Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,heute endet die Zeit, in der unsere Universität von einem Rektorat geleitet wurde. Ab morgen wird es ein Präsidium geben, das aus vier Mitgliedern besteht. Ausdrücklich hat der neue Präsident, Professor Gerhard Fouquet, geäußert, an dem kollegialen Stil, der die Arbeit des Rektorats unter Professor Thomas Bauer prägte, festhalten zu wollen.
In der Tat war der herzliche, unkonventionelle Umgang mit Kolleginnen und Kollegen sowie allen Angehörigen der Universität ein besonderes Merkmal der letzten zwei Jahre. Unprätentiös und kompromisslos ehrlich führte Bauer die Universität. Er legte Wert darauf, wichtige Entscheidungen im Team und im Einverständnis mit den Betroffenen zu fällen. Selbstverständlich auch mit den Studierenden, die bei ihm stets ein offenes Ohr fanden.
Von einem tiefen Misstrauen gegen Machtwillen und Führungsanspruch geprägt, hatte der Ökologe Bauer die Nachfolge des tragisch verstorbenen Rektors Eckert vorrangig aus Pflicht- und Verantwortungsgefühl übernommen. Eine gewisse Zwiespältigkeit dem Amt gegenüber hat er nie ganz abgelegt.
Wir entlassen einen Primus inter Pares, einen Ersten unter Gleichen, in den Ruhestand, jemanden, der sich nicht in den Vordergrund drängt und den ein Urvertrauen in die Universität als Gemeinschaft hochintelligenter Individuen trägt. Diese Gemeinschaft – so seine tiefe Überzeugung – kann für sich selber am besten entscheiden, was richtig ist. Sein urtümliches Demokratieverständnis wurde so zum Motor für einen steten Kampf zugunsten der Autonomie der Universität und lässt Thomas Bauer optimistisch in die Zukunft blicken, in seine eigene sowie in unsere, die wir in der Universität zurückbleiben und an der Stelle weitermachen, wo er den Stab nun weitergibt.
Professor Siegfried Wolffram
Prorektor bis 31. Mai 2008
Vizepräsident ab 1. Juni 2008
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