Blinder Fleck
Dr. Alexa Klettner erforscht die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Netzhauterkrankung AMD.

AMD-Patienten sehen einen größer werdenden grauen Schatten. Foto: pur.pur
Unter der Federführung von Professor Johann Roider, dem Leiter der Kieler Universitätsaugenklinik, hat sich Klettner auf eine Erkrankung spezialisiert, die vor allem ältere Menschen und damit immer größere Teile der Bevölkerung betrifft: die so genannte altersbedingte Makuladegeneration (AMD), eine Erkrankung des Augenhintergrundes, bei der sich das Sehen allmählich verschlechtert. Zellen der Netzhaut werden insbesondere im Zentrum des Blickfeldes zerstört. Der Patient sieht einen zunehmend großen blinden Fleck beziehungsweise grauen Schatten. Betroffene können dann nicht mehr lesen oder Gesichter erkennen. Grundsätzlich gelten alle Menschen ab 50 Jahren als gefährdet. Bis zu 35 Prozent der über 85-Jährigen leiden an einer Form von AMD.
Die Gründe für die AMD sind vielfältig, es spielen Umweltfaktoren wie Licht, Ernährung und Rauchen eine Rolle, aber es gibt auch genetische Veranlagungen. Sie führen im Krankheitsfall zu einem gestörten Stoffwechsel des Auges: An der Netzhaut gibt es dicht gedrängte Zellen, die Lichtreize aufnehmen und weitergeben. »Die Spitzen dieser Fotorezeptoren werden von einer anderen Zellschicht, dem RPE (Retinales Pigmentepithel) regelmäßig "gefressen" und der dabei anfallende Zellschutt "verdaut". Die Zellen wachsen jedoch von selbst nach«, erklärt Alexa Klettner. Mit dem Alter wird dieser natürliche Erneuerungsprozess geschwächt. Folge: Im Untergrund des Auges bilden sich Ablagerungen. Diese erschweren die Versorgung der Zellen mit Nährstoffen aus dem Blut, die Zellen sterben ab. Diese so genannte trockene AMD kann in eine noch gefährlichere Form – die feuchte AMD – übergehen. Dabei wachsen krankhafte Blutgefäße in die Netzhaut ein, was zur Zerstörung der empfindlichen Sinneszellen führt.

Alexa Klettner
Diese Entdeckung wurde mit dem Förderpreis für innovative Entwicklungen im Bereich der AMD der deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft belohnt (Ophthalmologie bedeutet Augenheilkunde). Eine Auszeichnung, die Klettner bereits 2007 und 2009 erhielt. Und sie sucht weiter nach den Ursachen für diese Erkrankung.
Vorbeugen kann man der AMD nicht, aber ihre Wahrscheinlichkeit minimieren, zum Beispiel durch Verzicht aufs Rauchen oder auch eine ausgewogene Ernährung mit Gemüsesorten wie Grünkohl, Mais, oder Spinat und Sushi! So mancher fühlt sich hier an die großmütterliche Weisheit »Fisch ist gut für die Augen« erinnert. Das kann Alexa Klettner bestätigen: »Es ist definitiv bewiesen. Im traditionellen Fischland Japan zum Beispiel passen die Menschen ihre Essgewohnheiten momentan der westlichen Welt an – und bekommen häufiger AMD«.
Michael Wieczorek
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