Zitieren
Scheinbar einfache und nebensächliche Tätigkeiten sind eine Wissenschaft für sich.

Foto: pur.pur
Jeder Wissenschaftler entwickelt seinen eigenen Zitierstil, und manchmal kann man ganze wissenschaftliche Schulen an ihrem Zitierverhalten erkennen. Der eine stattet seinen Text mit einer Unmenge von Zitaten aus und stützt sich auf fremde, derzeit besonders anerkannte Autoritäten. Der andere nutzt in seiner Arbeit nur sehr wenige oder gar keine Zitate, da ihm seine eigenen Gedanken genügen. Je nach Gesinnung und Zeitgeist kann man zu viel oder zu wenig, "das Richtige" oder "das Falsche", Zitierwürdiges oder weniger Zitierwürdiges an geeigneten oder weniger geeigneten Stellen zitieren. Und erst im Lauf der Zeit stellt sich ein Gefühl für das ausgewogene Verhältnis zwischen Eigenem und Fremdem ein.
Immer aber muss man direkte Zitate wort- und zeichengetreu wiedergeben und darf sie (wie auch indirekte oder sinngemäße Übernahmen) nicht sinnentstellend verwenden. Denn durch die richtige Handhabung des Zitierens stellt man sich – in den Geisteswissenschaften – sein eigenes Zeugnis aus und beweist seine eigene Zitierfähigkeit. Zur Überprüfung der Zitate dienen natürlich die genauen Quellenangaben – wie in diesem Artikel. Aber warum wird darauf wohl normalerweise in Zeitungen verzichtet?
Bettina Luise Leyh
Die Autorin studiert am Institut für Neuere deutsche Literatur und Medien.
1 Andrea Gutenberg / Ralph J. Poole: Einleitung: Zitier-Fähigkeit. Findungen und Erfindungen des Anderen. In: Zitier-Fähigkeit. Findungen und Erfindungen des Anderen. Berlin 2001
2 Jörg Meibauer: Zitat und Lüge. In: Zitat und Bedeutung. Linguistische Berichte. Sonderheft 15. Hamburg 2007
1 Andrea Gutenberg / Ralph J. Poole: Einleitung: Zitier-Fähigkeit. Findungen und Erfindungen des Anderen. In: Zitier-Fähigkeit. Findungen und Erfindungen des Anderen. Berlin 2001
2 Jörg Meibauer: Zitat und Lüge. In: Zitat und Bedeutung. Linguistische Berichte. Sonderheft 15. Hamburg 2007
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