Käpt'n Blaubär akademisch gelesen
Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler begeben sich auf eine Reise durch Walter Moers' Zamonien-Romane.

Käpt’n Blaubär und Hein Blöd zählen zu Walter Moers’ bekanntesten Figuren. Foto: WDR/Fehlauer
Diese Begeisterung bewegte den Kieler Doktoranden Gerrit Lembke vom Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien dazu, Walter Moers’ Werke akademisch unter die Lupe zu nehmen. »Bisher gab es keine größere literaturwissenschaftliche Arbeit über diese Romane, obwohl sie gerade von Akademikern unglaublich gern gelesen werden«, erklärt Lembke seine Motivation. Die Vielzahl an Rezensionen und Einträgen in den Vorlesungsverzeichnissen deutscher Universitäten bestätigt das. Für sein Projekt konnte der Literaturwissenschaftler Kolleginnen und Kollegen von Kiel bis München dafür gewinnen, Werk und Helden des Comiczeichners und Autors zu analysieren.
Insgesamt 14 wissenschaftliche Aufsätze kamen zustande, die meisten davon aus Kiel. Gerrit Lembke hat sie in einem Sammelband mit dem Titel »Walter Moers’ Zamonien-Romane. Vermessungen eines fiktionalen Kontinents« herausgegeben und eine ausführliche Einleitung geschrieben. Bei dem Buch handelt es sich mehr um eine literarische als um eine geographische Entdeckungsreise durch das von Moers geschaffene Zamonien – ein erfundener Kontinent in der Tradition von Platons Atlantis oder Tolkiens Mittelerde. Ein kurzer Blick auf Moers’ gezeichnete Landkarte weckt mit Orten wie »Irrlichterbucht« oder »Wandelnde Teufelsfelsen « sowohl die Reise- als auch die Abenteuerlust. Die auftretenden Figuren sind ebenso phantasievoll benannt. Neben Käpt’n Blaubär begegnet man den Halbzwergen Ensel und Krete, dem Fabelwesen Rumo und immer häufiger dem Erzähler und Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz.
Der Sammelband ist in erster Linie eine wissenschaftliche Arbeit, bietet aber auch für Laien neue Perspektiven und einen tieferen Einblick in Walter Moers’ Literatur. Das Buch ist die erste literaturwissenschaftliche Arbeit zu Moers. »Ich bin mir sicher, dass Moers zum Teil des literarischen Kanons werden wird«, sagt Lembke, für den diese Arbeit nur ein Ausflug ins Moers-Universum war. In seiner Dissertation beschäftigt er sich mit Kriegsromanen im Dritten Reich. Anne Spaller
Zum Weiterlesen:
Gerrit Lembke (Hrsg.): Walter Moers’ Zamonien-Romane. Vermessungen eines fiktionalen Kontinents. Göttingen 2011
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