Sicher schwanken
Eine Motor- und Segelyacht können auch ältere Menschen problemlos bedienen, sofern die Boote altersgerecht konstruiert sind. Wo es Verbesserungsbedarf im Bootsbau gibt, erkundet eine Kieler Sportwissenschaftlerin.

Gerät das Boot in Schieflage, helfen ein sicherer Stand und eine ausreichend hohe Reling. Foto: iStock
Was das Segeln und Motorbootfahren für ältere Menschen anstrengend machen könnte und wo die Knackpunkte an Bord liegen, möchte die Sportwissenschaftlerin Julia Last in ihrer Doktorarbeit herausfinden. Die Studie der Abteilung Sportmedizin (Leitung: Professor Burkhard Weisser) erfolgt in Kooperation mit der Forschungsvereinigung für die Sport- und Freizeitschifffahrt, Köln, und wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Julia Last betrachtet eine Yacht als ein Sportgerät und analysiert die Bewegungsabläufe und Belastungssituationen, die bei der Bedienung auftreten.

Eine kippelige Angelegenheit, so ein Wackelbrett. Julia Last (links) testet damit das Gleichgewicht der Probanden. Foto: pur.pur
Daher macht sich die Sportwissenschaftlerin an die Datenerhebung. Insgesamt 300 Probanden von 30 bis über 70 Jahren, jeweils zur Hälfte Männer und Frauen, will Julia Last einem Fitness- und Bewegungscheck unterziehen. Dafür sucht sie noch Teilnehmer aus allen Altersgruppen, vor allem über 70-Jährige und 40- bis 50-Jährige sind bisher kaum vertreten. Dabei geht es zum Teil auch um ganz banale Dinge. Wie hoch können Männer und Frauen unterschiedlicher Altersgruppen ihr angewinkeltes oder gestrecktes Bein heben? Wie sicher sind sie auf einem Wackelbrett? Und wie gut kommen sie eine Treppe hinauf und hinunter? Zur Beantwortung dieser und anderer Fragen nutzt die Wissenschaftlerin die sportärztliche Ausstattung des Instituts sowie das neu eingerichtete Bewegungslabor, in dem jede Bewegung mit 18 Infrarotkameras komplett erfasst und am Computer ausgewertet werden kann. Das hochmodern ausgestattete Labor der Abteilung Sportpsychologie und Bewegungswissenschaft (Leitung: Professor Manfred Wegner) soll unter anderem auch Kaderathleten der Region und der Olympiastützpunkte zur Verfügung stehen, damit sie hier Bewegungsabläufe analysieren und optimieren können.
Kerstin Nees
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