Reflektiert ins Praktikum
Das Praxismodul erlaubt Bachelorstudierenden, sich intensiv mit ihren Berufswünschen auseinanderzusetzen. Der Wirtschaft beschert es gut vorbereitete und hoch motivierte Praktikanten.
Die Studenten schnell und zielorientiert auf das Berufsleben vorzubereiten ist ein wesentliches Ziel des Bachelorstudiums. An der Philosophischen Fakultät führt der Weg dorthin – für alle, die nicht Lehrer werden wollen – über das Praxismodul, bestehend aus vorbereitender Vorlesung, sechs- bis achtwöchigem Praktikum und anschließendem Bericht. »Dieses Modul ist für alle 2-Fächer-Bachelorstudierenden verpflichtend«, betont Wibke Matthes vom Zentrum für Fremdsprachenausbildung, IT- und Medieneinsatz (ZFIM). Die Praxismodulbeauftragte der Philosophischen Fakultät, die gleichzeitig Ansprechpartnerin der Kieler Universität für alle Praktikumsgeber ist, rechnet damit, dass 600 bis 700 Studierende allein aus der Philosophischen Fakultät pro Jahr ins Praktikum gehen.
In dem Vorbereitungskurs stellt Matthes die verschiedenen Berufsfelder für Geisteswissenschaftler und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt vor. Daneben vermittelt die Kauffrau und Politologin betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse aus den Bereichen Organisation und Unternehmensführung, Marketing und Rechnungswesen. Matthes: »Der Vorbereitungskurs soll nicht nur Schlüsselqualifikationen vermitteln, sondern vor allem einen Rahmen bieten für die intensive Auseinandersetzung mit der Berufswahl. Dazu gehört, auch mal über den Tellerrand zu schauen, also über den klassischen Bereich Journalismus, Medien und Kultur hinaus zu überlegen, was man mit geisteswissenschaftlichem Hintergrund zum Beispiel auch in einem Wirtschaftsunternehmen werden kann.«
Die Möglichkeiten sind vielfältig. Naheliegend sind zum Beispiel die Bereiche Marketing, Marktforschung, Öffentlichkeitsarbeit oder Werbung. Aber auch in Unternehmensberatung, Personalabteilung oder Vertrieb kann sich Wibke Matthes Geisteswissenschaftler gut vorstellen. »Es geht nicht nur darum, welches Fach man studiert, sondern welche Fähigkeiten man besitzt. Im Bereich Personal kommen einem zum Beispiel Kontaktfreude und Konfliktfähigkeit zugute. Hier ist die Fähigkeit gefragt, auf Menschen zuzugehen und keine Scheu vor Auseinandersetzungen zu haben.« Punkten können Geisteswissenschaftler auch mit guten Sprachkenntnissen und ihrem Wissen über den kulturellen Hintergrund anderer Länder. Interessant für viele Firmen hier im Norden seien etwa die Skandinavisten, die mehrere nordische Sprachen sprechen. »Jemand, der sich so intensiv mit Geschichte, Kultur und Politik eines Landes oder mehrerer Länder auseinandergesetzt hat, der hat natürlich ein sehr fundiertes Wissen. Das kann zum Beispiel auch bei Vertragsverhandlungen von Vorteil sein.«
Bevor Studierende ins Praktikum gehen, müssen sie sich von ihr das Praktikum genehmigen lassen. Einzige Voraussetzung: Es muss etwas mit dem Studiengang zu tun haben. Wer bereits eine Berufsausbildung absolviert hat, wer beruflich tätig war oder schon ein Praktikum gemacht hat, kann sich das nachträglich anerkennen lassen. Bei der Suche nach Praktikumsplätzen oder Praktikanten kann die Praktikumsbörse des ZFIM im Internet helfen. Hier können Unternehmen Stellen anbieten und Studierende Gesuche einstellen. (ne)
Wibke Matthes, Tel. 0431/880-1407, matthes@zfim.uni-kiel.de
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