CAU - Universität Kiel
Sie sind hier: StartseitePresseUnizeitNr. 48Seite 7
Nr. 48, 31.05.2008  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE  Feedback 

Einwurf: Kohlendioxid verstauen

Andreas Dahmke

Die Möglichkeiten und Grenzen der unterirdischen Kohlen­dioxidspeicherung untersucht ein neues Verbundprojekt mit Kieler Beteiligung. Dies geschieht virtuell, also per Modell am Rechner. Der Kieler Geologe Professor Andreas Dahmke koordiniert das Vorhaben.

unizeit: Welche Voraussetzungen muss ein optimaler CO2- Speicher erfüllen?
Er muss erstens ein hohes Speichervermögen haben und zweitens nach oben dicht sein, damit das CO2 (Kohlendioxid) nicht wieder entweicht. Wir versuchen in Form von Computermodellen, die Speicherkapazitäten von porösem Sandstein in zirka 3.000 m Tiefe abzuschätzen. Die Poren des Gesteins sind derzeit mit sehr salzigem Wasser gefüllt. Wenn man dort CO2 hineinpressen würde, verbliebe es in den Poren, und das Wasser würde verdrängt.

Welche Risiken birgt diese Art von Speicherung?
Das Hauptrisiko ist sicherlich, dass die Speicher nicht groß genug sind. Wenn wir CO2 von allen deutschen Kohlekraftwerken im Untergrund verpressen wollen, müssen wir sicher sein, dass die Speicherkapazität in Deutschland groß genug ist, bzw. es müssen alternative Speicherorte wie zum Beispiel die submarine Speicherung erkundet werden. Das zweite Risiko ist, dass es ganz langsam entweichen kann, über Jahrhunderte oder Jahrtausende. Wenn man für viel Geld CO2 speicherte und dies käme nach einigen Jahrzehnten langsam wieder raus, wäre das im Hinblick auf das Klima kein großer Gewinn.

Kann das CO2 aus den Lagerstätten ausbrechen?
Dass CO2 aus der Speicherstätte herausschießt wie aus einer offenen Sprudelflasche, ist sehr unwahrscheinlich. Trotzdem untersuchen wir natürlich, was passieren würde, wenn CO2 in flachere Gesteinsschichten oder gar in die Atmosphäre aufsteigen würde. (ne)

www.ifg.uni-kiel.de
Top  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE  Feedback 


Zuständig für die Pflege dieser Seite: unizeit-Redaktion   ► unizeit@uni-kiel.de