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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Unizeit – Nachrichten aus der Universität Kiel

unizeit Nr. 55 vom 11.07.2009, Seite 7  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Einwurf: Glas oder Plastik?

Der Plastikgrundstoff Bisphenol A wirkt ähnlich wie Östrogen und ist zum Beispiel in Babyfläschchen enthalten. Kein Grund zur übertriebenen Sorge, meint Dr. Wolfgang Völkel.


Der Plastikgrundstoff Bisphenol A wirkt ähnlich wie Östrogen und ist zum Beispiel in Babyfläschchen enthalten. Kein Grund zur übertriebenen Sorge, meint Dr. Wolfgang Völkel vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Am 15. Juli hält der Chemiker und Toxikologe einen Vortrag zur Toxikologie von Bisphenol A.

unizeit: In Kanada wurden im vergangenen Jahr Trink­flaschen mit Bisphenol A für Babys verboten. Warum nicht auch in Deutschland?

Wolfgang Völkel: Weil von Bisphenol A keine Gesundheitsgefahr ausgeht. Der Stoff wird zwar aus den Fläschchen herausgelöst und gelangt so in die Trinknahrung. Im Körper wird Bisphenol A aber sehr schnell in eine unwirksame Form umgewandelt und über den Urin ausgeschieden. Weder das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) noch die europäische Lebensmittelbehörde EFSA (European Food Safety Authority) sehen eine Gefahr. Warum in Kanada die Babyflaschen verboten sind, lässt sich auf wissenschaftlicher Basis nicht nachvollziehen.

Was ist problematisch an Bisphenol A?

Es bindet an den Östrogenrezeptor und kann wie das Hormon wirken. Allerdings braucht man sehr hohe Konzentrationen, um einen entsprechenden Effekt auszulösen. Im Vergleich zum natürlichen Hormon muss die Konzentration 10.000 bis 100.000 mal so hoch sein. Das gilt übrigens für alle Xenoöstrogene, also chemische Verbindungen, die ähnlich wie das natürliche Geschlechtshormon wirken.

Auch Kunststoffbestandteile zum Beispiel in PET-Flaschen haben östrogenähnliche Wirkung und gehen zum Beispiel ins Mineralwasser über. Sind Glasflaschen aus toxikologischer Sicht besser?

Wenn man jedes Restrisiko ausschließen will, dann ist Wasser in Glasflaschen vielleicht wirklich die sauberste Angelegenheit. Ich würde aber nie so weit gehen, Plastikflaschen in Frage zu stellen. Denn die freigesetzten Mengen sind sehr gering. (ne)
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