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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Unizeit – Nachrichten aus der Universität Kiel

unizeit Nr. 55 vom 11.07.2009, Seite 5  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Wege des Wassers

International geht es zu in der Abteilung für Hydrologie und Wasserwirtschaft am Ökologie-Zentrum. Seit März ist der gebürtige Iraner Dr. Bahman J. Amiri mit im Team.


Dr. Bahman J. Amiri. Foto: pur.pur

Nach Promotion und einjährigem Postdoc-Aufenthalt an der Universität von Hiroshima, Japan, freut sich der Experte für Ressourcenplanung und Umweltmanage­ment, an einer deutschen Universität arbeiten zu können. Denn Deutschland spiele im Bereich der Umweltwissenschaften eine Vorreiterrolle, und das Umweltbewusstsein sei tief verankert in der deutschen Gesellschaft. Hier zu leben und zu arbeiten sei eine wichtige Erfahrung. Seine Wahl fiel auf Kiel, nachdem Dr. Bahman J. Amiri bei Internetrecherchen feststellte, dass die Arbeitsgruppe von Professor Nicola Fohrer ähnliche Forschungsfragen bearbeitet wie er. Per E-Mail nahm er Kontakt mit der Kieler Wissenschaftlerin auf, die sogleich interessiert war. »Die Arbeit von Dr. Amiri passt perfekt in unser Forschungsprogramm«, erklärt Fohrer. »Wir entwickelten gemeinsam die Bewerbung für das Humboldt-Stipendium und diskutierten das Forschungskonzept im Detail.«

55 E-Mails später kam die Zusage der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Das Stipendium erlaubt dem 40-jährigen Iraner, bis Anfang 2011 an der CAU zu arbeiten. In der international zusammengesetzten Arbeitsgruppe am Ökologie-Zentrum trifft er neben deutschen Kollegen Doktoranden aus Brasilien, Vietnam und China.

Sein Ziel ist, ein hydrologisches Modell für Flusseinzugsgebiete zu entwickeln, mit dem sich für Gebiete ohne Überwachungsdaten abschätzen lässt, wie sich Wassermenge und -qualität entwickeln. »Solche Modelle oder Überwachungsdaten braucht man, um nachhaltig wirtschaften zu können. Wenn man nicht weiß, wie sich die Wassermenge verhält, kann man nicht abschätzen, ob eine Maßnahme, die in einem Flusseinzugsgebiet geplant ist, dem Gedanken der Nachhaltigkeit entspricht«, erklärt Fohrer. Basis von Amiris Arbeit sind zwanzig Flusseinzugsgebiete im gesamten Bundesgebiet, für die es Überwachungsdaten zu Pegelstand und Wasserqualität gibt. Anhand dieser Messdaten versucht er, eine Beziehung zwischen den Eigenschaften des Gebietes und der Abflussmenge herzustellen. Wenn das gelungen ist, lassen sich Vorhersagen für Gebiete treffen, für die keine Beobachtungsdaten vorliegen.

Bevor Amiri seinen Computer mit Daten über Landschaftsstruktur, Landnutzung und Pegelstände füttern konnte, musste allerdings noch eine entscheidende Frage geklärt werden: Wer kümmert sich um seine Tochter Dorsa? Die Fünfjährige zog es nämlich vor, bei Daddy in Kiel zu leben, während seine Frau ihren neuen Job an der Universität von Teheran antrat. Jetzt geht Dorsa in einen deutschen Kindergarten, und der Vater ist zufrieden. Mehr noch: »I love Kiel«, schwärmt der Iraner. Über Stadt und Umgebung, Land und Leute, seine Kollegen an der Uni und vor allem die betreuende Professorin, die »everything managed«, ist er voll des Lobes.

Kerstin Nees
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