lochte

FÜR DIE BESTEN STUDENTEN

»Ich möchte helfen, das spezifische Profil der schleswig-holsteinischen Universitäten zu stärken und leistungsfähige Strukturen aufzubauen. Die Universitäten müssen in ihren Forschungsprofilen international wettbewerbsfähig und attraktiv für die besten Studenten sein. Sie sollten auch eine Brücke nach Skandinavien bilden. Ich wünsche mir den Universitätsrat als hilfreich-kritisches Gremium, dessen Rat ernst genommen wird.«

Karin Lochte, 55 Jahre. Direktorin des Alfred-Wegener- Instituts (AWI) für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven. Geboren in Hannover. Studium der Biologie und Chemie in Hannover. Studium der Meeresbiologie in Bangor/Großbritannien. 1984 Promotion. Wissenschaftlerin am In sti tut für Meereskunde in Kiel und am AWI. 1994 Habilitation an der Universität Bremen. Professorin an der Uni versität Rostock und am IFM-GEOMAR, Kiel. Vorsitzende der Senatskommission der Deutschen For schungs gemeinschaft (DFG) für Ozeanographie und der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrats.

Prof. Martin Röllinghoff Prof. Martin Röllinghoff

FÜR ZUKUNFTSWEISENDE STRUKTUREN

»Ich möchte mich dafür einsetzen, dass an den drei Universitäten des Landes Schleswig- Holstein zukunftsweisende Strukturänderungen eingeleitet werden, die dazu beitragen, sie sowohl in der Forschung als auch in der Lehre im bundesweiten Vergleich weiter nach vorne zu bringen.«

Martin Röllinghoff, 66 Jahre. Professor (pensioniert) für Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene an der Universität Erlangen-Nürnberg. Berater nationaler und internationaler Forschungsförderer sowie Universitäten bei biomedizinischen Forschungsprojekten und -verbünden und in Strukturfragen. Geboren in Hamburg. Medizin-Studium in Freiburg/Br., Wien und Tübingen. 1967 Promotion an der Universität Tübingen. DFG-Stipendiat am Walter and Eliza Hall Institute in Melbourne/Australien. Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Mainz. 1975 Habilitation. Von 1983 bis Juni 2007 Leiter des Instituts für Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene in Erlangen. 2002 bis 2005 Dekan und Vorstandsmitglied des Universitätsklinikums Erlangen.

Prof. Wilhelm Vossenkuhl Prof. Wilhelm Vossenkuhl
Stellvertretender Vorsitzender


FÜR VEREINTE KRÄFTE

»Der Rat kann nur erfolgreich arbeiten, wenn er die Planungen der Universitäten Schleswig- Holsteins mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln fördert. Nur in enger Zusammenarbeit können wir zum Nutzen aller wirken. Im Vorfeld von Entscheidungen sollte das Gremium seinen Rat anbieten und nur, wo es wirklich nützlich ist, eigene Ideen einbringen. Die Mitglieder des Universitätsrats sollten sich als Mitglieder der Universitäten verstehen.«

Wilhelm Vossenkuhl, 61 Jahre. Professor für Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Sprecher des Münchner Kompetenzzentrums Ethik. Geboren in Engen/Hegau. Studium der Philosophie, Neueren Geschichte und Politikwissenschaft in München. 1972 Promotion. Mitarbeiter der Bildungskommission des Deutschen Bildungsrats, Bonn. Forschungsaufenthalt an der Cam bridge University, Großbritannien. Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Philosophie, LMU München. 1980 Habilitation. Professor für Philosophie, Universität Bayreuth. 1997 bis 2003 Senator der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Prof. Gert G. Wagner Prof. Gert G. Wagner

FÜR ERTRAGREICHEN DIALOG

»Ich möchte helfen, die Stellung der Universitäten in Schleswig-Holstein zu stärken; auch gegenüber dem Ministerium und dem Universitätsrat selbst. Ich halte insbesondere nichts davon, wenn Interessensvertreter aus Wirtschaft und Verbänden versuchen, Universitäten nach ihren kurzfristigen Bedürfnissen zu gestalten. Meine Ideen möchte ich in den Dialog mit den Universitäten einbringen und nicht programmatisch verkünden.«

Gert G. Wagner, 54 Jahre. Professor für Empirische Wirtschaftsforschung und Wirtschaftspolitik an der TU Berlin sowie Forschungsdirektor am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Vorsitzender des Rats für Sozial- und Wirtschaftsdaten und der Zensuskommission der Bundesregierung. Mitglied des Wissenschaftsrats und weiterer Beratungsgremien. Geboren in Kelsterbach am Main. Studium der Volkswirtschaftslehre und Soziologie in Frankfurt/Main. 1984 Promotion. 1992 Habilitation an der TU Berlin. Lehrstuhlinhaber an der Ruhr-Universität Bochum und an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder.

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