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unizeit Nr. 59 vom 10.04.2010, Seite 7  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Einwurf: Biogas vom Feld

Seit Inkrafttreten des Energieeinspeisegesetzes (EEG) im Jahr 2000 ist die Produktion von Biogas immens gestiegen. Professor Friedhelm Taube vom Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung erklärt die ökologischen Konsequenzen.


Freidhelm Taube. Foto: privat

unizeit: Dem Anbau von Mais für die Biogasproduktion muss der konventionelle Ackerbau zur Nahrungs- und Futtermittelproduk­tion immer mehr weichen. Wie bewerten Sie diese Entwicklung aus ökologischer Sicht?

Friedhelm Taube: Durch die finanzielle Bevorzugung des Anbaus von Biomasse für die Energieproduktion werden energiereiche Pflanzen, wie zum Beispiel Mais, immer häufiger in Monokulturen angebaut. Der Verzicht auf Fruchtfolgen reduziert die Bodenfruchtbarkeit und befördert Krankheiten und Schädlinge. Gleichzeitig führt bereits eine gering­fügige Überdüngung bei Mais zu einer erhöhten Nitratkonzen­tration im Grundwasser.

Für die Biogasproduktion werden auch Grünlandflächen genutzt. Macht dies Sinn?

Ja, denn es ist mittelfristig auf jeden Fall besser, Grünlandflächen für die Produktion von Biogas zu verwenden, als wertvolles Ackerland, auf dem stattdessen Nahrungsmittel angebaut werden können.

Welche Maßstäbe sollten für eine ökologisch vertretbare Biogasproduktion angelegt werden?

Die Ökobilanz ist entscheidend. Die Verarbeitung von Reststoffen wie Grasschnitte oder auch Gülle sollten daher stärker gefördert werden. An der CAU wird im Projekt »Biogas- Expert« erforscht, wie die Biogasproduktion künftig verbessert werden kann. Dabei kam unter anderem heraus, dass das Management der Gärreste großer Sorgfalt bedarf, um zusätzliche Klimagasemissionen zu verhindern. Entscheidend ist auch, dass die verschiedenen Landschaftsräume Schleswig- Holsteins berücksichtigt werden müssen, um optimierte Anbausysteme zu entwickeln. (cle)

www.biogas-expert.uni-kiel.de
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