Einwurf: Hochsaison für Birkenpollen

Jochen Brasch Foto: privat
unizeit: Sind die Pollen tatsächlich früher, stärker und länger unterwegs, wie oft behauptet wird?
Jochen Brasch: Das ist unterschiedlich. Es gibt Jahre, in denen der Pollenflug sehr früh beginnt, und wenn der Herbst warm und trocken ist, kann es sich bis zum November hinziehen. 2009 hatten wir starke Probleme mit Birkenpollen, letztes Jahr waren es deutlich weniger. Dabei hatte man gedacht, dass nach dem kalten Winter alles gleichzeitig losgehen müsste. Erfahrungsgemäß kommen viele Allergiker in die Praxis, wenn die Birken richtig Pollen ausschütten. Das ist eine ziemlich unangenehme Pollensorte.
Worunter leiden Menschen mit Heuschnupfen am meisten?
Typische Symptome sind Fließschnupfen, Niesattacken und Bindehautentzündung. Wenn die allergische Reaktion massiv ist, haben Betroffene auch allgemeine Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Das ist nicht so banal, wie man meinen könnte. Und auch die tieferen Atemwege können betroffen sein. Das fängt mit einer Art Reizhusten an und kann sich bis zum Asthma entwickeln. Gegen diese Symptome helfen spezielle Medikamente.
Was kann ich sonst noch tun?
Während der Pollenflugsaison sollten Allergiker vor allem an trockenen Tagen körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden. Durch Duschen und Haarewaschen am Abend können Pollenallergene vor dem Schlafen von der Haut entfernt werden. Sinnvoll sind auch Pollenfilter an den Fenstern, vor allem im Schlafzimmer. Unbedingt zu beachten sind Nahrungsmittelallergien. So vertragen zum Beispiel viele Birkenpollenallergiker keine frischen Äpfel oder Sojaallergene. Die Reaktionen auf massive Allergenaufnahmen, etwa mit Sojagetränken, können sehr dramatisch verlaufen bis hin zum allergischen Schock. (ne)
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