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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Unizeit – Nachrichten aus der Universität Kiel

unizeit Nr. 54 vom 30.05.2009, Seite 7  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Einwurf: Durchschnittlich reich

Was sagt das Durchschnittseinkommen über den Wohlstand aus? Juniorprofessor Carsten Schröder vom Institut für Volkswirtschaftslehre befasst sich mit dieser Frage.


unizeit: Wie berechnet man das Durchschnittseinkommen?
Carsten Schröder: Kommt drauf an, welches Sie meinen: das Bruttoeinkommen, das Nettoeinkommen, das verfügbare Einkommen, das bedarfsorientierte Einkommen, das Einkommen pro Kopf oder pro Haushalt. All das sind Rechengrößen, aus denen sich ganz unterschiedliche Aussagen ableiten lassen. Typischerweise wird in Deutschland mit dem Haushaltseinkommen gearbeitet, was aber auf einen Vergleich von Äpfeln mit Birnen hinausläuft. Ein Single mit 2.000 Euro im Monat erfreut sich eines ganz anderen Lebensstandards als eine Familie.

Kann die Wissenschaft mehr Klarheit in die Sache bringen?
Ja, zum Beispiel mit Äquivalenzskalen. Den Referenzwert liefert dabei der Single-Haushalt, der im Monat 1.000 Euro oder auch irgendeinen anderen Betrag zur Verfügung hat. Um einen ähnlichen Lebensstandard zu erreichen, bräuchte ein Paar vielleicht 1.500 Euro, weil Ausgaben wie Miete oder Strom ja nicht doppelt anfallen. Dieser Betrag dividiert durch den Referenzwert liefert letztlich eine Zahl, die eine vergleichbare Größe darstellt. Hier also die 1,5. Die Forschung hat erwiesen, dass die Kennzahl mit steigendem Einkommen kleiner wird. Wenn der Single 3.000 Euro hat, benötigt das Paar 3.500 Euro, so dass ein Wert von knapp 1,2 herauskommt. Wohlhabende können also von größeren Ersparnissen gemeinsamer Haushaltsführung profitieren. Wir in Kiel haben in mehreren Ländern durch Umfragen Äquivalenzskalen ermittelt. Es stellte sich heraus, dass diese Tendenz überall gilt: in Deutschland genauso wie in Indien.

Sollte man dann auf solche Rechnereien nicht gleich ganz verzichten?
Auf keinen Fall. Aber es ist wichtig, den methodischen Hintergrund transparent zu machen und zu berücksichtigen, wie die Einkommen verteilt sind.

mag
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