Der Dreh mit dem Licht
Turboschnell surfen, Filme in Nullkommanichts herunterladen oder Fußball im Netz gucken. Schnelles Internet erfordert neue Techniken. Eine Idee dazu kommt aus Kiel.

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Die Glasfasertechnologie hat das schnelle Internet möglich gemacht. Das Surfen mit sechzehn, zwanzig oder gar über dreißig Megabit pro Sekunde ist keine Seltenheit mehr. Gern hantieren Anbieter von Internetanschlüssen mit diesen Zahlen, wenn sie um neue Kunden werben. Die stets wachsenden Übertragungsraten dürften die Nutzer von Breitbandverbindungen auch freuen.
Doch selbst im breitesten Tunnel der Datenautobahn kann es auch mal eng werden. Mit dem wachsenden Datenaufkommen im Internet steigt auch der Bedarf nach einer Aufrüstung der so genannten Weitverkehrsnetze. Diese bündeln die Daten der Endanwender (Kunden). »In den Weitverkehrsnetzen werden die Daten mit bis zu 40 Gigabit pro Sekunde übertragen. Wird die Datenrate zum Kunden stetig erhöht müssen auch die Weitverkehrsnetze aufgerüstet werden«, erläutert Murat Serbay.
Als Doktorand am Lehrstuhl für Nachrichten- und Übertragungstechnik (Leitung: Professor Werner Rosenkranz) der Technischen Fakultät experimentierte der Wissenschaftler an neuartigen In einem gemeinsamen Projekt der Technischen Fakultät mit Nokia-Siemens-Network wurden unter Laborbedingungen auf diese Weise mehrere Signale mit 20 Gigabit pro Sekunde erzeugt und über mehr als 10.000 Kilometer Glasfaser übertragen. In einem zweiten Projekt (in Zusammenarbeit mit der Dänischen Technischen Universität Kopenhagen) wurde schon kurze Zeit später ein Signal von 120 Gigabit pro Sekunde erreicht und damit ein neuer Weltrekord aufgestellt.
Murat Serbay wurde für seine Arbeit mit dem Fakultätspreis 2008 ausgezeichnet. In der neuen Technologie, liegen noch ungeahnte Möglichkeiten. Würde sie angewandt, dürften die so entstehenden neuen Übertragungskapazitäten wieder für eine ganze Weile ausreichen – bis es für das Licht wieder eng wird.
Michael Wieczorek
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