Krieg im Körper
Kunst trifft Wissenschaft. Der Exzellenzcluster Entzündungsforschung geht gemeinsam mit der Muthesius Kunsthochschule ungewöhnliche Wege in der Öffentlichkeitsarbeit.

Foto: Muthesius Kunsthochschule
Aus dieser Not machten die Forscher eine Tugend und gewannen die Kommunikationsdesignerin Professor Silke Juchter und Muthesiusschüler aller Fachrichtungen dafür, das Thema auf ihre Weise aufzugreifen. Unter dem Motto "Bildsprache einer Entzündung" geschah das laut Urny »ohne jede inhaltliche Vorgabe« und hätte demzufolge auch gründlich in die Hose gehen können.
Tat es aber nicht. Mit Comics, Skulpturen, Filmen, Fotografien und vielen weiteren Mitteln näherten sich die jungen Künstlerinnen und Künstler seit Mai 2009 ebenso vielfältig wie einfühlsam dem Problem der entzündlichen Erkrankungen, die insgesamt im Zunehmen begriffen sind und oft gerade auch jüngere Leute befallen. Die Muthesianer ließen sich bei ihrem Tun nicht nur von der eigenen Kreativität inspirieren, sondern zusätzlich von vereinfachten Vorlesungen, die der Cluster speziell für sie organisiert hatte. Einige Künstler nahmen sogar die Möglichkeit wahr, bei Behandlungen dabei zu sein, denen sich Patienten unterzogen.
Silke Juchter war zunächst skeptisch gewesen: »Würden sich junge Kommunikationsdesign- Studierende mit medizinischen Themen, insbesondere mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen befassen?«
Nach zwei Semestern können nun kommunikative Übersetzungen auf hohem Niveau präsentiert werden. Was passiert, wenn sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper wendet, hat Tim Eckhorst in einem Comic dargestellt, der bereits vorgestellt wurde und seit Monaten zwei Hauswände am Kieler Rondeel ziert. Eine Plakatkampagne mit jeweils 20 Motiven wird darüber hinaus vom 9. bis 22. Februar in Kiel und Lübeck im öffentlichen Stadtraum zu sehen sein.
In Form einer Ausstellung zeigen die Muthesiusschüler die Ergebnisse ihrer Annäherung an die Medizin außerdem vom 20. bis 30. April in der schleswig-holsteinischen Landesvertretung in Berlin. Zu einem späteren Zeitpunkt soll diese Ausstellung auch in Kiel und Lübeck aufgebaut werden.
Martin Geist
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