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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Unizeit – Nachrichten aus der Universität Kiel

unizeit Nr. 50 vom 25.10.2008, Seite 9  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Lieber Bachelor

Es gibt Studenten, die von den alten Diplom- in die neuen Bachelorstudien­gänge wechseln. Ein Beispiel aus der Sektion Biologie.


Nach sechs Semestern einen akademischen Abschluss zu erhalten, war für manche Studenten ein Anreiz, dem Bachelor eine Chance zu geben. Vorteile bietet er aber auch demjenigen, der international aktiv werden will, wie Julia Purtov (21), Biologiestudentin im fünften Semester, die gerne einen Auslands aufenthalt in Australien einlegen würde. Im angelsächsischen Raum sei der Bachelor ein bekannter und bewährter Abschluss, »so ist es einfacher, ein Stipendium zu bekommen. Bei einem Vordiplom oder Diplom ergeben sich Schwierigkeiten bei der Anerkennung der Leistungen.« Sie wechselte freiwillig am Ende des zweiten Semesters vom Diplomstudiengang zum Bachelor – »wie fast mein ganzer Freundeskreis. Ich habe in den neuen Studiengängen mehr Perspektive gesehen. Das Spektrum wurde erweitert – beispielsweise um Informatik und praktische Elemente, die man heutzutage wirklich fürs Berufsleben braucht.« Auch wenn es zunächst Mehrarbeit bedeutete. »Als "Übergangsstudenten" mussten wir einiges nachholen, da kam man schon mal abends um 24 Uhr nach Hause, wenn man in der Informatik ein Programm abliefern sollte.«

Das neue Informatik-Angebot für den Biologie- Bachelor überzeugte auch Julias Kommilitonen Lars Kruse (21), »selbst wenn es wirklich sehr umfangreich war, während im neuen Modul "Labortechniken" alle Methoden nur sehr kurz angerissen wurden. Aber dass nicht gleich von heute auf morgen alles perfekt läuft, ist klar.« Außerdem sei das Diplom ohnehin ein auslaufendes Modell gewesen, »und wenn man sich zu sehr ans Alte hängt, kann sich das Neue gar nicht erst entwickeln. Im Ausland funktioniert es ja schließlich schon.«

Auch ein Praktikum gehört zu den neuen Pflichten für den angehenden Bachelor. Julia absolviert ihres gerade im Institut für Hygiene und Umwelt in Hamburg. »Ich weiß nicht, ob ich das als Diplomstudentin gemacht hätte.« Der Druck sei bisweilen hilfreich. Und wer kennt es nicht: Man idealisiert die Freiheit und möchte vieles lieber freiwillig angehen. Am Ende erledigt man doch nur, was man muss, und ärgert sich später über den eigenen Schweinehund.

Nicht immer geliebte Mehrarbeit bedeuten die neuen Abschlüsse auch für die andere Seite, die Seite der Professoren und der Verwaltung. Aber bei allem viel beklagten strukturellen Aufwand und Anlaufschwierigkeiten habe die Einführung der neuen Studienabschlüsse echte Vorzüge, sagt auch Professor Frank Kempken von der Sektion Biologie: »Sonst ändert man Studiengänge ja nicht so schnell. Hier war man gezwungen, noch einmal ausführlich darüber nachzudenken, was man anders gestalten könnte.« Frischer Wind, der für manch einen vielleicht schon eine zu steife Brise ist. Aber Kempken und seine Kollegen konnten die neuen Studiengänge bei ihren Studenten ohne Bedenken bewerben: »Wir haben nur Neuerungen eingeführt, die wir für wirklich sinnvoll hielten und konnten das deshalb gut verantworten.«
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