Splitter: Funken, Mariechen!
»Schon gehört, der Müller soll nach München gehen!« oder »Weißt Du schon das Neueste: Die Meyer ist schwanger!« Informationen über Veränderungen wie diese verbreiten sich wie ein Lauffeuer im Unternehmen. Je größer die Flure, desto florierender der Funk. Größere Flure als die der Universität gibt es in Kiel allenfalls noch bei der Landesregierung.Dabei ist Flurfunk nicht zwangsläufig schlecht. "Informelle Kommunikation" nennen es die Kommunikationswissenschaftler. Sie ist Teil unserer menschlichen Kultur und als solche eine schnelle und recht zuverlässige Informationsquelle. Und eine unterhaltsame dazu. Wer selbst hin und wieder funkt, kennt den Thrill, an einer tollen Geschichte teilhaben zu können, ohne dafür verantwortlich gemacht zu werden. Schließlich ist ihre Herkunft unbekannt und damit für den Funker im Allgemeinen ungefährlich.
Beim Flurfunk treten die unterschiedlichsten Funkertypen zu Tage: der Allwissende, meist ein Urgestein des Unternehmens, an dessen Draht man unbedingt angeschlossen sein sollte. Oder der Berechnende, der jede noch nicht öffentliche Information aufsaugt, um sie dann für nichts Geringeres als ein bisschen Anerkennung alsbald wieder frei zu geben. Wissen ist schließlich Macht.
Welcher Funkertyp sind Sie? Probieren Sie es aus, und genießen Sie die Lust am Empfangen und Weitergeben möglichst ungewöhnlicher Botschaften. Meist sind es die kleinen persönlichen Gerüchte, die besonders gut von Etage zu Etage durch die Büros wabern. Aber Vorsicht: Artet der Klatsch in bösartige Lügen, Schikane oder gar Mobbing aus, werden die Persönlichkeitsrechte des Kollegen verletzt, über den getratscht wird. Das ist ein Kündigungsgrund! Außerdem sollte bei all dem Tratsch die Arbeit nicht leiden. Und vergessen Sie bitte nicht, auch Ihren Chef mit Informationen zu versorgen. Der sitzt nämlich nicht selten im Funkloch.
Sandra Ogriseck
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